Kinder tauchen spielend in die Welt der Chemie ein

Forbach (kos) – Schüler erforschen im dreitägigen Kurs der Hector-Kinderakademie in der Forbach die Grundlagen der Chemie. Das lernen sie anhand von Alltagsmitteln und Lego-Steinen.

Den Forschergeist geweckt: Wie mit Wasser, Salz, Waschmittel und Rotkohl Farben entstehen können, erforschen Kinder mit Chemikerin Dorothea Polle-Holl. Foto: Konstantin Stoll

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Den Forschergeist geweckt: Wie mit Wasser, Salz, Waschmittel und Rotkohl Farben entstehen können, erforschen Kinder mit Chemikerin Dorothea Polle-Holl. Foto: Konstantin Stoll

Es muss im Chemieunterricht nicht immer die große Explosion sein, um Schüler zu begeistern. Auch mit einfachen Hausmitteln können Kinder in die Welt der Chemie eintauchen und Spaß an ihr finden. Das haben die Chemikerin Dorothea Polle-Holl und Grundschüler im Kurs „Quer durch die Elemente“ am Mittwoch in der Forbacher Klingenbachschule bewiesen, die mit Substanzen aus dem Haushalt Farbe hergestellt haben.

„Wir machen mit Rotkohl Farbe“, erklärt einer der Grundschüler voller Begeisterung. Wie das genau funktionieren soll, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht. Aber genau darum geht es der Kursleiterin Dorothea Polle-Holl, die schon seit vielen Jahren als Chemie-Lehrerin unterrichtet: Mit alltäglichen Dingen wie Wasser, Essig, Waschmittel, Natron und Rotkohl will sie zeigen, wie fast alles im Alltag der Menschen mit Chemie und Physik zusammenhängt – und wie man diese nutzen kann.

„Alle wollen, dass etwas explodiert“

Der Unterricht der Chemikerin ist Teil des Angebots, das die Hector-Kinderakademie Gernsbach wissbegierigen und hochbegabten Schülern unterbreitet. Die Bandbreite der angebotenen Themen ist vielfältig: Sprachen, Exkursionen in die Natur und künstlerische Themen gehören genauso dazu wie Mathematik, Chemie, Schach oder Lernmethoden für Hochbegabte. In ihrem Unterricht will die Diplom-Chemikerin Polle-Holl erreichen, dass Schüler spielend komplexe Zusammenhänge lernen und verstehen. Dafür nutzt sie laut eigener Aussage gerne auch mal Spielzeug. Ein Molekül könne man etwa mit Hilfe eines Lego-Baukastens begreifen. Auch Farbe lässt sich durch das Zusammenmischen von Haushaltsmitteln herstellen, wie Polle-Holl ihren wissbegierigen Schülern beibringt.

Mit Laborkitteln und Pipetten ausgerüstet befüllen die acht Grundschüler mehrere Reagenzgläser und verrühren Stoffe, bis aus Wasser die Farben Gelb, Grün und Rot entstanden sind. „Alle wollen, dass etwas explodiert. Die schön bunten Sachen sind aber auch sehr toll“, betont die Chemikerin. Gerade in den kleinen Dingen gebe es viel zu lernen, befindet sie. Die Neugier ihrer Schüler, die die Klassen zwei bis vier besuchen, scheint ihr recht zu geben: „Die wollen auch wissen, warum“, freut sie sich. Es gehe nicht darum, den Kindern nur reine Fakten ohne Erklärungen vorzusetzen. Vielmehr wecke das deren Forschergeist, sodass sie auch genauer erfahren wollen, warum etwas wie funktioniert. „Kinder, die neugierig sind, brauchen viel Futter, viel Stoff“, sagt Polle-Holl. Damit aber nicht immer nur der Kopf arbeitet, verbindet sie ihre Themen auch mit Bewegung. Regelmäßig legt sie dafür Pausen ein, in denen die Nachwuchswissenschaftler rennen, spielen und toben können.

Pandemie ohne Folgen für den Wissensdurst der Kinder

Die Kurse besuchen die Kinder freiwillig, schließlich sind die Schulen wegen der Osterferien geschlossen. Der Motivation tue das aber keinerlei Abbruch. „Die könnten auch draußen herumtoben“ bei dem derzeitigen Frühlingswetter, so Polle-Holl. Umso mehr freut sie sich, dass der Kurs trotzdem gut angenommen wird. „Ich merke, dass Kinder wieder ganz wild sind auf Kurse“, beobachtet die Chemikerin.

Die Pandemie habe der Wissbegier der Schüler nicht geschadet, betont Polle-Holl. Sie ist überzeugt, dass sich das auch weiterhin nicht ändert. „Der Hunger nach Wissen bleibt gleich“, erklärt sie – egal ob vor, während oder nach der Pandemie. Das zeigt sich zudem daran, dass die Kurse auch im neuen Schuljahr angeboten werden. Wer sich für die Kurse nach den Sommerferien anmelden will, kann das zwischen dem 29. September und dem 2. Oktober tun.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
21. April 2022, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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