Klimaaktivisten wollen Druck ausüben

Stuttgart (bjhw) – „Konstruktive Atmosphäre“: Die grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen starten mit ersten Detailgesprächen.

Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detze mit einem Forderungskatalog von „Fridays for Future“. Foto: Marijan Murat/dpa

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Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detze mit einem Forderungskatalog von „Fridays for Future“. Foto: Marijan Murat/dpa

Mit einem Sieben-Punkte-Sofortprogramm wollen die Klimaaktivisten von Friday for Future (FFF) in Baden-Württemberg bei den grün-schwarzen Koalitionsverhandlern Druck machen. „Handeln Sie endlich, denn dafür stehen wir seit zwei Jahren auf der Straße“, drängt die 16-jährige Jule Pehnt zum Auftakt der umweltpolitischen Fachgespräche in Stuttgart. Zwar seien die Vereinbarungen im Sondierungspapier anzuerkennen, sie reichten aber nicht aus, um im Land das angestrebte 1,5-Grad-Ziel tatsächlich einzuhalten.

Auch die Rastatterin Jessica Stolzenberger ist nach Stuttgart gekommen und will „den Druck aus dem Landtagswahlkampf in die Verhandlungen tragen“. In den Sondierungsgesprächen sei einiges erreicht worden, „aber eben nicht genug“. In einer schmalen Mappe sind die eigenen Vorstellungen zusammengefasst, die Umweltminister Franz Untersteller und der Grünen-Landesvorsitzenden Sandra Detzer überreicht werden. Der CDU-Verhandlungsführer und Konstanzer Bundestagsabgeordnete Andreas Jung stellt sich ebenfalls dem Gespräch. Neben der Energie- kommt aus der Sicht von FFF vor allem die Wärmewende zu langsam voran. „Stimmt“, bestätigt Untersteller, „uns ist schon auch aufgefallen, dass Dinge fehlen.“ Daran müsse jetzt gearbeitet werden. Auch er nennt den Wärmesektor, der 30 Prozent des CO2-Ausstoßes verursache. Bereits verpflichtet haben sich Grüne und CDU zum Bau von bis zu 2.000 Windrädern oder einer Solarpflicht auf allen Neubauten und bei Dachsanierungen.

Acht Arbeitsgruppen gestartet

Zu den FFF-Vorschlägen, die sofort realisiert werden sollen, zählt die Einführung eines einzigen „Meat Days, im Sinne eines Sonntagsbratens“ pro Woche in landeseigenen Mensen an Schulen, in Universitäten und Verwaltungen.

Insgesamt sind gestern acht Arbeitsgruppen in die Detailgespräche gestartet. Bis Mittwochabend soll die erste Runde abgeschlossen sein. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir Anfang Mai einen guten Koalitionsvertrag präsentieren können“, so Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz. Die Atmosphäre sei sehr konstruktiv, alle seien gewillt, zu einem Aufbruch und Neustart beizutragen.

Ihr Autor

BT-Korrespondentin Brigitte J. Henkel-Waidhofer

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Erstellt:
19. April 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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