Klinikneubau: Rastatt will zwei Standorte anbieten

Rastatt (ema) – Wohin kommt ein möglicher Neubau des Klinikums Mittelbaden? Die Stadt Rastatt bringt zwei Standorte ins Spiel.

Zwei Alternativen in Rastatt: das RSC/DJK-Gelände (oben links) und Merzeau (rechts). Foto: W. Walter

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Zwei Alternativen in Rastatt: das RSC/DJK-Gelände (oben links) und Merzeau (rechts). Foto: W. Walter

In der Frage, wo ein möglicher Neubau eines Klinikums Mittelbaden (KMB) stehen könnte, geht die Stadt Rastatt mit zwei Standortvorschlägen ins Rennen: das Merzeau-Gelände am südlichen Stadteingang sowie das Areal des Rastatter SC/DJK.
Der Gemeinderat hat sich laut städtischer Pressemitteilung am Samstag bei einer Klausursitzung in der Badner Halle mit dem Thema befasst. Acht mögliche Flächen stellte die Verwaltung den Ratsmitgliedern nach einer Standort-Untersuchung des Planungsbüro Astoc vor. Grundsätzlich geeignet, so das Ergebnis der Analyse, seien das Merzeau-Gelände und die Sportplätze des RSC/DJK.

Nachhaltige Versorgung

Ausgangspunkt der Diskussion waren die Ergebnisse des Strukturgutachtens des Klinikums Mittelbaden, das im Juli vorgestellt wurde (wir berichteten). Dem Gutachten zufolge besteht an allen drei Akutkliniken – Baden-Baden, Bühl und Rastatt – ein erheblicher Sanierungsbedarf.

Das Gutachten kommt weiter zu dem Ergebnis, dass ein zentrales Klinikum für den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt bei gleichzeitiger Schließung der anderen Klinikstandorte die wirtschaftlichste Lösung sei. Aber auch bei einer Zwei-Standort-Lösung mit Kliniken in Rastatt und Baden-Baden geht das Gutachten von jeweiligen Neubauten oder Bestandssanierungen an den Standorten aus. Schon im kommenden Jahr wollen die Gesellschafter – der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden – über die Zukunft des Klinikums und der derzeitigen Klinikstandorte entscheiden.

Mit dem jetzigen Vorschlag will die Stadt eine „nachhaltige Krankenhausversorgung“ in Rastatt gewährleisten. Das gelte sowohl für die Ein-Standort-Lösung als auch für die Variante mit zwei Standorten. Die Stadt Rastatt wolle auf jeden Fall mit mindestens einem geeigneten Standort in den „Standortwettbewerb“ gehen, wird Bürgermeister Arne Pfirrmann zitiert.

Auf BT-Nachfrage erklärte die Pressestelle, dass Kriterien wie Grundstücksgröße und Verkehrsanbindung den Ausschlag für die Favoriten gegeben hätten. Wohin man im Fall der Fälle den RSC/DJK verlagern würde, sei offen. Auf dem Merzeau-Gelände war nach dem letzten Stand der Dinge eine Wohnbebauung und eine Aufforstung im Gespräch. Bürgermeister Pfirrmann betont in der Mitteilung, dass man umgehend das Gespräch mit potenziell betroffenen Nutzern führen und gleichzeitig für sie „eine gute, alternative Lösung“ finden wolle.

In einer der nächsten Sitzungen soll der Gemeinderat nun die Verwaltung beauftragen, die beiden favorisierten Standorte weiter zu untersuchen und offene Fragen zu klären.


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