Kleiderkammer gibt Lebenszeichen

Rastatt (ema) – Die Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Rastatt meldet sich vorsichtig zurück – mit einem Bestell- und Abholservice.

Bedürftige können sich jetzt per „Click & Collect“ an die DRK-Kleiderkammer in Rastatt wenden. Foto: av

© pr

Bedürftige können sich jetzt per „Click & Collect“ an die DRK-Kleiderkammer in Rastatt wenden. Foto: av

Die Corona-Pandemie hat auch die Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Rastatt außer Gefecht gesetzt. Doch jetzt wollen die Ehrenamtlichen um Gisela Kunz, der Leiterin der Sozialarbeit, zumindest einen vorsichtigen Start wagen, um Hilfsbedürftige versorgen zu können – mit einem Bestell- und Abholservice (Click & Collect) in der Art, wie ihn auch der Einzelhandel kennt.

Seit mehr als einem Jahr ist die Kleiderkammer des Ortsvereins geschlossen. Lediglich im vergangenen Spätsommer öffnete man für rund vier Wochen die Pforten, ehe die Pandemie wieder einen Strich durch die Rechnung machte und sowohl Kleiderausgabe als auch -annahme lahmlegte.

Da für die Verantwortlichen schwer abzuschätzen sei, wann man wieder öffnen kann, hat Gisela Kunz jetzt eine Anregung aus dem Kreis der Helfer gerne aufgenommen, um den Bedürftigen einen Zugang zu Kleidung, Bettwäsche, Handtüchern und Schuhen zu ermöglichen und gleichzeitig den strengen Hygieneanforderungen zum Schutz der Besucher sowie Mitarbeitenden gerecht zu werden. Über ein Bestellformular können Interessierte die benötigten Textilien bestellen. Auf der Internetseite drk-ov-rastatt.de kann man ein Formular ausdrucken, das man dann ausgefüllt per Mail an info@drk-ov-rastatt.de schicken oder in den Briefkasten des DRK-Ortsvereins in der Eschenstraße 27 einwerfen kann. Das Team des DRK macht dann einen Abholtermin aus, um die Textilien vor dem DRK-Haus übergeben zu können.

Öffnung derzeit kein Thema

Trotz der Schließung habe sich im Laufe der Monate die Kleiderkammer weiter gefüllt; mittlerweile würden die Ehrenamtlichen sogar in den eigenen Kellern Textilien lagern, berichtet Gisela Kunz – obwohl man im Haus die Kleiderkammer auf einen weiteren Raum ausgedehnt habe. Lediglich im kleinen Rahmen habe man Ware abgeben können, so die Leiterin der Sozialarbeit – auf Nachfrage etwa an Obdachlose, an die Ärztin Dr. Evelyn Herz für ein Sozialprojekt in Burundi oder an die Streffer-Frauen in Au am Rhein, die mit der jetzt nicht mehr benötigten Winterware ihre bekannten Hausschuhe in Handarbeit fertigen.

Eine Öffnung der Kleiderkammer, wie es etwa in Gaggenau praktiziert wird, hält Gisela Kunz in Rastatt angesichts des Infektionsgeschehens derzeit nicht für verantwortbar. Auch der Kleidercontainer vor dem DRK-Haus bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Probleme wie andernorts, wo rund um die Kleidercontainer sich Müll stapelte, hat man in der Eschenstraße nicht.

Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass sich die vorsichtige Öffnung der Kleiderkammer herumspricht. Außerdem trägt sich Gisela Kunz mit dem Gedanken, mögliche Nutznießer direkt zu erreichen, etwa die Erntehelfer über die betroffenen Höfe in der Region.

Info: (0 72 22) 2 22 25.

Zum Artikel

Erstellt:
29. April 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.