Kita-Leiterin wird versetzt

Rastatt (ema) – Im Zuge des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch einen ehemaligen Erzieher strebt der Kindergarten Wintersdorf einen Neuanfang an. Die Kita-Leiterin wird versetzt.

Noch ist offen, wie  der Wintersdorfer Kindergarten im Detail verändert wird. Foto: av

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Noch ist offen, wie der Wintersdorfer Kindergarten im Detail verändert wird. Foto: av

Die katholische Kirche hat jetzt doch im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch durch einen ehemaligen Erzieher des Wintersdorfer Kindergartens St. Michael personalrechtliche Konsequenzen gezogen. Die langjährige Leiterin werde eine neue Aufgabe in einer anderen katholischen Einrichtung wahrnehmen, sagte Bernd Gramlich von der Kindertagesstätten-Geschäftsführung in der katholischen Verrechnungsstelle Rastatt. Man werfe der Pädagogin allerdings keine Verfehlungen vor, sagt Gramlich. Der Druck von allen Seiten sei indes so groß geworden, dass man die Kita-Leiterin „aus der Schusslinie“ nehmen wolle, um einen Neuanfang der Kita St. Michael zu ermöglichen. Derzeit ist die Erzieherin im Urlaub beziehungsweise baut Überstunden ab. Wo sie künftig arbeitet, ist laut Gramlich noch zu klären.

Obwohl der verdächtige Erzieher aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, will der Träger an den beschlossenen Konsequenzen festhalten. „Die eingeleiteten Schritte sind richtig“, betont Gramlich. Man habe die bisherige Praxis der Personaleinstellung überdacht, Schutzkonzepte im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch überprüft und strebe weiter bauliche Veränderungen in Wintersdorf an. Wie der Gruppenraum, in dem der verdächtige Erzieher gearbeitet hat, im Sinne von mehr Transparenz umgebaut werden kann, sei noch Gegenstand von Gesprächen mit der Stadt Rastatt als Gebäudeeigentümerin. Momentan ist ohnehin offen, ob es in St. Michael wieder Bedarf für eine fünfte Gruppe gibt. Die Einrichtung musste nach Bekanntwerden des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einige Kündigungen hinnehmen. Nicht auszuschließen ist, dass Kinder aus der Kernstadt wegen dortiger Engpässe ins Ried ausweichen.


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