Kirche übernimmt alten Regenbogen-Kindergarten nicht

Baden-Baden (hez) – Die Reaktivierung des alten Container-Kindergartens in Steinbach soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein. Doch die Kirche will den Betrieb nicht übernehmen.

Nach der Sanierung des alten Container-Kindergartens in Steinbach wird wohl die Stadt hier die Trägerschaft übernehmen müssen. Foto: Bernhard Margull

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Nach der Sanierung des alten Container-Kindergartens in Steinbach wird wohl die Stadt hier die Trägerschaft übernehmen müssen. Foto: Bernhard Margull

Bei der Mitte nächsten Jahres geplanten Reaktivierung des früheren Kindergartens Regenbogen in Steinbach kommt auf die Stadt Überraschendes zu: Sie wird wohl selbst die Trägerschaft übernehmen müssen. Darüber muss in den Haushaltsberatungen entschieden werden.

Über die steigenden Kinderzahlen kann sich Baden-Baden eigentlich freuen, doch diese Entwicklung sorgt auch für einiges Kopfzerbrechen: Es fehlt an Betreuungsplätzen für die Altersgruppen von über drei Jahren bis zum Schuleintritt. Da müssen nun möglichst rasch weitere Plätze geschaffen werden.

In Steinbach richtete sich dabei schnell der Blick auf den alten Containerbau, in dem der katholische Kindergarten Regenbogen „provisorisch“ rund zehn Jahre lang einquartiert war. 2019 konnte man dann in einen benachbarten Neubau umziehen und die Container wurden nicht mehr gebraucht. Dachte man.

Der Engpass, der sich inzwischen entwickelt hat, zwingt die Stadt nun aber dazu, die Container für fast 500.000 Euro für eine weitere Nutzung mit 30 Kindern wieder herzurichten. Der Betriebsbeginn ist dann gegen Mitte des nächsten Jahres vorgesehen.

„Das quietscht an allen Ecken“

Doch hier hat sich ein anderes Problem aufgetan: Die katholische Kirchengemeinde als Betreiberin des Regenbogen-Kindergartens hält überhaupt nichts davon, den nun wieder aktivierten Container-Kindergarten gemeinsam mit der bestehenden Regenbogen-Einrichtung zu betreiben.

Im BT-Gespräch bestätigt Pfarrer Frank Maier, dass von der Stadt gefragt worden sei, ob man auch die Trägerschaft für den Containerbau übernimmt. Dies wurde aber inzwischen von der Kirche abgelehnt. „Wir haben uns das gründlich angeschaut und lange überlegt“, so Maier. Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht. Doch die räumlichen Verhältnisse im Neubau und in den Containern passten einfach nicht zusammen. Beide Gebäude in einer Trägerschaft – das sei kaum umzusetzen, „das quietscht an allen Ecken“ Die Bauchschmerzen bei diesem Projekt seien zu groß gewesen.

Im Containerbereich ließen sich die bestehenden Bildungskonzepte des Regenbogen-Kindergartens nicht gleichermaßen umsetzen. Es fehle dort zum Beispiel auch an Rückzugsräumen. Man könnte dann wohl den Eltern kaum erklären, warum manche Kinder im optimal ausgestatteten Neubau betreut werden und andere im Container.

In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch kündigte Bürgermeister Roland Kaiser an, dass nun voraussichtlich die Stadt die Trägerschaft über den Container-Kindergarten übernehmen müsse. Darüber solle aber noch bei den Haushaltsberatungen gesprochen werden. Es müssten dafür 4,7 Stellen in den städtischen Stellenplan aufgenommen werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
29. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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