Klinikum Mittelbaden hat noch Kapazitäten

Baden-Baden (fk) – Im Klinikum Mittelbaden stehen nach Aussage des Medizinischen Geschäftsführers Dr. Thomas Iber noch ausreichend Kapazitäten für weitere Corona-Patienten zur Verfügung.

Ehe sich ein Impfstoff auf die Infektionszahlen auswirkt, dauert es wohl bis Frühjahr, schätzt Dr. Thomas Iber vom KMB, wie auch andere Experten. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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Ehe sich ein Impfstoff auf die Infektionszahlen auswirkt, dauert es wohl bis Frühjahr, schätzt Dr. Thomas Iber vom KMB, wie auch andere Experten. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Auch zwei Wochen nach dem Start des Teil-Lockdowns fehlt es weiter an deutlichen Anzeichen für eine Trendumkehr beim Infektionsgeschehen. Die Gesundheitsämter meldeten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge dem Robert Koch-Institut (RKI) am Montag 10.824 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. In Mittelbaden stieg die Zahl der Infizierten von Freitag auf Montag um 123 auf insgesamt 2.632. Die Lage im Klinikum Mittelbaden (KMB) ist indes noch so gut, dass der reguläre Betrieb weitestgehend aufrecht erhalten werden kann.

Spitze vor zehn Tagen

27 Covid-19-Patienten werden aktuell behandelt, sechs davon auf der Intensivstation. Aus Sicht des Medizinischen Geschäftsführers des KMB, Dr. Thomas Iber, bedeuten diese Zahlen allerdings eine Art Gleichgewicht. „Wir haben bei uns im Klinikum eine interessante Entwicklung durchlebt. Während bundesweit die Zahlen noch steigen, hatten wir unsere Spitze mit 40 Covid-positiven Patienten bereits vor zehn Tagen“, bilanziert Iber gestern Nachmittag im BT-Gespräch. Aktuell hielten sich die Zahl der genesenen Corona-Kranken und die der Neuerkrankten in etwa die Waage.

Infektionsgeschehen auf stabilem Niveau

Iber rechnet darüber hinaus nach momentanem Stand nicht mit einem sprunghaften Anstieg der Patienten auf der Intensivstation – auch wenn die Entwicklungen der Behandlungszahlen dem infektologischen Geschehen um mehrere Wochen hinterherhinken. Der Versatz beträgt Iber zufolge zwischen zehn und 14 Tagen, im Hinblick auf die Intensivstation noch mal fünf bis zehn Tage mehr. „Die aktuellen Zahlen auf der Intensivstation bilden also in etwa den Stand der Herbstferien ab.“ Doch das Infektionsgeschehen sei in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt schon seit Längerem auf einem stabilen Niveau, eine größere Welle an Patienten daher momentan nicht absehbar.

Das ermöglicht dem Klinikum, derzeit gut 90 Prozent des regulären Betriebs aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig bedeutet das Iber zufolge, dass noch ausreichend Kapazitäten für weitere Corona-Patienten zur Verfügung stünden. „Sollte es zu einem größeren Anstieg kommen, müssten wir von Stufe zwei auf Stufe drei umstellen, was eine Einschränkung des Regelbetriebs zugunsten der Corona-Betreuung bedeuten würde.“

Kortisonspräparat kann Sterblichkeit senken

Positive Rückmeldungen kann Iber auch im Hinblick auf Behandlungsmethoden und Medikamente geben. Während er beim ersten Lockdown Ende März noch konstatieren musste, dass es keine wirklich wirksamen Medikamente gebe, habe sich mittlerweile das Verabreichen eines Kortisonpräparats bei stärker erkrankten Patienten dahingehend bewährt, dass die Sterblichkeit gesenkt werden könne. Das sei durch Studien belegt. Das in aller Munde befindliche Medikament Remdesivir werde hingegen nur in Ausnahmefällen verabreicht, da seine Wirksamkeit nicht hinreichend bewiesen sei.

Keine Engpässe bei Schutzkleidung

Beim Blick auf das Thema Impfstoff teilt Iber die vorsichtige Einschätzung des Biontech-Vorstandes Ugur Sahin. Das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer hatten als erste westliche Hersteller vielversprechende Daten zu einem funktionierenden Impfstoff vorgelegt. Sahin rechnet der dpa zufolge erst im April mit ersten Effekten des Impfstoffes auf die Infektionszahlen. Iber sagte dazu: „Dieser Innovationssprung bei der Entwicklung von Impfstoffen stimmt mich hoffnungsfroh, doch selbst wenn der Impfstoff zu Beginn des kommenden Jahres zugelassen wird, wird er in diesem Winter noch keinen Einfluss haben. Da müssen wir noch anders durchhalten.“

Positiv beurteilt er indes die Versorgungslage. Es gebe keine Engpässe bei der Beschaffung der nötigen medizinischen Materialien und von Schutzbekleidung.


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