Kleine Aktionen nicht ausgeschlossen

Von Veronika Gareus-Kugel

Murgtal(vgk) – Fastnachtsvereine im Murgtal wollen trotz Corona-Lockerungen an den Absagen großer Veranstaltungen festhalten: Ein Überblick.

Kleine Aktionen nicht ausgeschlossen

Erinnerung: Die Bleichhexen als Schwarzwaldmädel bei der Waldschädder-Sitzung in Gernsbach 2020.

Es ist wie verhext. Im vergangenen Herbst zeigte sich die versammelte Narrenschar noch zuversichtlich, dass es diesjährig zu keiner Absage karnevalistischen Treibens kommt. Mit dem Auftauchen der Virus-Variante Omikron lösten sich diesbezügliche Planungen von heute auf morgen im Nichts auf. Bleibt jedoch die Frage, ob es möglich wäre, nach einem sofortigen Wegfall aller Corona-Regeln närrische Sitzungen und gewohntes Fastnachtstreiben wieder aufleben zu lassen? Das BT hat sich bei einigen Vereinen umgehört. Die Antwort ist bei allen ein entschiedenes Nein.

Talhutzel Forbach: Der Schriftführer der Karnevalsvereinigung Talhutzel, Marco Merkel, erklärt dazu: „Wir als Talhutzel haben uns schon frühzeitig für eine Absage der Kampagne entschieden und wollen im Sommer stattdessen ein Festwochenende durchführen, und darauf liegt jetzt auch unser Fokus.“ Der Verein kann in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Merkel betont weiter, dass in der Kürze der Zeit das normale Programm nicht mehr hochgefahren werden könne. „Das wären halbe Sachen und das wollen wir nicht anbieten.“ Um nicht ganz auf Fastnächtliches zu verzichten, kreierten die Karnevalisten kurze Videos zu den Themen Prinzenpaar oder Fastnachtsorden, die sie bei Youtube hochgeladen haben.

Grokage Gaggenau: Für die Grokage Gaggenau ist nach der Fastnacht vor der Fastnacht, führt zur Programmgestaltung und zum Probengeschehen einzelner Gruppen der Vorsitzende Hans-Wolfgang Paulusch aus. Schritt für Schritt würden so das Programm der Fremdensitzungen, die Aktionen für den schmutzigen Donnerstag oder die närrische Ratssitzung am Rosenmontag vorbereitet. Um Beiträge zu erarbeiten, brauchte es viel Zeit. „Unser Ziel ist es Spaß, Stimmung, Freude und gute Laune ohne Einschränkungen zu verbreiten“, erklärt Paulusch, der sich genau dies für die nächste Fastnachtssaison wünscht. Der Vorsitzende will jedoch spontane Aktionen in der närrischen Zeit nicht ausschließen.

Gruppen sind nicht auf Sitzungen vorbereitet

Musikverein Reichental: Selbst wenn man wollte, wäre das Durchführen einer Sitzung nicht möglich. „Unsere Gruppen haben nichts vorbereitet“, betont auch Edith Wieland vom Förderverein des Musikvereins „Orgelfels“ Reichental. Auf dessen Konto gehen die in der Festhalle an Fastnachtsfreitag und Fastnachtssamstag erfolgreich durchgeführten Fastnachtssitzungen. In ihrer Kreativität lassen sich Reichentals Fastnachter dennoch nicht einschränken.

Unter dem Motto „Nicht 2G+, sondern 3F+ – „Fasent, Film, Fasentküchle und Kartoffelsuppe“ kreierte das Narrenvolk den „Spaßbooster“ mit Sitzungsmitschnitten aus den vergangenen Jahren. Erhältlich ist er unter anderem im Dorfladen.

Schlossbergteufel Obertsrot: Auch den Obertsroter Schlossbergteufeln blutete das Herz, zumal die Gruppe dieses Jahr ausgiebig ihr 22-jähriges Bestehen feiern wollte. Kein Stellen eines Narrenbaums am schmutzigen Donnerstag und im Anschluss keine Narrenparty im Kirchl sowie weitere Aktivitäten, zählt der Vorsitzende der Schlossbergteufel Obertsrot, Manuel Dörrer, auf.

Dieser zeigt sich zudem zuversichtlich, dass kurzfristige Planungen anlässlich des schmutzigen Donnerstags machbar wären, jedoch nur unter der Prämisse des kompletten Wegfalls aller CoronaRegeln. Dennoch so Dörrer: „Am Rosenmontag werden an der Ebersteinhalle die teuflischen Fasentboxen ausgegeben, welche man im Vorfeld bestellen konnte, und am Aschermittwoch wird es eine Verbrennung der Fasent im kleinen Kreis geben.“

Narrenzunft Hörden: „Die Entscheidung der Landesregierung, unter gewissen Bedingungen doch noch Fastnachtsumzüge zuzulassen, kam für uns zu spät“, meint der erste Zunftmeister der Narrenzunft Hörden, Ruben Schnepf. Er zählt auf, was von mobilen Toiletten, über den Wagenbau bis hin zu Sicherheitspersonal für einen reibungslosen Umzugsablauf alles organisiert werden müsse. Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass in Schmalzloch gefeiert werde – im kleinen Kreis versteht sich und vielleicht im Rahmen positiv besetzter Spaziergänge durch das Dorf.

Waldschädder Gernsbach: Ähnliches führt der Vorsitzende der Waldschädder Gernsbach, Armin Wild, aus. Deren Holzmaskenumzug ist eine Woche vor Fastnacht ein sicherer Garant für Schabernack und ausgelassene Stimmung in den Gassen von Gernsbach. Wild zeigt sich maßlos enttäuscht und traurig, dass auch in diesem Jahr närrische Traditionen keine Plattformen finden können. „Ich hoffe, dass es nie mehr so kommt“, sagt Wild.

Schäger Michelbach: Auch Achim Schäfer, Vorsitzender der Schäger Michelbach, hätte sich gerne eine normale Fastnacht gewünscht. Keine Chance gibt er dem Organisieren einer Fremdensitzung innerhalb kürzester Zeit. Das wäre extrem schwierig geworden, denn neben den Akteuren auf der Bühne werden zusätzlich viele Helfer gebraucht. Abschließend fügt Schäfer hinzu, dass er Bammel habe, dass im kommenden Jahr wieder das Gleiche passieren könnte.