Kombibad-Planung nimmt wieder Fahrt auf

Rastatt (ema) – In die Kombibad-Planung kommt wieder Bewegung. Doch umstritten bleibt das Projekt weiterhin.

Die Zeit läuft (im Bild die Uhr auf dem Dach des Rastatter Freibads): Wenn jetzt alles klappt, soll das neue Kombibad im Jahr 2027 eröffnen. Foto: Frank Vetter

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Die Zeit läuft (im Bild die Uhr auf dem Dach des Rastatter Freibads): Wenn jetzt alles klappt, soll das neue Kombibad im Jahr 2027 eröffnen. Foto: Frank Vetter

Die Planung für das Kombibad kann wieder Fahrt aufnehmen. Der Gemeinderat verständigte sich mit 37:10 darauf, das zuletzt beschlossene Paket zur Ausstattung aufzuschnüren und den Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen. SPD und Linkspartei lehnten diesen Weg ab.
Mit dieser von der Verwaltung vorgeschlagenen Marschroute soll das Kombibad auch im Zeichen zurückgehender Einnahmen gebaut werden können. Grundlage wird das bereits gut geheißene Bedarfskonzept des Gutachters Dietmar Altenburg sein: In der Halle: 25-Meter-Becken mit 375 Quadratmetern Fläche und sechs Bahnen und Spingerbereich (ein und drei Meter), Lehrschwimmbecken (100 Quadratmeter), multifunktionales Kursbecken mit Hubboden in separater Badehalle (100 Quadratmeter), Kleinkindbecken (40 Quadratmeter), Getränkeautomat. Im Freien: Multifunktionsbecken mit vier 25-Meter-Bahnen (250 Quadratmeter), Erlebnisbereich (350 Quadratmeter), Kleinkindbecken (100 Quadratmeter) und ein Freibadkiosk.

Offen bleibt vorerst, welche von den beschlossenen Modulen (Springerbecken, Rutsche, Ganzjahresbecken, 50-Meter-Becken, Sauna, Gastronomie) oben drauf kommen. Dem Beschluss zufolge wird die Verwaltung bis September ein Raumprogramm erarbeiten mit Modulvarianten – unter der Maßgabe, dass die Gesamtkosten des Kombibads bei maximal 40 Millionen Euro liegen werden (inklusive Risikopuffer und Baukostensteigerung).

SPD und Linke dagegen

Am Ratstisch herrschte weitgehend Konsens. Lediglich Sozialdemokraten und Linkspartei scherten aus. SPD-Fraktionschef Joachim Fischer rügte ein weiteres Mal die zu geringe Wasserfläche im Vergleich zum Status quo und bezeichnete deshalb das Kombibad als „Befeuchtungseinrichtung“ und „tot geborenes Kind“, weil es „zu klein, mutlos und unattraktiv“ sei. Die Alternative der SPD wäre gewesen, das Freibad schrittweise zu sanieren und ein Hallenbad am jetzigen Alohra-Standort oder woanders neu zu bauen.

CDU-Fraktionschefin Brigitta Lenhard betonte hingegen, dass man jetzt, knapp fünf Jahre nach dem Grundsatzbeschluss für ein Kombibad, den „gordischen Knoten“ durchschlage. Das Bad müsse bezahlbar bleiben, der steuerliche Querverbund bei den Stadtwerken dürfe nicht gefährdet werden. Mit der Modulbetrachtung verschaffe man sich im Architektenwettbewerb Spielraum sowohl für Flexibilität als auch Effizienz. Roland Walter (Grüne) erklärte, dass man nicht noch mehr Zeit verlieren dürfe und die Synergien bei dem Kombi-Konzept gerade in der Wasserfläche nutzen müsse. Dass das Alohra, wie immer wieder gemutmaßt werde, generalsaniert werden könne, hält Walter für nicht machbar. Daran knüpfte auch Herbert Köllner (FW) an, der auf die Ertüchtigungsgutachten verwies und bekräftigte, dass eine Sanierung der Bestandsbäder wirtschaftlich und technisch nicht darstellbar sei. Dass man nun einen sinnvollen Weg gehe, unterstrichen Roland Oberst (AfD), Simone Walker (FuR) und Michael Weber (FDP). Die Liberalen störten sich allerdings an der Modullösung und hätten in dieser Frage die Verantwortung eher den Architekten überantwortet.

Offen bleibt vorerst, wie es aktuell mit den Bestandsbädern weitergeht. OB Hans Jürgen Pütsch kündigte an, dass man erst nach der Sommerpause Vorschläge zur Instandsetzung von Alohra und Natura vorlegen werde.

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