Klare Sache für Toni Hoffarth

Steinmauern (dm/ema) – Der neue Bürgermeister von Steinmauern heißt Toni Hoffarth. Er siegte klar mit 75,9 Prozent.

Tag der Freude: Toni Hoffarth und seine Ehefrau Nadine. Wann der neue Bürgermeister den Chef-Posten im Rathaus antreten kann, ist noch offen. Foto: Frank Vetter

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Tag der Freude: Toni Hoffarth und seine Ehefrau Nadine. Wann der neue Bürgermeister den Chef-Posten im Rathaus antreten kann, ist noch offen. Foto: Frank Vetter

Es ist kurz nach 19 Uhr, als Steinmauerns Bürgermeisterstellvertreterin Reinhilde Weisenburger mit den Worten „Habemus Schultheiß“ ans Mikrofon vor dem Bürgerhaus Alte Schule tritt – „wir haben einen Bürgermeister“. Es ist der Lokalmatador Toni Hoffarth, das Ergebnis fällt deutlich aus: 75,89 Prozent der Wähler haben für den 34-Jährigen gestimmt. Auf dem Vorplatz, wo sich corona-begrenzt an die 100 Interessierte versammeln dürfen, brandet Applaus auf, dann spielt der Musikverein, der sich in gebührendem Abstand aufgestellt hat.
Auf Harald Reinhard (54) aus Buchenbach entfallen 22,65 Prozent. 1,46 Prozent verteilen sich auf verschiedene andere, nicht auf dem Wahlzettel stehende Namen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 57,23 Prozent; das heißt: 1456 der 2544 Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben (1.435 gültig, darunter 631 Briefwähler). Das sind deutlich mehr als vor vier Jahren (35,1 Prozent), als sich Siegfried Schaaf letztmals zur Wahl stellte.

„Überglücklich über das am Ende doch sehr deutliche Ergebnis“ zeigt sich Toni Hoffarth, dankt für den „riesengroßen Vertrauensvorschuss“. Und wiederholt in seiner Ansprache, was er bereits bei der Kandidatenvorstellung sagte: „Steinmauern bringen wir nur gemeinsam voran.“ Die Einwohner sollen sich einbringen – „ich allein kann nichts bewegen“, baut er zudem auf vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Verwaltung. Dass in diesen Corona-Zeiten an diesem Abend nicht gefeiert werden kann – die Menschen harren mit Mund-Nasen-Schutz vor dem Bürgerhaus aus –, wolle man im Übrigen im nächsten Jahr nachholen, sobald sich die Lage wieder gebessert hat. „Schnellstmöglich“ wolle er den Posten im Rathaus antreten, sagt Hoffarth im BT-Gespräch. Zunächst gelte es aber, eine „geordnete Übergabe“ an seinem Arbeitsplatz im Benz-Werk Rastatt in die Wege zu leiten.

„Er kam, sah und siegte“

Wahlverlierer Harald Reinhard sagt, dass er mit solch einem Ergebnis nicht gerechnet habe. Bei seinen Hausbesuchen habe er „viele positive Rückmeldungen“ erhalten. Dass sich das nicht im Ergebnis niederschlug, führt er vor allem auf die niedrige Wahlbeteiligung zurück.

Das „überwältigende Ergebnis“ Hoffarths kommentiert der Erste Landesbeamte Dr. Jörg Peter, der als Vertreter des erkrankten Landrats die Glückwünsche der „kommunalpolitischen Familie“ im Landkreis überbringt, mit den Worten: „Er kam, sah und siegte.“ Hoffarth habe es geschafft, sein Heimspiel auch in einen Heimvorteil zu münzen – das sei nicht als selbstverständlich zu erachten. Dass er aus der Wirtschaft komme, könne für Steinmauern von Vorteil sein, etwa bei Themen wie Effizienz oder Digitalisierung, sagt Peter.

Die Bürgermeister aus Ötigheim und Bietigheim, Frank Kiefer und Constantin Braun, freuen sich, dass ein „junger Kollege in die MÖBS-Familie“ (Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim, Steinmauern) komme. Gemeinsam wolle man „interkommunal nach vorne denken“.

Reinhilde Weisenburger, die auch CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat ist, zeigt sich erfreut, „dass jemand aus der Gemeinde gewonnen hat“. Den seit vergangenem Jahr am Ratstisch sitzenden Toni Hoffarth hat sie als Kollegen kennengelernt, der „sehr aufgeschlossen“ und objektiv sei, gut zuhören könne, aber auch „sehr dezidiert seine Meinung sagt“. Als Steinmauerner wisse Hoffarth, was gut laufe und was noch fehlt, sagt Weisenburger, die einen Amtsantritt des Bürgermeisters Anfang Januar für realistisch hält.

Auch Martin Fettig, Fraktionsvorsitzender der Bürgervereinigung (BV), freut sich über die Wahl Hoffarths und auf die Zusammenarbeit. Zwar verliere man damit ein geschätztes Mitglied im Gemeinderat, das sei aber zu verschmerzen. „Ich denke, wir werden klarkommen miteinander“, sagt der Fraktionschef der Wählergemeinschaft (WGS), Claus Flößer. Er freue sich, „dass der Wähler klar und deutlich entschieden“ habe. Beide Kandidaten seien gut gewesen.

Alt-Bürgermeister Siegfried Schaaf, der der Ergebnis-Verkündung fernbleibt, erklärt gegenüber dem BT: „Steinmauern hat sich wieder für einen Kandidaten mit einer langfristigen Perspektive entschieden. Ich gratuliere Toni Hoffarth zu diesem klaren Ergebnis. Fast hätte er mein Ergebnis bei der ersten Wahl mit 77,77 Prozent geknackt. Nun hat er acht Jahre Zeit, sich als Fachfremder einzuarbeiten, begonnene Projekte umzusetzen und neue ,Duftmarken’ zu setzen.“


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