Kirche umbauen mit den Ideen von vielen Menschen

Durmersheim (manu) – Die Kirche als Baustelle: Auch Jugendliche der Via in Durmersheim nehmen sich der geplanten Rreform an.

Thementalk, Technik und Tonakrobatik mit dem Team der „Baustelle Kirche“. Foto: Manuela Behrendt

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Thementalk, Technik und Tonakrobatik mit dem Team der „Baustelle Kirche“. Foto: Manuela Behrendt

Lokale Projektkoordinatoren sind in der Erzdiözese Freiburg dabei, ehrenamtliche Mitstreiter zu rekrutieren, um die Kirchenreform 2030 anzuschieben (das BT berichtete). In der Livestream-Reihe „Baustelle Kirche“ nimmt sich die Jugendkirche Via dieser Thematik an.

Ein passender Titelsong darf nicht fehlen. Dessen Refrain lautet: „Wenn wir zusammen steh’n, den Weg gemeinsam geh’n, hat das hier eine Zukunft“. Mitmoderator Niklas Weßbecher erklärte im BT-Gespräch vor dem Auftakt am Sonntag: „Viele haben gar nicht mitgekriegt, worum es bei der Umstrukturierung geht; mit der Serie machen wir auf Details aufmerksam“. Der 16-jährige Schüler kam vor zwei Jahren durch die Firm-Vorbereitung zur Jugendkirche. Er engagiert sich bei der Ausarbeitung und Durchführung von Via-Gottesdiensten.

„Unsere Talkgäste finden wir in allen Bereichen, um verschiedene Reformstandpunkte zu beleuchten sowie die unterschiedlichen Arbeitsfelder vorzustellen; auch innerhalb von Via sind neue Aufgabenstrukturen sowie -verteilungen vorgesehen“, beschrieb Talkleiterin Julia Bendel den Fokus der Reihe. Die 20-jährige Studentin ist seit Kindertagen bei Via.

Umringt von Abrissstücken und Geröll, entdeckten die „Viantasten“ hinter dem Gotteshaus im Ortsteil Würmersheim in einer realen Baustelle das perfekte Setting und damit das Sinnbild für den aktuellen Zustand der katholischen Kirche. Auf den zerbrechenden Fundamenten des Bisherigen muss die jahrtausendealte Institution zeitgemäß restauriert werden. Dafür unabdinglich seien „eine neue Grundhaltung und ein neues Bewusstsein“, wie Dekanatsreferent André Scholz im Livestream-Interview mit Bendel feststellte. Er ist Teil des Projektkoordinationsduos für die neue Großpfarrei auf der Murgtalschiene

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Dialog mit vielen Menschen

Gegenüber dem BT sagte er: „Letztendlich ist unsere Prozessarchitektur noch nicht fertig; wir sind da eifrig am Rumbauen.“ Bis es so weit ist, steht das Arbeiten im Planungsbüro an. Ein solches hatte man ersatzweise im „Jugendhäusle“ neben der Herz-Jesu-Kirche eingerichtet, weil die Baustelle wegen eines Wolkenbruchs am Sonntag nicht nutzbar war.

In Sachen Reform sei laut Scholz klar, man werde „den Dialog mit möglichst vielen Menschen suchen“. Denn: „Ohne die Ehrenamtlichen, ohne Menschen in unserer Nähe, aber auch auf Distanz zu uns können wir die Kirche gar nicht umbauen; das Ganze kann nur gelingen, wenn wir offen sind für die gesamte Vielfalt, die sich uns bietet“. Und: „Zusätzlich zu den starken Bindungen zur Kirche müssen wir auch die schwachen nutzen, damit wir gesellschaftsfähig andocken können“.

Als schnörkelfreier musikalischer Kick fasste „Mr. Bookwood“ alias Marcel Buchholz aus Kuppenheim mit Gesang und Gitarre die Gesprächsrunde ein. Der junge Sänger und Komponist strebt eine hauptberufliche Musikkarriere an. Mit seiner gewöhnungsbedürftigen Stimme muss man sich erst anfreunden. Sie steht jedoch für hörenswerte simple, klare tonale Reinheit. Weitere Talkgäste am 11., 18. und 25. Juli um jeweils 19 Uhr sind Dr. Tobias Speck (Diözesanes Seelsorgeamt), Theresa Seng (Diözesanleitung BDKJ) und Benjamin Reiß (Jugendseelsorger der Region Mittlerer Oberrhein/Pforzheim).


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