Klinikum Mittelbaden muss Corona-Bereich erweitern

Baden-Baden/Rastatt (fk) – Am 22. Dezember hat das Klinikum Mittelbaden seinen Covid-Bereich um eine dritte Station erweitern müssen. Der Normalbetrieb sei dadurch in Teilen eingeschränkt.

Durschnittlich rund 50 Corona-Patienten sind derzeit im Klinikum Mittelbaden in Behandlung. Symbolfoto: Florian Krekel/Archiv

© fk

Durschnittlich rund 50 Corona-Patienten sind derzeit im Klinikum Mittelbaden in Behandlung. Symbolfoto: Florian Krekel/Archiv

Im Zuge der Impfdebatte von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, ist das Klinikum Mittelbaden (KMB) mit der Behandlung von Coronapatienten schon vor Wochen an seine Belastungsgrenze gestoßen. „Am 22. Dezember um 20 Uhr mussten wir unseren Covid-Bereich um eine dritte Station erweitern“, sagte der medizinische Geschäftsführer des KMB, Dr. Thomas Iber am Freitag. Der Normalbetrieb sei dadurch in Teilen eingeschränkt.
Seitdem arbeite das Klinikum unter absoluter Höchstbelastung mit durchschnittlich rund 50 Corona-Patienten in stationärer Behandlung. Zehn von ihnen würden aktuell beatmet, sechs seien auf der Intensivstation. Positiver Lichtblick: Die befürchtete Spitzenbelastung durch die Weihnachtsfeiertage bleibt Iber zufolge bisher aus. Die war vom KMB eigentlich erwartet worden, da sich die Weihnachtsfeiertage mit gelockerten Bestimmungen und wohl auch vielen Regelverstößen seitens der Bürger in den Fallzahlen im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden deutlich bemerkbar gemacht haben. „Die Zahlen am 5. und 6. Januar waren deutlich erhöht – das ist eine direkte Folge der Feiertage“, so der für das Gesundheitsamt zuständige Landkreisdezernent Stefan Biehl.

Durchschnittlich habe es seit dem Beginn des Lockdowns 50 Neuinfektionen pro Tag in Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden gegeben. Das Infektionsgeschehen sei immer noch diffus und weiter ein Anstieg an Infizierten bemerkbar. Dieser habe sich allerdings zuletzt etwas verlangsamt. Positiv hob er zwei Entwicklungen hervor. Es habe immerhin elf Tage gegeben seit Lockdownbeginn, an denen mehr Leute aus der Quarantäne entlassen wurden, als Neuinfektionen registriert wurden. Außerdem sei die Zahl der Kontaktpersonen von Infizierten seit Oktober stetig rückläufig. Von zehn bis 15 Personen im Oktober über fünf bis sechs im November auf durchschnittlich 4,6 im Dezember und zuletzt auf 4,3 im Schnitt.

50 Prozent der Todesfälle in Heimen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in beiden Kreisen 136 Todesfälle zu beklagen (Stand: 8. Januar 14 Uhr). Rund 50 Prozent davon betrafen Bewohner von Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen. Diese seien daher, das betonten alle Verantwortlichen der Kreise, daher besonders schutzwürdig. Die von den überregionalen Impfzentren ausgesandten mobilen Impfteams sollen bis 22. Januar mindestens vier Heime im Landkreis Rastatt komplett geimpft haben, im Stadtkreis Baden-Baden wurden bisher 64 Bewohner und 54 Mitarbeiter von zwei Heimen geimpft.

Im Mittelbaden hat sich die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen unterdessen von Donnerstag auf Freitag (Stand: 14 Uhr) um 77 auf insgesamt 5 638 erhöht. Sie verteilen sich auf den Landkreis Rastatt (4 565, plus 70) sowie den Stadtkreis Baden-Baden (1 073, plus 7). 073, plus 7).

Fünf weitere Personen verstorben

Die meisten Neuinfektionen gab es in der Stadt Rastatt (18), gefolgt von Gernsbach (10), Gaggenau (9), Rheinmünster, Baden-Baden (je 7), Bühl (5), Lichtenau (4), Muggensturm (3), Bietigheim, Bischweier, Kuppenheim, Loffenau, Ottersweier (je 2) sowie Durmersheim, Forbach, Sinzheim und Weisenbach (je 1).

Fünf weitere Patienten sind verstorben, vier aus dem Stadtkreis und ein Patient aus dem Landkreis. Sie gehörten den Altersgruppen 80 bis 89 Jahre (4) sowie 90 Jahre und älter (1) an. 5 038 Infizierte gelten als genesen, 71 mehr als am Vortag. Damit gibt es 464 aktive Fälle (plus 1) – und zwar in Rastatt (89), Baden-Baden (71), Bühl (43), Gaggenau (42), Rheinmünster (40), Gernsbach (35), Durmersheim (17), Sinzheim (16), Lichtenau (15), Ottersweier (12), Bietigheim, Bühlertal, Hügelsheim (je 11), Kuppenheim (8), Iffezheim, Muggensturm (je 7), Elchesheim-Illingen (6), Bischweier (5), Au am Rhein, Steinmauern (je 4), Loffenau, Weisenbach (je 3) sowie Forbach und Ötigheim (2). Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Baden-Württemberg bei 124,6, im Landkreis Rastatt bei 116,7 und im Stadtkreis Baden bei 87,0.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.