Khalid über Modesünden und seine Jugend in Heidelberg

Baden-Baden (marv) – Er ist einer der erfolgreichsten Pop-Musiker der Gegenwart – der US-Amerikaner Khalid. Als er hierzulande kaum bekannt war, hat BT-Onlineredakteur Marvin Lauser ihn interviewt.

Ist in Heidelberg und Texas aufgewachsen: Der Sänger Khalid.  Archivfoto: Sony Music

Ist in Heidelberg und Texas aufgewachsen: Der Sänger Khalid. Archivfoto: Sony Music

Im Spätherbst 2017 hat BT-Onlineredakteur Marvin Lauser den in Deutschland zu der Zeit noch relativ unbekannten Sänger Khalid interviewt. Der damals 19-Jährige ist mittlerweile ein weltweit erfolgreicher Star. Im Rahmen des Throwback Thursday, einer neuen Reihe der BT-Instagram-Redaktion, haben wir das Interview aus dem Archiv gekramt. Darin spricht der Texaner über seine Zeit in Heidelberg, wer seine modischen Vorbilder sind und wohin er gerne ziehen würde.

BT: Khalid, Sie haben sechs Jahre in Heidelberg gelebt. Ist Ihre Musik von dieser Zeit in Deutschland beeinflusst?
Khalid: Sowohl meine Musik als auch ich persönlich wurde vor allem von einigen der Freundschaften, die ich in Heidelberg geschlossen habe, beeinflusst. Viele davon bestehen bis heute. Das ist echt cool. Es waren ein paar der schönsten Jahre meines Lebens. Ich versuche, das in meiner Musik wieder aufleben zu lassen. Meine Musik ist generell positiv und erzählt von meinen Erlebnissen.

BT: In einem Interview haben Sie gesagt, dass das wichtigste, was Sie in Deutschland gelernt haben, Körpersprache ist. Haben Sie Unterschiede zwischen Amerikanern und Deutschen erkennen können?
Khalid: Ja, die ganze Zeit. Ich habe das Gefühl, an den Bewegungen eines Menschen zu erkennen, ob er aus Europa kommt. Amerikaner sind sehr laut, ist mir aufgefallen. Immer wenn wir in der Öffentlichkeit unterwegs waren, meine amerikanischen Freunde und ich, sind wir aufgefallen. Jeder wusste, dass wir Amerikaner waren, bevor wir unseren Mund aufgemacht haben. Das war aber nichts grundsätzlich Schlechtes. Ich liebe die Gelassenheit der Deutschen. Jeder ist relaxed, sehr ruhig und jeder bewegt sich auf eine bestimmte Art und Weise.

BT: Sehen Sie sich selbst als Vorbild für andere?
Khalid: Ich verstehe es, wenn manche Menschen mich vielleicht als Vorbild sehen, aber ich versuche einfach, ich zu sein. Viele Menschen beobachten mich – manche Menschen lieben, was ich mache, andere nicht. Für mich geht es darum, einfach ich selbst zu sein. Ich möchte ich selbst bleiben, derselbe, der ich vor meiner Karriere auch war.
Viele Menschen fragen mich um Rat. Ich liebe es, ehrlich zu sein, Menschen glücklich zu machen mit meiner Musik. Solange die Menschen mich anschauen und sagen, dass sie glücklich sind, bin ich glücklich. Das ist alles, was zählt.

„Nimm einen Freund auf die Tour mit“

BT: Apropos um Rat gefragt zu werden – die Sängerin Kehlani hat Ihnen den Tipp gegeben, viel Unterwäsche mit auf Tour zu nehmen – welchen Tipp würden Sie einem jungen Künstler geben, der zum ersten Mal auf Tour geht?
Khalid: Ich würde sagen: Nimm einen Freund mit. Jemanden, der einem Gesellschaft leistet, weil auf Tour sein sehr einsam sein kann. Es ist anstrengend. Wenn man einen Freund dabei hat, kann man, egal, in welcher Stadt man ist, die Zeit genießen. Das macht immer großen Spaß.

BT: Wenn Sie überall auf der Welt leben könnten, wo würden Sie hinziehen?
Khalid: Ich würde in Barcelona leben. Als ich dort war, habe ich mich direkt in die Stadt verliebt.

BT: Was hat Ihnen am besten an Barcelona gefallen?
Khalid: Das Wetter war überragend. Ein bisschen heiß, aber auf die gute Art.

BT: Haben Sie ein modisches Vorbild?
Khalid: Nicht unbedingt. Es gibt so viele unterschiedliche Leute, die mich inspirieren, wie Zayn zum Beispiel. Er hat einen sehr guten Modegeschmack und Stil. A$AP Rocky ebenfalls. Hoffentlich geht mir das eines Tages genauso, dass die Leute sagen: „Khalid hat auch einen coolen Style.“

„Mein Ziel ist es, einfach glücklich zu sein.“

BT: Gibt es im Musikbusiness einen Style, der ihnen überhaupt nicht gefällt? Wessen Kleiderschrank würden Sie komplett verändern?
Khalid: Ehrlich gesagt achte ich gar nicht wirklich auf andere. Ich will erst mal meinen eigenen Stil voranbringen, bevor ich auf andere achte. Ich versuche, Marken zu finden, die ich noch nicht kenne. Ich bin immer noch auf der Suche nach irgendwas, bei dem ich zu mir sagen kann: „Wow, das ist echt cool.“

BT: Hatten Sie schon mal einen modischen Fauxpas? Haben Sie schon mal was getragen und sich später darüber gewundert?
Khalid: Das passiert mir die ganze Zeit. Ich habe letztens meine Instagram-Seite durchforstet und mir bei den älteren Bildern gedacht: „Wieso habe ich das Shirt getragen? Ich hasse dieses Shirt“, manchmal kaufe ich mir Sachen und für einen Moment denke ich: „Ja, das ist echt cool“, trage es dann aber nicht und gebe es dann an meine Freunde weiter.

BT: Sie wurden in der Schule gehänselt – Wie hat dies Sie als Menschen verändert?
Khalid: Im Moment ist mein Ziel im Leben, einfach glücklich zu sein.


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