Kellerduell auf Augenhöhe

Karlsruhe (fal) – Trainer Christian Eichner vom Karlsruher SC hat vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg den Teamgedanken in den Vordergrund gestellt – und damit auch auf Äußerungen seines Kapitäns David Pisot reagiert.

Mit der Gesamtsituation unzufrieden: David Pisot (rechts) musste zuletzt beim Sieg in Sandhausen zuschauen. Darüber hat der KSC-Kapitän seinen Unmut geäußert.

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Mit der Gesamtsituation unzufrieden: David Pisot (rechts) musste zuletzt beim Sieg in Sandhausen zuschauen. Darüber hat der KSC-Kapitän seinen Unmut geäußert.

Mehr Nostalgie geht fast nicht: Das morgige Zweitligaspiel zwischen dem Karlsruher SC und dem 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr) zählt sicher zu den traditionsreichsten Auseinandersetzungen im deutschen Fußball. Seit 1946 standen sich die Badener und Franken in Pflichtspielen schon 69 Mal gegenüber. Angesichts der aktuellen Situation beider Mannschaften spielt der historische Aspekt dieser Partie jedoch – wenn überhaupt – nur eine sehr untergeordnete Rolle. Auch das Thema „Aufsteiger gegen Absteiger“ ist eigentlich keines. Die Jubiläumsauflage des süddeutschen Derbys steht vielmehr unter der Überschrift „Kellerduell.“

Denn die Gäste (26) haben nur zwei Zähler mehr auf dem Konto als die Hausherren (24) und sind der obere Tabellennachbar des KSC, der momentan Relegationsplatz 16 belegt. „Klar“, sagt Christian Eichner, der Karlsruher Coach, „nach dem Abstieg aus der Bundesliga hat man Nürnberg eher im oberen Drittel der Zweiten Liga erwartet als in deren unterem Drittel. Aber: nach zwei Dritteln der Saison lügt die Tabelle nicht mehr.“ Am Valznerweiher, dem Trainingsgelände des 1. FCN, laufe also auch nicht alles nach Wunsch, meint Oliver Kreuzer, der Karlsruher Sportdirektor. Folglich finde das morgige Spiel „auf Augenhöhe“ statt.

Eichner betont Teamgedanken

Nach Wunsch ist die vergangene Woche aber auch beim KSC nicht verlaufen. Kapitän David Pisot hatte sein Unverständnis geäußert, beim 2:0 in Sandhausen nicht in der Startelf gestanden zu haben. Eichner äußerte sich gestern nur indirekt zu diesem Thema und betonte den Teamgedanken: „Wir tun beim Karlsruher SC gut daran, wenn wir alles – und ich betone alles – in den nächsten Wochen so unterordnen, dass wir nächstes Jahr wieder tolle Spiele in zweiten Bundesliga bestreiten dürfen.“

Großes Zuschauerinteresse

Ungeachtet dessen ist das Interesse am Traditionsduell groß: Mehr als 13 000 der maximal 15 000 Eintrittskarten waren gestern schon verkauft. Exakt 1 579 davon, das komplette Kontingent der Gäste, nach Nürnberg. „Natürlich freuen wir uns über das Interesse an unserer Mannschaft“, kommentierte Christian Eichner die zu erwartende Kulisse, vor der seine Schützlinge ihren eingeschlagenen Weg – 1:1 gegen Osnabrück und 2:0-Sieg in Sandhausen – fortsetzen und den ersten Heimsieg 2020 einfahren wollen. „Wir müssen aber eine Top-Leistung raushauen“, ist sich der KSC-Coach sicher, „um den Club schlagen zu können.“

Roßbach hat Sperre abgesessen

Die personellen Voraussetzungen dafür sind durchwachsen. Die Verletzung, die sich Marc Lorenz gegen Osnabrück zugezogen hat, entpuppte sich als Rippenbruch, „sein Ausfall tut uns extrem weh“, räumte Eichner ein. Neben den langzeitverletzten Kyoung-Rok Choi und Jannis Hanek fällt auch Marco Djuricin (Innenbandanriss im Knie) aus. „Trotzdem ist es nicht so, dass sich die Mannschaft von selbst aufstellt“, deutet Eichner Überraschungen an. „Wir können solche Ausfälle kompensieren.“ Etwa habe sich Martin Röser, der in Sandhausen sein Zweitligadebüt feierte, „Schritt für Schritt an den Kader herangekämpft“. Damian Roßbach ist nach seiner Sperre wieder spielberechtigt, der Einsatz von Babacar Gueye spiele in seinen Überlegungen auch wieder eine Rolle, so Eichner.

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Erstellt:
26. Februar 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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