Klinikum: Sechs mögliche Standorte

Rastatt/Baden-Baden (fk) – Sechs mögliche Standorte für das zukünftige Zentralklinikum in Mittelbaden liegen auf dem Tisch. Nach Rastatt hat nun auch Baden-Baden mögliche Bereiche ausgearbeitet.

Zündstoff: Die Stadt Baden-Baden schlägt unter anderem das Gelände des Segelflugplatzes in Oos-West für einen Klinikneubau vor. Foto: Florian Krekel

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Zündstoff: Die Stadt Baden-Baden schlägt unter anderem das Gelände des Segelflugplatzes in Oos-West für einen Klinikneubau vor. Foto: Florian Krekel

Die Katze ist aus dem Sack, nach Rastatt hat auch Baden-Baden mögliche Standortvorschläge für das zukünftige Zentralklinikum erarbeitet. Vier an der Zahl hat der kurstädtische Bauausschuss aus einem Portfolio von 15 möglichen Grundstücken herausdestilliert. Diese vier sollen nun näher untersucht werden, wenn der Gemeinderat am Montag zustimmt. Vorgeschlagen werden der Segelflugplatz in Oos-West, eine Fläche beim bisherigen Klinikum in Balg sowie Flächen im Wörnersandgewand von Haueneberstein und auf Gemarkung von Sandweier am Rastatter Stadteingang.

SC/DJK und FC 04 auf einem Gelände?


Letztere liegt quasi schräg gegenüber dem Rastatter Münchfeldstadion und somit nahe des hinter dem Stadion liegenden Geländes des Rastatter SC/DJK, das die Stadt Rastatt schon vor Monaten neben dem Merzeau-Gelände als möglichen Klinikstandort vorgeschlagen hat. Außerdem will die Stadt Rastatt prüfen, inwiefern eine Zusammenarbeit der Rastatter Vereine SC/DJK und dem FC Rastatt 04 im Münchfeldstadion möglich ist.

In Baden-Baden dürfte indes vor allem die Wahl des Segelflugplatzes (31,8 Hektar) als möglichem Standort aufhorchen lassen. Der Pachtvertrag der dort beheimateten Vereine läuft noch bis 2024, doch die Stadt kann, wie das BT erfuhr, diesen mit einem Jahr Vorlauf kündigen. Der Vorsitzende des Aero-Clubs, Patrik Ullrich, machte sich deswegen auf BT-Nachfrage am Mittwoch Sorgen um die Zukunft des Vereins. „Das ist nicht in unserem Sinne, es gibt keine Alternativfläche für den Flugplatz. Für die zusammen 300 Mitglieder der Vereine hier wäre das das Aus.“ Unter anderem nutzen auch noch Modellflugfreunde und die Fliegergruppe Gaggenau das Gelände. „Wir hoffen auf eine vernünftige Entscheidung des Gemeinderates und der Stadtführung“, so Ullrich.

Flugplatz: Grundwasserspiegel zu hoch?

Die Entscheidung könnte dem Gemeinderat nach BT-Informationen allerdings möglicherweise dadurch erleichtert werden, dass der Grundwasserspiegel – wie zu hören war – auf dem Flugplatz sehr hoch stehe; eine tiefe Bebauung wäre somit schwierig. Offen blieb zunächst die Frage, ob eine Bebauung auch Auswirkungen auf die Grundwasserentnahme in Sandweier hätte. Zudem beginnt direkt hinter dem Segelflugplatz das Naturschutzgebiet.

Als durchaus aussichtsreicher Standort gilt internen Kreisen zufolge das Gelände rechts der B3 (Fahrtrichtung Rastatt) kurz vor dem Rastatter Stadteingang auf der Gemarkung von Sandweier (8,7 Hektar). Jedoch gilt dieser Bereich den Unterlagen des Gemeinderats zufolge als überschwemmungsgefährdet bei sogenannten Katastrophenhochwassern. Der dritte Vorschlag, eine Erweiterung des Hauenebersteiner Wörnersandgewands am nördlichen Siedlungsgebiet nahe des Gewerbegebiets, misst 11,1 Hektar, bietet also mehr als genügend Platz – allerdings sind im dortigen Umfeld Flächen mit PFC belastet. Der vierte Vorschlag sieht den Neubau der Klinikgebäude nahe der bestehenden Klinik in Balg vor – genau genommen auf der grünen Wiese an der Balger Straße neben dem heutigen Klinikparkplatz (12,3 Hektar). Die Verkehrsanbindung dorthin, so heißt es in den Unterlagen, könnte künftig über den Knoten B500 erfolgen. Laut den Papieren des Gemeinderats seien dann 98,1 Prozent der Gebäude im Landkreis Rastatt in 30 Minuten Fahrzeit von Balg aus zu erreichen – bei welcher Verkehrslage dies berechnet wurde, geht nicht hervor.

Generelle Entscheidung bis 2022

Baden-Baden will nun, sollte der Gemeinderat zustimmen, die vier Standorte von einer Fachfirma näher untersuchen lassen. Im September soll der Rat dann eine endgültige Auswahl treffen. Eine generelle Entscheidung für einen Standort der von Baden-Baden und Rastatt vorgeschlagenen Gelände soll im zweiten Quartal 2022 fallen. Das Grundstück für den Klinikneubau muss laut Gutachten mindestens 6,8 Hektar aufweisen – für zukünftige Erweiterungsflächen wäre zudem dem Gutachten zufolge ein weiterer Hektar ratsam.


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