Klarinette lernen bleibt eine Herausforderung

Muggensturm (as) – „Ja, ich spiele noch und ja, es macht immer noch sehr viel Spaß“: In der Serie „Vom Ton zum Klang“ berichtet BT-Redakteurin Anja Groß von ihrem Selbstversuch, Klarinette zu lernen.

Mit neuen Stücken und neuen Ideen gibt es immer wieder Anreize zum Üben.  Foto: Anja Groß/Archiv

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Mit neuen Stücken und neuen Ideen gibt es immer wieder Anreize zum Üben. Foto: Anja Groß/Archiv

„Geh Du Alter Esel Hole Fische“ – der Merksatz für die Dur-Tonarten mit der entsprechenden Anzahl der Kreuzvorzeichen (G-Dur hat ein Vorzeichen, A-Dur zwei und so weiter) verfolgt mich schon bis in den Schlaf. In der Theorie klingt das ganz einfach. In der Praxis (beim Tonleitern üben) greife ich aber immer wieder daneben. Klarinette lernen bleibt eine Herausforderung, aber: Ja, ich spiele noch und ja, es macht immer noch sehr viel Spaß!

Auch wenn die Corona-Zwangspause auch in musikalischer Hinsicht kein Anlass zum Tirilieren war.

Aber damit ging es mir natürlich wie vielen Hobbymusikern, von den Profis mal ganz zu schweigen. Konzertabsagen, Verdienstausfall, keine Öffnungsperspektive – das ist existenziell und natürlich eine ganz andere Dimension.

Singen und Blasmusik waren wegen der Verteilung der möglicherweise mit Coronaviren belasteten Aerosole plötzlich mit das Schlimmste überhaupt, was man machen konnte – und damit Proben- und Schulungsbetrieb lange (gefühlt ewig lange) Zeit per Landesverordnung untersagt oder mit Unterbrechungen nur online möglich. Von Auftritten oder Konzerten ganz zu schweigen.

Zwischenzeitlich habe ich Unterricht bei Gerold Stefan in der Musikschule Gaggenau, der sich mit seinen Drei- und Vierklangübungen nicht nur beliebt macht.

Lernen im Online-Unterricht

Aber es wird mit neuen Ideen und immer wieder neuen Stücken auch nicht langweilig. Im Gegenteil: So ist immer wieder ein Anreiz da zu üben. Das hat mich eigentlich gut über den langen Lockdown mit Online-Unterricht getragen.

Wobei ich persönlich diesen als adäquaten Ersatz empfunden habe. Wir haben viel an der Technik gefeilt: Die Töne hart oder weich anstoßen, Lippenspannung, Grifftraining, meine (Ironie!) heiß geliebte chromatische Tonleiter (da wird jeder Halbtonschritt mitgespielt). Und ich musste (leider) feststellen: Mein Klarinettenlehrer hört auf die Online-Entfernung trotzdem oder gerade deswegen jeden falschen Ton. Der Arme!

Seit Kurzem ist nun endlich auch für Blasmusiker wieder Präsenzunterricht möglich – anfangs nur mit aktuellem negativen Schnelltest, mittlerweile ohne, aber mit Hygienekonzept, klar. Was das bedeutet? Maske auf bis ins Zimmer oder wenn man miteinander spricht beispielsweise, ein „Spucktuch“, wie ich es immer nenne, auf dem Boden ausbreiten, falls Speichel aus der Klarinette tropft (das klingt eklig, ist aber bei Blasinstrumenten normal), und (das kennen wir ja mittlerweile alle) Abstand halten. Funktioniert eigentlich ganz gut.

Neues beim Musikverein Muggensturm

Daniel Heck übernimmt das Anfängerorchester für Erwachsene, das voraussichtlich am 6. September neu startet und weitere Musikanten gerne willkommen heißt  Foto: Anja Groß

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Daniel Heck übernimmt das Anfängerorchester für Erwachsene, das voraussichtlich am 6. September neu startet und weitere Musikanten gerne willkommen heißt Foto: Anja Groß

Und was macht das Anfängerorchester für Erwachsene (AfE) des Musikvereins Muggensturm, durch das ich ja überhaupt erst zum Klarinettespielen gekommen bin? Immer noch Pause, doch es gibt erste Lebenszeichen, juhu! Und einen neuen Dirigenten. Weil Peter Müller das alles zu viel wird, will Daniel Heck sich ab September der erwachsenen Jungmusiker annehmen und ist schon sehr gespannt darauf, wie er im BT-Gespräch verrät. Der 35-Jährige dirigiert den Musikverein Hörden und das Bezirksjugendorchester, hatte schon eine Bläserklasse und spielt selber Klavier, Schlagzeug, Tuba, ein bisschen Akkordeon und Blockflöte und wohnt in Muggensturm, was ein glücklicher Zufall.

„Ich habe noch keine großen Pläne gemacht“, sagt er. Erstmal wolle er sich den „Leistungsstand“ des Anfängerorchesters anschauen, und dann entscheiden, was er daraus macht. Da bin ich auch gespannt, was wir nach so langer Zeit wohl noch können. Ganz klar ist für ihn dabei: „Der Spaß am Musizieren soll im Vordergrund stehen“ – das klingt doch schon mal gut, und er bestätigt meine Meinung: „Es ist nie zu spät, ein Instrument zu lernen!“

Da wir also mit dem Anfängerorchester voraussichtlich am 6. September quasi sowieso neu starten, sind auch weitere Musikanten herzlich willkommen. Wer gerne mit einsteigen möchte – wir freuen uns über Zuwachs! Infos gibt es per E-Mail unter: ausbildung@musikverein-muggensturm.de.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
19. August 2021, 14:24 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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