Klinikum Karlsruhe: Fortschritte bei Covid-Behandlung

Karlsruhe (win) – Das Städtische Klinikum Karlsruhe reduziert seine Corona-Normalstationen, die Auslastung der Intensivbetten ist aber weiter hoch.

Trotz zuletzt spürbar rückläufiger Infektionszahlen bereiten die Corona-Mutationen den Mitarbeitern des Städtischen Klinikums Karlsruhe Sorgen. Foto: Städtisches Klinikum Karlsruhe/Archiv

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Trotz zuletzt spürbar rückläufiger Infektionszahlen bereiten die Corona-Mutationen den Mitarbeitern des Städtischen Klinikums Karlsruhe Sorgen. Foto: Städtisches Klinikum Karlsruhe/Archiv

Im Städtischen Klinikum Karlsruhe hofft man, schon bald wieder ein Stück in Richtung Normalbetrieb gehen zu können. Ab Montag, 1. Februar, sollen die Covid-Normalstationen von derzeit drei auf zwei reduziert werden und in den sogenannten „konservativen Fächern“ hofft man, den Betrieb dosiert wieder hochfahren zu können.
In den chirurgisch/operativen Fachabteilungen ändert sich hingegen vorläufig nichts. Weiterhin können dort nur Notfälle und dringend erforderliche Fälle behandelt werden. Auch die Auslastung der Covid-Intensivstationen ist weiterhin so hoch, dass vorerst die Bettenzahl nicht verringert werden kann. Am Sonntag waren zwölf der 16 in diesem Bereich zur Verfügung stehenden Betten belegt, vier Patienten mussten beatmet werden.

Trotz zuletzt spürbar rückläufiger Infektionszahlen rechnet der Medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Michael Geißler, mit einer Entspannung im Intensivbereich erst ab Mitte Februar. Impfungen würden im Klinikalltag bisher überhaupt keine Rolle spielen, dafür gebe es aber deutliche Fortschritte bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen. Die Sterberate bei Patienten, die so schwer erkranken, dass sie ins Klinikum eingeliefert werden müssen, liege aktuell bei ungefähr zehn Prozent und damit nur noch halb so hoch wie in der ersten Pandemiewelle im Frühjahr. Trotzdem sei Corona weitaus tödlicher als andere Krankheiten. Auch sei der sogenannte R-Wert mit 0,9 noch immer entschieden zu hoch. Vor allem mit Blick auf die inzwischen immer häufiger auftretenden Mutationen gebe es deshalb keinen Grund, „Druck vom Deckel zu nehmen“, so Geißler.

Die Mutante bereitet dem Klinikum Karlsruhe Sorgen

„Die Mutante muss uns eine Warnung sein“, sieht auch Dr. Martin Bentz, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik III, die Entwicklung weiterhin mit Sorge. Nur wenn es weiterhin konsequent gelinge, die Infektionszahlen zu reduzieren, dürfe auf Lockerungen gehofft werden.

Im Klinikum selbst fährt man weiterhin eine strenge Teststrategie der eigenen Mitarbeiter. Je nach Arbeitsbereich würde das eingesetzte Personal zum Teil wöchentlich getestet. Auf diese Weise sei es bisher gelungen, die Zahl der Infektionen unter den Beschäftigten auf sehr geringem Level zu halten. Stand Sonntag, 31. Januar, waren im Klinikum lediglich zehn Mitarbeitende positiv getestet und deshalb in Quarantäne, 22 weitere befinden sich wegen Kontakten zu Infizierten in Quarantäne oder sind mit einem Berufsverbot belegt. Damit stehe man auch im nationalen Vergleich sehr gut da, merkt Geißler an. Bentz und er hoffen, dass in rund zwei Wochen alle „covidnahen“ Mitarbeiter geimpft sind, weitere 850 Mitarbeitende sollen im Rahmen der Prioritätsstufe II – voraussichtlich ab Mitte März – geimpft werden. Entsprechende Listen würden bereits vorbereitet.

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Erstellt:
1. Februar 2021, 16:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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