Klage über „Abstieg“ der Baden-Badener Sophienstraße

Baden-Baden (hez) – Unzufriedenheit mit dem Zustand der Sophienstraße zeigt sich bei dortigen Geschäftsleuten. Die Weihnachtsbeleuchtung sei zu dunkel und der Gehweg eine Stolperfalle.

Die Sophienstraße kurz vor dem Lockdown: Der weihnachtliche Lichterglanz hält sich in Grenzen. Foto: Henning Zorn

© hez

Die Sophienstraße kurz vor dem Lockdown: Der weihnachtliche Lichterglanz hält sich in Grenzen. Foto: Henning Zorn

Die Sophienstraße trug früher die viel edlere Bezeichnung Sophienboulevard, der einst als „Badepromenade“ ein Mittelpunkt des Verweilens besonders der Kurgäste war. Auch heute noch ist die Baumallee in der Mitte sicherlich eine besondere Attraktion, doch ansonsten hat die Straße vom früheren Pracht-Image einiges verloren. Besonders der breite Gehweg auf der nordwestlichen Seite gleicht dem Leopoldsplatz zu seinen schlechtesten Zeiten: gesprungene, sonst wie beschädigte und wacklige Platten – viele Asphalt-Flecken, mit denen man Löcher gestopft und beseitigte Platten ersetzt hat, schaffen das Bild eines unschönen Flickwerks.

Ständig fliegen Steine raus

Ständig würden hier Steine herausfliegen und Passanten über hochragende Plattenkanten stürzen, schimpft Ursula Schlewitz, Inhaberin eines traditionsreichen Fachgeschäfts für Bürobedarf in der Sophienstraße. Sehr unzufrieden ist sie auch mit der Weihnachtsbeleuchtung, die von den Stadtwerken hier installiert wurde. 2021 müsse sich da etwas ändern. Die Beleuchtung sei zuletzt deutlich reduziert worden, besonders zwischen den Bäumen der Allee sei nichts mehr aufgehängt worden.

Schlewitz spricht von einer am Abend inzwischen „dunklen, trostlosen Straße“. Früher habe es hier einen wunderschönen Weihnachtsglanz gegeben, doch nun sei der einstige Sophienboulevard nur noch ein Schatten: „Grau, trist und wenig einladend.“ Die Geschäftsfrau spricht von einem „traurigen Abstieg der Straße, die einst das Herzstück unserer Stadt gewesen ist“.

Rückgang der Kundenfrequenz

Man könne meinen, so Schlewitz, dass die Stadt zu viel Geld für andere Straßen ausgegeben habe und dann nichts mehr für die Sophienstraße übrig war. Hingegen gebe es in der Fußgängerzone viel Dekoration und Beleuchtung. Dort würden auch die Menschen hingehen, während man in der Sophienstraße einen Rückgang der Kundenfrequenz feststelle. Es sei wirklich dringend nötig, meint Ursula Schlewitz, dass die Stadt der Sophienstraße wieder das Ambiente schenke, das sie verdiene. Neidisch richtet sie bei diesen Worten den Blick ins benachbarte Bühl. Dort gebe es in der Innenstadt genügend Beleuchtung und freie Parkplätze.

Einem Flickenteppich gleichen Bereiche des nordwestlichen Gehwegs, wo auch Fahrzeuge abgestellt werden. Henning Zorn

© hez

Einem Flickenteppich gleichen Bereiche des nordwestlichen Gehwegs, wo auch Fahrzeuge abgestellt werden. Henning Zorn

Kein Wunder, so sagt sie, dass dort auch viele Baden-Badener einkaufen. Im Rathaus betont Stadt-Pressesprecher Roland Seiter, dass sich an der Weihnachtsbeleuchtung in der Sophienstraße in den letzten Jahren nicht mehr viel geändert habe. Früher gab es allerdings tatsächlich zwischen den Bäumen noch Leuchtkreuze, doch diese habe man nach Defekten ausmustern müssen. Außerdem seien ja im Rahmen der Sanierung des Leopoldsplatzes acht Kastanien der Baumreihe gefällt worden. Ihre Nachfolger hätten noch nicht die Größe, um mit Weihnachtsbeleuchtung bestückt zu werden.

Konzept für künftige Beleuchtung

Es sollen aber demnächst bei einem abendlichen Rundgang Ideen und Konzepte für die künftige Beleuchtung der Sophienstraße mit den Einzelhändlern besprochen werden. Der schlechte Zustand des Gehwegs auf einer Seite der Straße ist der Verwaltung durchaus bekannt, unterstreicht Seiter. Aber eine schnelle Lösung könne man da nicht anbieten. Das Problem seien die Fahrzeuge, die im Sinne der Geschäftsleute auf dem Boulevard halten und abgestellt werden dürfen. Durch deren Gewicht zerbrechen immer wieder die empfindlichen Platten.

Längerfristig gebe es aber Pläne, auf den Gehwegen der Sophienstraße widerstandsfähigere Platten zu verlegen. Bis dahin werde der Zustand der Gehwege vor allem hinsichtlich der Verkehrssicherheit weiterhin wöchentlich kontrolliert. Gegebenenfalls veranlasse man Reparaturen durch den Bauhof.

Zum Artikel

Erstellt:
3. Januar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.