Klimaschutz mit Humor: Bühler schreiben Buch

Bühl (nad) – Zwei ehemalige Windeck-Schüler schreiben ein Buch zum Thema Klimaschutz. In „Erde gut, alles gut“ geben sie simple und gewitzte Tipps, wie der eigene Alltag grüner gestaltet werden kann.

Klimaschutz kann cool sein, beweist Autor Lukas Gisbrecht im BT-Gespräch in Bühl. Foto: Natalie Dresler

© nad

Klimaschutz kann cool sein, beweist Autor Lukas Gisbrecht im BT-Gespräch in Bühl. Foto: Natalie Dresler

Klimaschutz muss nicht langweilig und schon gar nicht schwer sein, das möchten die ehemaligen Windeck-Schüler Lukas Gisbrecht und Lukas Wittmann mit ihrem Buch „Erde gut, alles gut“ zeigen. 101 Tipps und Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag geben die beiden Freunde darin und beleuchten das ernste Thema mit einer Portion Witz und jeder Menge Einfallsreichtum.

Noch ist das Buch nicht veröffentlicht, aber mit ihrem gleichnamigen Instagram-Account geben die beiden schon jetzt einen Vorgeschmack darauf. Auch wenn beim Thema Klimaschutz eigentlich niemandem so wirklich zum Lachen zu Mute ist – schließlich ist der Klimawandel längst in vollem Gange und die Last der Weltrettung auf eines jeden Schultern spürbar – muss man bei den Beiträgen von Lukas Wittmann (27) aus Vimbuch und Lukas Gisbrecht (26) aus Greffern einfach schmunzeln: „Die Luken“, wie sich die Freunde nennen, schaffen es, die ernste Thematik humorvoll und spielerisch zu vermitteln, und motivieren mit ihren Beiträgen dazu, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun und den eigenen Alltag grüner zu gestalten.

Und genau das wollen die beiden erreichen, wieder „Lust auf das Thema machen“, erklärt Gisbrecht im BT-Gespräch. „Das ganze Ernste hörst du ja den ganzen Tag – mach doch mal wieder bisschen Humor mit rein“, so beschreibt er die Idee hinter dem Projekt. Im Buch thematisieren sie gängige Klimakonflikte aus dem Alltag, von Plastikmüll bis Wasserverschwendung, und zeigen einfach umsetzbare Alternativen als Lösung auf.

Ein echtes „Green-Dream-Team“: Oekom-Verlag, Lukas Gisbrecht, Paul Fuchs und Lukas Wittmann (von links). Illustration: Paul Fuchs

© pr

Ein echtes „Green-Dream-Team“: Oekom-Verlag, Lukas Gisbrecht, Paul Fuchs und Lukas Wittmann (von links). Illustration: Paul Fuchs

Auf dem Instagram-Profil finden sich Statements wie „Niemand mag geschmolzenes Eis. Weder in der Waffel, noch an den Polkappen“, simple aber gewitzte Tipps und ansprechende Illustrationen im Comic-Design von Grafiker und Freund Paul Fuchs, die den Stil des Buchs schon gut erahnen lassen.

Seit gut einem Jahr arbeiten die Freunde nun schon gemeinsam an dem Buch – und zwar telefonisch. Wittmann lebt mittlerweile nämlich in Hamburg, Gisbrecht tourt mit einem selbst umgebauten alten Krankenwagen durch Europa und ist aktuell auf „Durchreise“ im Heimaturlaub. Und genau in solch einem kam den beiden auch der Gedanke, zusammen ein Buch zu veröffentlichen. Schon lange machen sie gerne kreative Dinge gemeinsam, beispielsweise nahmen sie einem Freund ein Hörbuch zum Geburtstag auf. Daraufhin wurde eine Weile mit verschiedenen Buchideen „herumgeblödelt“, bis sie sich dann für ein „sinnvolles“ Buch entschieden, erzählt Gisbrecht. Denn beim Klimaschutz könne sich seiner Meinung nach niemand rausnehmen, „es müssen alle mitmachen“, unterstreicht er die Absicht, die er und Wittmann mit „Erde gut, alles gut“ hegen.

Per Crowdfunding ins Bücherregal

Mit ihrer ausgereiften Idee und einer Leseprobe fragten sie dieses Jahr bei verschiedenen Verlagen an und haben mit dem Münchener Verlag „Oekom“ einen Partner gefunden, der den beiden mehr als zusagt: Denn „Oekom“ ist auf Ökologie und Nachhaltigkeit spezialisiert, druckt seine Bücher auf Recyclingpapier in Deutschland und schweißt diese nicht in Plastik ein – er „passt also perfekt zu unserem Projekt“, betonen die Freunde auf Instagram.

Jetzt fehlt nur noch das nötige Kleingeld, denn das Buch entsteht per Crowdfunding, das heißt, eine gewisse Summe, konkret 9.700 Euro, muss mit Vorbestellungen erreicht werden, damit es gedruckt und ab November in Buchläden verkauft werden kann.

Zwei Wochen nach Start des Crowdfunding am 3. August wurde schon mehr als die Hälfte erreicht, nämlich 5.740 Euro (Stand 17. August), verkündet Gisbrecht stolz. Bis zum 30. September wird noch Geld gesammelt, bis dahin geben die Autoren weiterhin Kostproben auf Social Media und hoffen, dass die Mindestsumme geknackt wird. Auf die Frage, ob sie bei Nichterreichen aus eigener Tasche aufstocken werden, antwortet Gisbrecht lachend. „Kommt darauf an, wie viel dann noch fehlt“, sagt er und zeigt sich gleichzeitig zuversichtlich, dass ihr Projekt ausreichend finanziell unterstützt wird, denn bei Freunden und Verwandten käme es sehr gut an.

Heimische Naturschönheit soll erhalten bleiben

Trotz – oder vielleicht gerade wegen seiner vielen Reisen – liegt ihm die heimische Natur mit den Wäldern und Weinbergen sehr am Herzen. „Es wäre schön, wenn das noch erhalten bleibt“, betont er und spielt damit auf die vielen durch den Klimawandel ausgelösten Katastrophen an, die man tagtäglich auf der ganzen Welt und auch in Deutschland vor Augen geführt bekommt. Sein persönliches „Schmankerl“ aus dem Buch, das ihm im BT-Gespräch spontan einfällt? „Rosen sind rot, Veilchen sind blau – in Steingärten nicht, die sind scheiße und grau.“

Mehr Infos zum Buch und Vorbestellung im Internet. www.oekom-crowd.de/projekte/erde-gut-alles-gut

Ihr Autor

BT-Volontärin Natalie Dresler

Zum Artikel

Erstellt:
21. August 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 17sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.