Kleiderkammern in Gernsbach und Gaggenau gut gefüllt

Gernsbach/Gaggenau (BT) – Frieren muss keiner im Murgtal, jedenfalls nicht, wenn es mit winterlicher Oberbekleidung vermieden werden kann. Die DRK-Kleiderkammern sind proper gefüllt.

DRK Kleiderkammer Gaggenau: Horst Neuendorf, Dagmar Vogt, Hildegard Rieger und Christa Hilf (von links) verräumen neu eingegangene Spenden. Foto: Christiane Krause-Dimmock

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DRK Kleiderkammer Gaggenau: Horst Neuendorf, Dagmar Vogt, Hildegard Rieger und Christa Hilf (von links) verräumen neu eingegangene Spenden. Foto: Christiane Krause-Dimmock

In Gernsbach sieht es gegenwärtig sehr gut aus, ist der Leiter der Sozialarbeit, Franz Fischer, sehr dankbar für die vielen Spenden, die eingegangen sind. Aus dem ganzen Landkreis hätten diese den Weg nach Gernsbach gefunden, freut sich Fischer. Jetzt sei man für die Nachfragen gerüstet, die zuletzt vor allem im Flüchtlingsheim „Sonnenhof“ groß gewesen sei.

Auch seine Kollegen in Gaggenau können nicht klagen. „Bei Jacken für Herren ist die Auswahl allerdings gering“, vermutet Hildegard Rieger, dass Männer generell Kleidung länger tragen als Frauen. Das wiederum heißt keineswegs, dass die Garderobe, die in Gaggenau beim DRK zu haben ist, altbacken oder in die Jahre gekommen ist.

Negativbeispiele gibt es leider auch

Klar, was in Säcke gelangt und aus dem Container angeliefert wird, muss zunächst aussortiert werden. So manches, was hier vermeintlich großherzig abgegeben wird, entpuppt sich beim Auspacken als weniger schön. „Verschmutzte oder löchrige Kleidung können wir nicht weitergeben“, bittet Horst Neuendorf, der dem Ortsverein vorsteht, darauf zu achten, dass nur weitergegeben werden möge, was man selbst letztlich auch tragen würde. Negativbeispiele gibt es schon. Ein Sack, vollgepackt mit ausgedienter, farbverschmierter Kleidung, landete etwa beim DRK und von dort im Müll. So etwas sei ein echtes Problem.

Auch in Gernsbach kommt es vor, dass teilweise Abfälle über den Kleidercontainer entsorgt werden. Das ist nicht nur den Empfängern und den Ehrenamtlichen gegenüber respektlos. Auch die ordentliche Ware, wie sie die meisten Spender abgeben, kann dadurch kontaminiert werden. Auch ein Kaffeevollautomat, der in den Container geworfen wurde, hat das nicht überlebt und war am Ende nur mehr Schrott.

Im Großen und Ganzen lässt sich jedoch nicht nur sehen, was in der Kleiderkammer angeboten wird. Es lässt sich auch tragen oder eben nutzen. Eine Babywiege steht für ein Neugeborenes ebenso bereit wie Skianzüge für Kinder, Bettwäsche, teilweise sogar neuwertig, aber auch Oberbekleidung in vielen Größen und Stilrichtungen.

Für das Team eine echte Herausforderung. Denn Ordnung muss sein, damit die Waren nicht nur nach Geschlechtern, sondern ebenso nach Größen sortiert sind. Hier habe sich einiges geändert durch Corona, berichtet Horst Neuendorf. Schließlich gelten auch in der Kleiderkammer Corona-Regeln.

„Deshalb müssen wir leider mit Terminen arbeiten.“ Nur so ließe sich bewerkstelligen, dass die erlaubte Personenzahl in den Räumlichkeiten nicht überschritten wird. Folglich arbeiten zeitgleich auch weniger Ehrenamtliche in der Kleiderkammer, die bewusst als offene Einrichtung agiert.

„Hier kann jeder herkommen“

„Hier kann jeder herkommen“, hatte Hildegard Rieger kürzlich große Freude an einem jungen Mädchen, dass sich aus Gründen der Nachhaltigkeit Secondhand eingekleidet hat. So etwas kann schon mal vorkommen. Denn hier wird nicht nach Ausweisen gefragt.

Einzig die Sache mit dem Termin und der Nachverfolgung, die lässt sich im Moment zum Bedauern des Teams noch nicht so einfach vom Tisch wischen. Auch Kinder dürfen seit Ausbruch der Pandemie nicht mitgebracht werden.

Ihr Autor

Christiane Krause-Dimmock

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Erstellt:
28. Dezember 2021, 18:01 Uhr
Lesedauer:
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