Knirps mit besonderem Gepäck

Karlsruhe (BT) – Jeden ersten Samstag im Monat präsentiert das BT mit dem Zoo Karlsruhe ein Zootier. Unter der Rubrik „Im Zoo zu Hause“ lernen Kinder im November den kleinen Frosch Benedikt kennen.

Ein kleiner Frosch trägt seine Kaulquappe auf dem Rücken. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

© Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Ein kleiner Frosch trägt seine Kaulquappe auf dem Rücken. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Häufig werde ich einfach übersehen. Es ist nämlich gar nicht so leicht, mich und meine Artgenossen zu entdecken. Wir bewohnen im Exotenhaus des Karlsruher Zoos zusammen mit anderen Fröschen ein großes Terrarium. Dort können wir uns zwischen den vielen Blättern und Pflanzen gut verstecken. Ich heiße Benedikt und gehöre zu den Pampas-del-Sacramento-Baumsteigern.

Baumsteiger sind kleine Frösche, die in Südamerika vorkommen. Wir wurden nach dem Gebiet, aus dem wir kommen, der Pampas del Sacramento, benannt. Diese Region wird auch geheiligte Hügel genannt und liegt in Zentralperu, in Südamerika. Dort leben wir sehr versteckt im Regenwald und halten uns vor allem oben in den Bäumen auf. Auf den Waldboden gehen wir nur zur Fortpflanzung.

Maximal zwei Zentimeter Körpergröße

Mit maximal zwei Zentimetern Körpergröße passen wir auf ein Ein-Euro-Stück. Wir sind so winzig, dass uns selbst Forscher lange nicht bemerkt haben. Sie haben uns wohl zwischen all den Blättern einfach übersehen. Deswegen wurde unsere Tierart auch erst im Jahr 2008 von den Wissenschaftlern beschrieben. So nennen es Biologen, wenn sie in Fachmagazinen veröffentlichen, dass es eine Tierart gibt, die neu entdeckt wurde.

Bei uns Baumsteigern ist es üblich, dass die Männchen sich um den Nachwuchs kümmern. Die Weibchen legen die Eier auf den Waldboden in die Laubschicht. Etwa zwei Wochen später schlüpfen kleine Kaulquappen aus den Eiern.

Diese nehmen wir Männchen einzeln auf unsere Rücken und tragen sie die Bäume hinauf zu bestimmten Pflanzen, die mit ihren Blättern einen Trichter bilden, in dem sich Wasser sammelt. Diese Pflanzen heißen Bromelien. In diesem „Mini-Schwimmbecken“ entwickeln sich die Kaulquappen dann weiter. Ihnen wachsen Beine und sie verlieren den Schwanz, bis sie aussehen wie wir erwachsenen Frösche. Das dauert insgesamt rund drei Monate.

Für die Kaulquappen kann es aber auch gefährlich werden. Sollten einmal zwei von ihnen im selben Becken sein, kann es passieren, dass die eine von der anderen gefressen wird. Daher müssen wir Männchen genau aufpassen, in welches Wasserloch wir die Kaulquappe ablegen.

Wie die Pfeilgiftfrösche fressen wir in der Natur Insekten, die bestimmte giftige Stoffe in sich tragen. Diese Stoffe können wir umwandeln und als Giftstoffe in unserem Körper speichern. Dadurch werden wir selbst giftig und die meisten anderen Tiere wollen uns nicht mehr fressen. Das ist ein guter Schutzmechanismus. Im Zoo bekommen wir jedoch andere Insekten, die diese Stoffe nicht enthalten, sodass wir völlig ungefährlich sind. (BT)

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BT

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Erstellt:
6. November 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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