Körnerbilder in Sinzheim zu Erntedank

Sinzheim (ahu) – Seit Jahrzehnten entstehen in Sinzheim Körnerbilder für die Pfarrkirche St. Martin zum Erntedankfest. Auch dieses Jahr werden mit hunderttausend Körnern schöne Motive gelegt.

Martha Bronner arbeitet seit Ende Juli täglich einige Stunden am Körnerbild, das im Chorraum der Pfarrkirche aufgestellt ist.  Foto: Alois Huck

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Martha Bronner arbeitet seit Ende Juli täglich einige Stunden am Körnerbild, das im Chorraum der Pfarrkirche aufgestellt ist. Foto: Alois Huck

Am kommenden Sonntag feiert die Pfarrgemeinde St. Martin um 10.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst das Erntedankfest. Wie seit Jahren wird auch Karlheinz Eisen auf seinem Alphorn mitwirken – und wie seit Jahrzehnten werden Körnerbilder und Blumenkreationen den Altarraum schmücken. Erntedankgaben werden gesegnet.

Zahlreiche fleißige Hände sorgen für den Kirchenschmuck. Für den floristischen Part lassen Barbara Vogel und Rosemarie Ernst ihren Ideen freien Lauf. Die drei großen Körnerbilder werden seit vielen Wochen mit viel Mühe akribisch und mit Herzblut zusammengestellt. Das große Bild, das im Chorraum zu sehen ist, gestaltete Martha Bronner, die seit über 50 Jahren die imposanten Darstellungen beim Hauptaltar fertigt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Motivs, das unterschrieben ist mit „Über uns geht der Himmel auf“, sind fünf fröhlich dreinblickende Kinder zu sehen. Unter anderem ein Mädchen mit einem bunten Blumenstrauß, ein Junge mit einer Kerze und ein Bub, der ein Brot verschenkt. Über den Kindern ziert ein Regenbogen das Firmament und die christlichen Symbole Brot und Wein ergänzen das Motiv. Zahlreiche Früchte sowie zum Segnen bereitgestellte Erntegaben und Blumenschmuck ergänzen das Motiv.

Drei Wochen lang in Kirche ausgestellt

Einige Frauen der katholischen Frauengemeinschaft gestalten seit einigen Jahren ein Körnerbild beim Wendelinusaltar. Diesmal sind zwei Hände beim Brot brechen zu sehen. Seit Anfang August wird an dem Motiv gearbeitet. Gertrud Geiges und Irmgard Fuhr fertigen seit über 20 Jahren das Körnerbild, das auf den Stufen zum Marienaltar seinen Platz findet. Das Bild zeigt die Arche Noah, die nach der Sintflut auf dem Berg Ararat gestrandet ist. Eine Taube mit einem Ölbaumzweig fliegt dem Regenbogen entgegen. Rund zwanzig verschiedenartige und verschiedenfarbige Körner werden benötigt, um die Bilder zu gestalten. Bohnen, Erbsen in mehreren Farben, Wachtelbohnen, Linsen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, aber auch Hirse, Sesam, Dinkel, Leinsamen, Sago und Hirse werden unter anderem verarbeitet. Jedes Korn, und das können insgesamt gut hunderttausend sein, wird einzeln mittels Holzleim aufgeklebt: Eine diffizile und anstrengende Arbeit, die volle Konzentration fordert. Die Bilder sind rund drei Wochen in der Kirche zu sehen.

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Erstellt:
13. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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