Klinikum Mittelbaden hakt 2020 ab

Baden-Baden (tas) – Corona hat das Krankenhausgeschäft verteuert, nun bewegt sich das KMB wieder in „normalem“ Fahrwasser.

Betten freihalten für Corona-Patienten: Covid-19 hat das Klinikum Mittelbaden 2020 deutlich belastet. Foto: Andrea Fabry/KMB

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Betten freihalten für Corona-Patienten: Covid-19 hat das Klinikum Mittelbaden 2020 deutlich belastet. Foto: Andrea Fabry/KMB

Die vierte Corona-Welle steht vor der Tür, doch dass es noch einmal so schlimm werden wird wie im vergangenen Jahr, damit rechnet Thomas Iber nicht. Der Medizinische Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden (KMB) sieht im Impffortschritt in Deutschland einen entscheidenden Trumpf im Kampf gegen die Delta-Variante des Virus, der die Aufnahmekapazitäten der Kliniken schonen dürfte.

2020 war das noch ganz anders. In diesem Jahr hatte Corona den Krankenhaus- und Pflegebetrieb durcheinandergewirbelt, was sich massiv auf die Auslastung des KMB und am Ende auch auf die Einnahmen ausgewirkt hatte. Zwar stieg der Umsatz des Klinikums im Geschäftsjahr 2020 auf 246,5 Millionen Euro (2019: 239,1 Millionen Euro) an, doch die Belastungen waren überproportional hoch und sorgten unter dem Strich für einen Verlust von 10,45 Millionen Euro.

Pauschalen des Bundes reicht nicht aus

„Wir hatten in allen Bereichen Erlösrückgänge zu verzeichnen“, sagt der Kaufmännische Geschäftsführer Daniel Herke. So versorgten die Kliniken des Verbunds im vergangenen Jahr gut 32.400 Patienten stationär, ein Rückgang von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Am Klinikstandort Baden-Baden Bühl waren es rund 21.750 (2019: etwa 24.600), in Rastatt-Forbach knapp 10.700 (2019: rund 13.750).

Die Pauschalen des Bundes für die Freihaltung von Betten für Corona-Patienten oder die Corona-Prämie für die Mitarbeiter reichten laut Herke nicht aus, um die – vor allem durch die Pandemie bedingten – Mehrkosten zu decken. Auch die Umstrukturierungen an den KMB-Standorten seien durch Corona vollständig aufgezehrt worden. Hinzu kamen Unsicherheiten beim Pflegebudget.

Zum Vergleich: 2019 hatte das KMB einen Verlust von 8,3 Millionen Euro ausgewiesen. Die Covid-Wellen haben damit die Pläne der KMB-Führung durchkreuzt, für 2020 eine Trendwende beim Ergebnis hinzubekommen. Denn eigentlich sollte der Fehlbetrag auf rund 5,5 Millionen Euro gedrückt werden. Nun aber müssen die Gesellschafter des Gesundheitsdienstleisters, die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt, ein Finanzloch von zehn Millionen Euro schließen. Das sie das täten, sei ein „starkes Commitment der Gesellschafter“, sagt Herke.

In diesem Jahr will das KMB wieder in „normalem“ Fahrwasser unterwegs sein. Die Situation im Juni deutet bereits darauf hin, dass dies gelingen könnte. „Die Richtung ist positiv und bedeutend besser als 2020“, sagt Herke. Denn die Patientenzahlen lägen wieder auf dem Niveau von 2019 und innerhalb der Planungen der Geschäftsführung.

Impfquote von derzeit 70 Prozent

„Wir sind gespannt, wie sich das weitere Jahr entwickeln wird“, sagt Iber mit Blick auf die Patienten. Viele von ihnen seien aufgrund von Corona gehemmt gewesen, in eine Klinik zu gehen. Das könnte Folgeschäden durch ausgelassene Behandlungen bedeuten.

Das KMB beschäftigt derzeit 1.494 Vollzeitkräfte in ihren Akutkliniken, hinzu kommen 383 Mitarbeiter in den Pflege- und Behinderteneinrichtungen und 35 Sonstige. In den Kliniken seien rund 70 Prozent der Mitarbeiter vollständig gegen Covid-19 geimpft, in zwei Monaten soll der Anteil auf 80 Prozent ansteigen, wenn 200 zuvor im privaten Bereich erkrankte und nun genesene Beschäftigte ebenfalls ihre Impfung erhalten haben.


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