Kombibad: Debatte um Architekturwettbewerb

Rastatt (dm) – Der Gemeinderat soll den Auslobungstext für den Kombibad-Architektenwettbewerb genehmigen. Bei der Vorberatung im Technischen Ausschuss stimmte nur die Hälfte der Mitglieder mit Ja.

Vorboten der Übergangslösung bis zum Kombibad-Bau: Die für die Errichtung einer Traglufthalle über dem Schwimmerbecken im Natura gelieferten Betonteile. Foto: Frank Vetter

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Vorboten der Übergangslösung bis zum Kombibad-Bau: Die für die Errichtung einer Traglufthalle über dem Schwimmerbecken im Natura gelieferten Betonteile. Foto: Frank Vetter

Rastatt tut sich weiter schwer mit dem geplanten Kombibad am Schwalbenrain: Obwohl der letztmögliche Versuch, das umstrittene Mammutprojekt zu vereiteln, Ende September im Gemeinderat gescheitert war, wollte am Montagabend im Technischen Ausschuss nur die Hälfte der Mitglieder die Auslobung für den Realisierungswettbewerb auf den Weg schicken. Zu unkonkret schien den einen der präsentierte Auslobungstext, andere verwiesen darauf, dass sie sich im Herbst ja für den Neubau eines Hallenbads statt für das Kombibad ausgesprochen hatten. Dennoch geht nun eine von der Verwaltung gewünschte Beschlussempfehlung an den Gemeinderat – mit sieben Ja- und zwei Neinstimmen bei fünf Enthaltungen.

„Jahrelang im Kreis gedreht“

Mathias Köppel (CDU) brachte es für die Befürworter auf den Punkt: Jahrelang schon wurden Beschlüsse gefasst, Anträge behandelt, habe man sich im Kreis gedreht und letztlich eine Ausführung beschlossen – man tue gut daran, „den Wettbewerb jetzt aufs Gleis zu setzen“. Der Auslobungstext formuliert unter anderem Ausgangslage und Plangebiet, städtebauliche Rahmenbedingungen und Aufgaben, und er gibt Hinweise zu Wirtschaftlichkeit, Ökologie, Hochwasserthematik und verkehrlicher Erschließung. Letztere soll im Frühjahr im Übrigen gesondert im Gremium besprochen werden, wie Bau-Bürgermeister Raphael Knoth erläuterte. Aus der Auslobung geht hervor, dass die Verwaltung erwägt, die Jahnallee von der Innenstadt Richtung Bad für den Autoverkehr als Einbahnstraße auszuweisen, während der Verkehr vom Bad aus in Richtung des neu zu errichtenden Anschlusses an die L77 bei Niederbühl in beide Richtungen fließen soll.

„Konstruktiv-kritische“ Begleitung

Herbert Köllner konstatierte für die Freien Wähler, dass die Auslobung nicht dem entspreche was die Fraktion, die im Herbst für zwei getrennte Bäder geworben hatte, als sinnvoll erachte. Man werde den Prozess aber „konstruktiv-kritisch“ begleiten. Nicole Meier-Rechenbach (SPD) schloss sich dem an. Konkrete Kritik an dem Wettbewerbstext kam von Volker Kelk (AfD) und Erich Wölfle (FDP) – aufgrund „unscharfer“ Formulierungen stehe zu befürchten, dass am Ende ein Ergebnis herauskomme, das sich Rastatt nicht leisten könne. Was wiederum Roland Walter (Grüne) wundern ließ, da all die aufgeworfenen Fragen doch bereits bei einer Vorbesprechung diskutiert worden seien. „Ich plädiere dafür, das nicht weiter zu verzögern“. Laut Knoth habe es am Ende ohnehin der Gemeinderat in der Hand, welchen Umfang das Projekt letztlich hat.

Preisgericht soll im Sommer tagen

Der Wettbewerb verpflichte das Gremium auch nicht dazu, den Siegerbeitrag umzusetzen. Wie Rudi Lehnert vom beauftragten Ingenieurbüro erläuterte, empfiehlt die Jury, die unter anderem mit Fachleuten aus dem Bereich Architektur und Planung sowie städtischen Vertretern und Stadträten besetzt wird, drei Preisträger, die dann in weitere Verhandlungen mitgenommen werden. Dabei würden die Entwürfe dann nochmals begutachtet und erst dann eine Entscheidung gefällt. In diesem Sommer soll das Preisgericht tagen.

Seit das baufällige Hallenbad Alohra endgültig dichtgemacht wurde und die Freibadsaison 2021 endete, steht in Rastatt keine städtische Badefläche mehr zur Verfügung. Als Übergangslösung für mindestens drei Jahre soll eine Traglufthalle über das 50-Meter-Becken des Freibads gespannt werden. Die Betonteile dafür sind bereits geliefert.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
19. Januar 2022, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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