Koha hilft künftig bei der digitalen Suche

Baden-Baden (nof) – Mit einem neuen Bibliotheksinformationssystem ist die Baden-Badner Stadtbücherei in den Juni gestartet. Koha heißt die neue digitale Such- und Verwaltungssoftware.

Sylvia Meermann und Bibliotheksleiterin Sigrid Münch (rechts) stellen das neue Informationssystem vor, das die Recherche und Kontoführung erleichtern soll. Foto: Nico Fricke

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Sylvia Meermann und Bibliotheksleiterin Sigrid Münch (rechts) stellen das neue Informationssystem vor, das die Recherche und Kontoführung erleichtern soll. Foto: Nico Fricke

„Mit dem waren wir auch sehr zufrieden“, sagt Bibliotheksleiterin Sigrid Münch, „doch wurde es vom Hersteller nicht mehr gepflegt oder weiterentwickelt. Deshalb mussten wir uns von ihm verabschieden und uns auf die Suche nach einem Nachfolger machen.“ Der wurde nun in Koha gefunden, einem Bibliothekssystem, das im Jahr 2000 entwickelt worden sei und von immer mehr Bibliotheken weltweit genutzt werde, erklärt Münch. Koha basiere auf einer „Open Source“-Technologie (offene Quelle), die von vielen Anwendern und Supportfirmen weiterentwickelt werden kann. „Koha wurde in Neuseeland entwickelt und bedeutet aus der Maorisprache abgeleitet Geschenk, für das man ein Gegengeschenk bekommt“, erklärt Münch. Bedeutet: „Wenn wir uns eine Weiterentwicklung wünschen, suchen wir uns andere Bibliotheken als Partner, die die neue Funktion mitfinanzieren. Die gesamte Anwendergemeinde kann davon profitieren – und eben umgekehrt.“

Systemumstellung und Schulung

Eine Woche hat die Systemumstellung und Mitarbeiterschulung in Anspruch genommen, mit der Sylvia Meermann seit Februar federführend betraut war. Seit gestern läuft das System, die Stadtbibliothek ist wieder geöffnet (coronabedingt mit Terminreservierung). Die Nutzer wurden bereits per E-Mail über das neue System informiert, „das vor allem im Online-Katalog mehr Möglichkeiten und eine wesentlich verbesserte Recherche gegenüber dem alten System bietet“, schwärmen Münch und Meermann. So gebe es nun Erweiterungen zu Datenquellen wie Wikipedia, Rezensionen und dem Sprachförderungsprogramm Antolin. Auswahllisten und Tipps erleichterten den Einstieg, es gebe außerdem eine Suchhistorie, „damit man nicht jedes mal wieder bei null anfangen muss“, erklärt Meermann. Zudem können Funktionen zum Leserkonto – zum Beispiel Erinnerungen für bald abzugebende Medien – eingesehen und selbst aktualisiert werden, sagt Münch, die sich über eine bald zur Verfügung stehende Neuerung in Corona-Zeiten ganz besonders freut: „Die bargeldlose Bezahlung ist demnächst auch bei uns möglich.“

In den System-Umstieg und die Schulung wurden knapp 20.000 Euro investiert. Jährlich entstehen laut Münch Kosten von 9.000 Euro, deutlich weniger als beim alten System. Für Münch ist es das vierte Bibliothekssystem seit 1994.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
2. Juni 2021, 15:15 Uhr
Lesedauer:
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