Klarer Sieg für Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck

Baden-Baden (moe) – Die Drittliga-Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck bezwangen am Samstag in Bühl die HSG Wittlich mit 30:21. Ein Spiel, das von viel Pflicht und wenig Kür geprägt war.

Paart Erfahrung mit Verantwortung: Desire Kolasinac (am Ball) netzt gegen die HSG Wittlich insgesamt 13 Mal ein. Foto: Marco Schreiber

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Paart Erfahrung mit Verantwortung: Desire Kolasinac (am Ball) netzt gegen die HSG Wittlich insgesamt 13 Mal ein. Foto: Marco Schreiber

Was für eine herausragende Saison die SG Steinbach/Kappelwindeck in der dritten Handball-Bundesliga aktuell spielt, war in den Gesichtern der Spielerinnen direkt nach dem neuerlichen Erfolg gegen die HSG Wittlich am frühen Samstagabend genau abzulesen. Dem Ergebnis entsprechend – die SG gewann letztlich klar mit 30:21 – gab es durchaus viele zufriedene Mienen. Bemerkenswerterweise aber auch einige Tränen, weil nicht jede Akteurin mit ihrer eigenen Leistung einverstanden war. Es mag nur eine kleine Randnotiz sein, doch sie verdeutlicht das neue Selbstverständnis des erfolgsverwöhnten Tabellendritten.

„Schönheitspreise gibt es für andere Spiele“, wusste auch Arnold Manz das Geschehen in der Bühler Großsporthalle richtig einzuschätzen. Vor allem in der ersten Halbzeit habe sein Team stellenweise „gar keinen Handball gespielt“, fügte der Trainer der Rebland-SG an und kritisierte damit nicht nur die teils schlechte, weil ungenügend vorbereitete Wurfauswahl, sondern auch das deutlich zu statische Angriffsspiel der Gastgeberinnen, die obendrein noch reihenweise Pech hatten, alleine in Hälfte eins zappelte ein halbes Dutzend Bälle nicht im Netz, sondern krachte ans Gebälk.

Solide Abwehr der Gäste aus der Südeifel

So lag die SG zwar zunächst mit 7:4 (13.) vorn, doch die Gäste aus der Südeifel, die in den ersten 30 Minuten eine sehr solide 6-0-Abwehr stellten, ließen sich nicht abschütteln, sondern glichen in Minute 24 sogar zum 9:9 aus. Manz drehte immer mal wieder an der Personalschraube, was sich letztlich auch in Form der 14:10-Pausenführung bemerkbar machte, die die eingewechselte Anna Bönte zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff erzielte. Der SG-Coach erklärte den eher mäßigen Auftritt im ersten Durchgang zum einen mit dem kurzfristigen Ausfall von Nadja Kaufmann sowie mit dem berechtigten Hinweis, dass es nicht immer ganz reibungslos laufen kann, wenn man wie seine SG drei Wochen kein Spiel bestritten hat.

Immer wenn es ein bisschen knirscht, ist es indes von Vorteil, wenn man Spielerinnen in seinen Reihen hat, die jede Menge Erfahrung mitbringen und – noch viel wichtiger – bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Desire Kolasinac war an diesem Samstagabend ein Paradebeispiel hierfür. Die bundesligaerfahrene Rückraum-Rakete markierte – angefeuert von ihren beiden Neffen auf der Tribüne – nicht nur 13 eigene Treffer, sondern hatte ein ums andere Mal auch ein besonders wachsames Auge für ihre Mitspielerinnen.

Youngster Helena Klöpfer absolviert Premierentreffer

Auch deshalb lief es in der zweiten Hälfte merklich besser für die Rebland-SG, bei der sich auch alle Torhüterinnen – Zoe Bürger, Ina Rahner, Olivia Blandl – jeweils auszuzeichnen wussten. Über 20:15 (41.) baute das Heimteam die Führung auf 27:20 aus (54.) – und hatte gar Muße für einige Kür-Elemente wie den von Kolasinac vollendeten Kempa-Trick zum 28:21 (57.). Für den aus SG-Sicht überaus erfreulichen Abschluss sorgte dann Helena Klöpfer. Der Youngster absolvierte nicht nur seine ersten Drittliga-Minuten, sondern mit dem Endstand zum 30:21 sogleich den Premierentreffer.

Und so fügte Arnold Manz auch seinem Fazit am Ende zurecht versöhnliche Worte hinzu: „Auch einen Pflichtsieg muss man erstmal einfahren. Das haben wir getan und sind in der Rückrunde immer noch ungeschlagen. Das darf man nicht vergessen.“

SG Steinbach/Kappelwindeck: Bürger, Rahner, Blandl – Kolasinac 13/4, Aliu 3, L. Bürger, Pfundstein, Bönte, Vierling, Riedl, Elies je 2, H. Klöpfer, Manz je 1, Jülg, Schipper.

HSG Wittlich: Irmgartz, Scharfbillig – Kucher 8/3, Armbros, Packmohr, Kappes je 3, Bach, Frank je 2, Keil, Czanik, Schieke, Lukanowski.

Schiedsrichter: Dennis Müller/Christof Seeger (Dettingen/Erms) – Zuschauer: 250 – Rote Karte: Czanik (HSG; 3x2/ 56.) – Zeitstrafen: 7/7.

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Erstellt:
14. März 2022, 08:00 Uhr
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