Kiosk-Bilanz nur in Stadtteilbädern gut

Gernsbach (vgk/stj) – Die Bilanz der Kiosk-Betreiber in den vier Gernsbacher Freibädern fällt sehr unterschiedlich aus. Corona hat Spuren hinterlassen.

Ohne seine Events (wie hier das donnerstägliche „After Work“) hätte Gerns-Garden-Betreiber Hakan Aksoy diese Saison seine Kosten wohl nicht decken können. Foto: Uebel / BT-Archiv

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Ohne seine Events (wie hier das donnerstägliche „After Work“) hätte Gerns-Garden-Betreiber Hakan Aksoy diese Saison seine Kosten wohl nicht decken können. Foto: Uebel / BT-Archiv

Über den Verlauf der am 13. September zu Ende gegangenen kuriosen Schwimmbadsaison 2020 in den vier Gernsbacher Freibädern hat das BT schon mehrfach ausführlich berichtet. Doch wie sieht die Bilanz der Kiosk-Betreiber aus in diesem Corona-Sommer? Das BT hat sich bei den Gastronomen in den vier Bädern umgehört.

Von Mitte Mai bis zur Schließung des Schwimmbads in Reichental jetzt im September ist seit nunmehr 20 Jahren Claudia Wieland die gute Seele des Kiosks. Noch vor der Öffnung des Bads lädt die Reichentälerin zum Frühstück ein, egal was gerade für ein Wetter herrscht.

„Und es sind viele, nicht nur Wanderer, die vorbeikommen und diese Gelegenheit nutzen“, sagt Wieland im BT-Gespräch. Die Karriere als Kioskbetreiberin begann für Wieland, als ihr Mann Bernhard die Entscheidung traf, sich um die vakant gewordene Stelle des Facharbeiters für Bäderbetrieb bei der Stadt Gernsbach zu bewerben.

Im Kiosk des idyllischen Bads im Grünen ist alles zu finden, was in eine solche Einrichtung gehört. Das Eis und die Süßigkeiten lassen zumeist Kinderherzen höherschlagen. Bei den erwachsenen Badbesuchern sind belegte Baguettes, Pizzen oder Flammkuchen die Renner. Auch der Klassiker heiße Wurst mit Brötchen gehört zum Angebot. Zu den Hits zählen außerdem selbst gebackene Kuchen für die sonntäglichen Kaffeetafeln auf der Schwimmbadterrasse.

Opulentes Angebot hat sich entwickelt

Nicht immer war das Angebot so opulent wie derzeit, dieses habe sich erst mit der Zeit entwickelt, erzählt die Kioskpächterin. Zu nicht Corona-Zeiten öffnet die Freizeiteinrichtung um 11 Uhr ihre Pforten. Der Kiosk ist dann bereits eineinhalb Stunden offen. „Trotz der Pandemie und der verkürzten Schwimmbadsaison hatte ich immer gut zu tun“, berichtet Wieland. Für das kommende Jahr hält sie sich alle Optionen offen. Denn die mit ihrem Mann besprochene Absicht, gemeinsam in den Ruhestand zu gehen, habe aktuell noch Gültigkeit.

Auch die Lautenbacher Kioskbesitzerin Sirinya Saiboonia zeigt sich zum Schluss der Badesaison zufrieden mit dem gemachten Umsatz. Seit zehn Jahren betreut sie den kleinen Kiosk im Eingangsbereich des Bads, der im Dorf liebevoll Schwellwog-Treff genannt wird. Schönes Wetter und keine Corona-Pandemie sind ihre Wünsche für kommendes Jahr.

Buchungssystem „kein Vorteil“

Darauf hofft auch Gabi Meyer. Die Pächterin des Kiosks im Obertsroter Schwimmbad ist mit dem Corona-Sommer den Umständen entsprechend zufrieden. Das liegt an einer Vielzahl an Unterstützern, auf die sie zählen kann – allen voran natürlich ihr Mann Uwe –, und an „der tollen, treuen Kundschaft in Obertsrot“. Den verspäteten Saisonstart hat man in Obertsrot für eine Generalüberholung des Kiosks genutzt. Bademeisterin Anita Winter hat selbst Hand angelegt und das Gebäude frisch gestrichen. Die Farbe hat Malermeister Axel Drews aus Gernsbach gespendet, der selbst am liebsten nach Obertsrot zum Schwimmen geht. Und einen neuen Stammtisch gibt es bei „Gabis In“ auch: Gastronom Daniel Schmeiser vom „Journal am Färberthor“ hat diesen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Von der Zufriedenheit seiner drei Kolleginnen ist Hakan Aksoy weit entfernt. Es ist seine dritte Kiosksaison im Gernsbacher Igelbachbad. „Ich bin froh, wenn ich meine Kosten gedeckt bekomme. Ohne die durchgeführten und noch anstehenden Events würde es in diesem Jahr nicht klappen“, betont Aksoy. Noch bis Ende September wird sein „Gerns Garden“ geöffnet sein.

Der Gastronom spricht von einem schwierigen Jahr. Die Anzahl der Besucher, die gleichzeitig ins Schwimmbad durften, habe die Einkaufsplanung deutlich erschwert. Zudem findet Aksoy, dass das teure Buchungssystem kein Vorteil gewesen sei. Viele Stammgäste seien deshalb weggeblieben, meint der Inhaber des Gerns Garden. Er hätte eine entspannte Kartenzahlung an der Schwimmbadkasse und die Kontrolle der Gästeanzahl wie in den Stadtteilbädern vorgezogen.


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