Kiesförderung in Grauelsbaum gehört bald der Geschichte an

Lichtenau (ar) – Es sind nur noch wenige kleine Schritte, bis die Abschlussbetriebspläne für die Kiesseen im Lichtenauer Stadtteil Grauelsbaum zur Zulassung vorgelegt werden können.

Der Böschungskopf am Nordost-Ufer vor der Maschinenhalle des ehemaligen Dose-Gebäudes muss instandgesetzt werden. Foto: Anne-Rose Gangl

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Der Böschungskopf am Nordost-Ufer vor der Maschinenhalle des ehemaligen Dose-Gebäudes muss instandgesetzt werden. Foto: Anne-Rose Gangl

Dann gehört die Kiesförderung in Grauelsbaum, die bereits im Jahre 2014 eingestellt wurde, der Geschichte an.

In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstagabend informierte Joachim Corbe vom Ingenieurbüro Wald+Corbe in Hügelsheim, beauftragt vom Kieswerksbetreiber Sehring Sand & Kies GmbH & Co.KG, über die noch durchzuführenden Maßnahmen an den Seen I, II und III. Seit 1954 förderte die Firma Sehring Sand & Kies GmbH & Co.KG in drei Baggerseen links und rechts der Natostraße im Lichtenauer Ortsteil Grauelsbaum.

Ende des Jahres 2018 liefen die Pachtverträge aus. Nach dem vereinbarten Rekultivierungskonzept müssen die Seen nach einem Abschlussbetriebsplan in ordentlichem und sicherem Zustand an die Stadt zurückgegeben werden.

Zuständige und verantwortliche Behörde hierfür ist die am Regierungspräsidium Freiburg angesiedelte Landesbergdirektion.

Im See III, an dem vor Jahren ein Teilbereich als Badesee zugelassen wurde, muss der Böschungskopf am Nordost-Ufer vor der Maschinenhalle des ehemaligen Dose-Gebäudes instandgesetzt werden. Im Rahmen verschiedener Gutachten und Beurteilungen der Standsicherheit der Abbauendböschungen hatte sich herausgestellt, dass einige übersteilte Unterwasserböschungen vorhanden seien. Zahlreiche Standsicherheitsuntersuchungen seien durchgeführt worden, die im Antrag zum Teilabschlussbetriebsplan von 2019 eingeflossen sind.

Uni München untersuchte die Bohrkerne

Aufgrund von Nachforderungen sind weitere Bohrungen erfolgt, deren Bohrkerne nun in der Uni München untersucht worden sind. Wie Corbe informierte, konnte festgestellt werden, dass die Unterwasserböschung standsicher sei. Dennoch stimmte der Lichtenauer Gemeinderat am Donnerstagabend dem Antrag zur Zulassung des Teilabschlussbetriebsplanes am See III unter der Bedingung der Böschungssanierung zu. Hierzu soll ein Geogitter eingesetzt werden, dass auf den vier Meter breiten Weg eine Verkehrslast von 40 Tonnen ermöglicht, erklärte der beauftragte Ingenieur.

Zwischen den beiden Seen I und II muss eine hydraulische Trennung geschaffen werden. Da der im Oktober 2018 erstellte Damm dem Staudruck nicht standgehalten hatte und im Juni 2020 durchgebrochen ist, kam es zu einem Wasseraustausch, der aufgrund der salinen Tiefengewässer im See I nicht gewünscht ist. Außerdem erhöhte sich der Wasserspiegel im See II, wofür das Acherschöpfwerk nicht ausgelegt ist, wie Corbe sagte. Untersucht wurden eine Ausführung als fischdurchgängige raue Rampe und die Errichtung einer Spundwand, die bevorzugt werden würde, wie Corbe sagte. Bei der Spundwand handelt es sich um eine hydraulische Trennung in Längsrichtung mit einem 10,20 Meter breiten Zwischenlager mit Steinschüttung. Hierdurch wäre die Spundwand auch für Fische durchgängig. Die Kosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Der Gemeinderat stimmte dieser Variante zu.

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Erstellt:
22. November 2021, 14:00 Uhr
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