Klinikum: Segelflugplatz als Standort vom Tisch

Baden-Baden (fk) – Bei der Suche nach einem Standort für das zukünftige Zentralklinikum will der Baden-Badener Gemeinderat den Segelflugplatz nicht prüfen lassen. Es bleiben fünf Alternativen.

Bleibt grüne Wiese und Lande- sowie Startplatz: Das Segelfluggelände in Oos-West ist als Standort für ein Zentralklinikum vom Tisch. Foto: Florian Krekel/BT

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Bleibt grüne Wiese und Lande- sowie Startplatz: Das Segelfluggelände in Oos-West ist als Standort für ein Zentralklinikum vom Tisch. Foto: Florian Krekel/BT

Aufatmen bei Segelflug- und Modellflugfreunden: Der Baden-Badener Segelflugplatz ist als möglicher Standort für das zukünftige Zentralklinikum der Kreise Rastatt und Baden-Baden vom Tisch. Noch am Montagvormittag hatte die Baden-Badener Verwaltung die Vorteile des Geländes in einem Pressegespräch angepriesen, am Montagabend dann kippte der Gemeinderat den Vorschlag für die Grünfläche in Oos-West als Baugelände mehrheitlich. Ein Überblick über die möglichen Standorte:

Merzeau-Gelände und das Gelände von SC/DJK (Rastatt): Die beiden am südlichen Rastatter Stadteingang gelegenen Areale hatte die Barockstadt schon vor Monaten ins Spiel gebracht. Auf BT-Nachfrage nennt Stadtpressesprecherin Heike Dießelberg am Montag die Gründe und Vorteile: Die beiden Gelände seien bestens erreichbar, nahe der Autobahn sowie der B3 und B36 und lägen mitten im Landkreis. Zudem werde aktuell die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Rastatt-Haguenau geprüft, an der dann ein S-Bahn-Halt für das Klinikum möglich wäre. Außerdem, so Dießelberg, handle es sich um „Recyclingflächen“ – sprich es werde keine neue, zusätzliche, grüne Fläche gebraucht. Darüber hinaus lägen beide Standorte nahe am Siedlungsgebiet und Patienten und Mitarbeiter könnten die dortigen Strukturen (einkaufen, Cafés et cetera) gut nutzen.

Balger Straße, Grünfläche neben dem bestehenden Klinikum (Baden-Baden): Der Standort auf der grünen Wiese an der Balger Straße neben dem heutigen Klinikparkplatz misst 12,3 Hektar. Die Verkehrsanbindung dorthin, so die Stadt, könnte künftig über den Knoten B500 oder möglicherweise über das Herrenpfädel an die B3 erfolgen. Laut Verwaltung seien dann 98,1 Prozent der Gebäude im Landkreis Rastatt in 30 Minuten Fahrzeit von Balg aus zu erreichen, das machte Bürgermeister Alexander Uhlig gestern mit Nachdruck klar. Außerdem seien, so führte Thomas Schwarz vom Fachgebiet Bauen aus, 82 Prozent des Geländes in Öffentlicher Hand, der Standort sei etabliert und städtebaulich integriert – ähnlich wie die beiden Rastatter Standorte. Das alte Klinikgebäude könne trotz eines Neubaus stehen bleiben und das Gelände der früheren Deponie unter der Kleingartenkolonie müsse nicht verwendet werden. Der Baden-Badener Gemeinderat stimmte am Montagabend mit großer Mehrheit dafür, dieses Gelände als möglichen Standort zu untersuchen, lediglich die SPD lehnte dies ab.

Wörnersangewand Haueneberstein (Baden-Baden): Auch für dieses Gelände konstatiert die Baden-Badener Verwaltung eine gute Erreichbarkeit (Nahe der B3 und des Stadtbahnhaltes) und, wie OB Margret Mergen unterstrich, eine große Nähe zum Handel. Denn das potenzielle Baugebiet grenzt an das bereits bestehende Gewerbegebiet an, das sich von der B3 kommend links des Kreisverkehrs neben dem Edeka-Markt am westlichen Hauenebersteiner Ortseingang befindet. Allerdings gab es für dieses Gebiet im Gemeinderat zwar eine Mehrheit, aber auch elf ablehnende Voten, zuvorderst aus den Reihen der Grünen.

Sandweier/Weiher (Baden-Baden): Gegen dieses Areal, das formell auf Gemarkung von Sandweier liegt, aber eigentlich direkt vor dem Eingang zur Stadt Rastatt schräg gegenüber dem Münchfeldstadion und somit sehr nahe an den von der Stadt Rastatt vorgeschlagenen Standorten, gab es im Baden-Badener Gemeinderat ungeteilte Zustimmung. Das Gelände, so die Baden-Badener Verwaltung, sei zu 100 Prozent in öffentlicher Hand und sei auch eine Art Brückenschlag zur Stadt Rastatt. Außerdem gelten viele der Vorteile, die die Stadt Rastatt für ihre Geländevorschläge genannt hat.

Segelflugplatz Oos-West (Baden-Baden): Dieses Areal lehnten die Fraktionen des Baden-Badener Gemeinderats mehrheitlich ab. Zu groß waren die Bedenken wegen des zu hoch stehenden Grundwassers und etwaiger Auswirkungen auf die Trinkwasserentnahme in Sandweier (wir berichteten). Und nicht zuletzt wollten viele Räte die dort beheimateten Vereine auch nicht um ihre Existenz bringen. Letztlich gab es 23 Gegenstimmen, bei 18 Ja-Stimmen, letztere hauptsächlich von CDU und FDP, die das Gelände zumindest untersuchen lassen wollten.

Viel Geld für Gutachten nötig

Für alle Gelände gilt, dass noch diverse Untersuchungen und Gutachten ausstehen. Für diese nehmen die Kommunen einiges an Geld in die Hand. Der Baden-Badener Rat genehmigte am Montagabend 150.000 Euro. PFC sei auf den Baden-Badener Gebieten kaum ein Problem, wie damit im Falle eines Falles umgegangen werde, müssten aber die Untersuchungen im Einzelfall zeigen, so Bürgermeister Alexander Uhlig. Die endgültige Entscheidung für einen Standort soll im zweiten Quartal 2022 fallen.


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