Koehler will bei Katz in Weisenbach Personal aufbauen

Weisenbach (stj) – Die Firma Katz vermeldet volle Auftragsbücher, allerdings muss sich Weisenbach darauf einstellen, dass die Weiterverarbeitung der Getränkeuntersetzer verlagert wird.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die gute Auftragslage meistern zu können, sucht die Firma Katz in Weisenbach neue Mitarbeiter. Foto: Koehler-Gruppe

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Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die gute Auftragslage meistern zu können, sucht die Firma Katz in Weisenbach neue Mitarbeiter. Foto: Koehler-Gruppe

Während sich die Koehler-Gruppe über volle Auftragsbücher bei ihrem Bierdeckelhersteller Katz freut, müssen sich die Beschäftigten in Druckerei und Stanzerei darauf einstellen, ihrer Arbeit künftig woanders nachzugehen. Das Unternehmen bestätigt Informationen dieser Zeitung, wonach sich Koehler am Standort Weisenbach künftig allein auf die Produktion von Holzschliffpappe konzentrieren werde.

„Die Kapazitäten werden sogar erweitert, weil der Bedarf stark gestiegen ist“, erklärt das Unternehmen und kündigt an, in diesem Segment in Weisenbach Personal aufzubauen. Es sei beabsichtigt, weitere Mitarbeiter einzustellen, „um mit der positiven Unternehmensentwicklung Schritt halten zu können“. Derzeit werde bei Katz in der Produktion im Vier-Schicht-Modell gearbeitet. Zukünftig soll ein Fünf-Schicht-Modell eingeführt werden, das den Mitarbeitern eine bessere Work-Life-Balance und mehr Planungssicherheit biete, da die Schichtpläne bereits weit im Voraus feststehen.

Konzentration auf Holzschliffpappen-Produktion

In der Konsequenz bedeute das, dass die Weiterverarbeitung der Getränkeuntersetzer für die Marken Katz und Marienthaler, die zukünftig durch die Nachfolgegesellschaft CC Coaster GmbH & Co. KG erfolgt, an einen anderen Standort verlagert werden müsse. Dazu sei die Koehler-Gruppe aktuell auf der Suche nach einer sinnvollen Lösung. Gerüchte, man habe eine solche in Willstätt (Ortenaukreis) im Auge, wollte man gestern nicht bestätigen, betonte aber: „Man ist bereit für den neuen Standort ein Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Hand zu nehmen.“ Wie viele Mitarbeiter letztlich von einer Verlagerung ihrer Arbeitsplätze rund um die Endverarbeitung der Getränkeuntersetzer in den Bereichen Druck und Stanzung betroffen sein werden, sei aktuell noch nicht abzuschätzen. Auch liege noch kein Zeitplan für die Umsetzung der Pläne vor.

Im Vordergrund der Planungen stehe die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze rund um die Holzschliffpappe in der Koehler-Gruppe. Die starke Nachfrage nach Getränkeuntersetzern erfordere es, sich jetzt Gedanken darüber zu machen, wie eine Kapazitätssteigerung realisiert werden kann. Am neuen Standort sollen darüber hinaus mittelfristig zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Unterdessen brummen die Geschäfte bei Katz. In einer Mitteilung verweist die Koehler-Gruppe darauf, in Weisenbach nicht nur Weltmarkführer im Segment der Getränkeuntersetzer zu sein, sondern auch besonders nachhaltige Produkte für die Bau- und Automobil-Industrie herzustellen. Basis aller Katz-Produkte sei die Holzschliffpappe, die ausschließlich aus den natürlichen Rohstoffen Holz, Wasser und Stärke besteht. „Der Markt ruft förmlich nach unserer Trittschalldämmung, mit der wir erstklassige Alternativen zu kunststoffbasierten Lösungen bieten“, sagt Jürgen Schulz, Geschäftsführer von Katz. „Nachhaltigkeit ist einer der wichtigsten Treiber entlang unserer Wertschöpfungskette – ohne dabei technische oder qualitative Kompromisse einzugehen. Aktuell streben wir für unsere Trittschalldämmung, dem Katz Sound Reduction Board, das Zertifikat ‚Klimapositiv‘ an. Durch den wachsenden Einsatz unserer Produkte können unsere Kunden ihre eigene CO2-Bilanz sogar verbessern“, betont Schulz weiter.

Expansionspläne benötigen Platz

Erst vor kurzem habe man in Weisenbach neue Produktionsrekorde in der Druckerei und Stanzerei sowie der Holzschliffpappen-Herstellung aufgestellt. Um die Produktionsmenge weiter steigern zu können, will Katz die Produktionsmaschine für Holzschliffpappe (der Rohstoff für Getränkeuntersetzer) erweitern. Doch die Expansionspläne benötigen Platz, der am Standort in Weisenbach nicht vorhanden ist.

Versuche, sich den Packaging-Bereich der insolventen Baden Board in Weisenbach zu sichern, waren nicht von Erfolg gekrönt. Auch eine Verlagerung zur Schwestergesellschaft in Schleiden kommt nicht mehr infrage, nachdem die Produktionsanlagen der Marienthaler Werbe-Offsetdruck GmbH & Co. KG bei der Flutkatastrophe in der Eifel komplett zerstört wurden. Der Versicherungsschaden beinhaltet eine neue Druckmaschine und eine neue Stanze, die am neuen Standort zum Einsatz kommen werden. Ein Wiederaufbau der Produktionsanlagen in Schleiden – vor dem Hintergrund, die Produktion als Grundlage für den Fortbestand der Arbeitsplätze rentabel zu gestalten – sei als nicht machbar bewertet worden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
31. März 2022, 18:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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