Konrad Keller feiert seinen 85. Geburtstag

Achern (BT) – Konrad Keller kann auf ein langes und erfülltes Leben zurückblicken. Der pensionierte Polizist, CDU-Gemeinderat und ehrenamtliche Acherner Stadtarchivar ist nun 85 Jahre alt geworden.

Das Erforschen alter Bücher ist seine große Leidenschaft, hier Konrad Keller mit dem Dorfbuch von Niederachern aus dem Jahre 1492.  Foto: Roland Spether

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Das Erforschen alter Bücher ist seine große Leidenschaft, hier Konrad Keller mit dem Dorfbuch von Niederachern aus dem Jahre 1492. Foto: Roland Spether

Im Herzen ist er ein Ur-Badener, von Beruf ein Polizist und als Pensionär ein wertvoller Mitarbeiter im „Gedächtnis“ der Stadt Achern. Das alles und noch viel mehr ist Konrad Keller, der seinen 85. Geburtstag feiern konnte und sehr zufrieden und dankbar auf ein erfülltes Leben zurückblicken darf.

„So alt zu werden ist kein persönliches Verdienst, es ist ein Geschenk des Herrgotts“, so Keller, der seit 1996 mit viel Leidenschaft und profunder Fachkenntnis ehrenamtlich im Archiv der Stadt Achern arbeitet, Akten von „Anno Dazumal“ wälzt, Handschriften von Stadtrechnern enträtselt und den Archiv-Computer mit historischen Daten „füttert“. Dass er diese Aufgabe mit großer Sorgfalt und amtlicher Exaktheit vornimmt, versteht sich von selbst. Und bis zum letzten Kringel einer fast unleserlichen deutschen Beamtenschrift wird alles perfekt bearbeitet.

„Konrad Keller ist für mich ein wichtiger Zeitzeuge, fleißig und eine treue Seele: Kurzum eine Bereicherung“, so die Archiv-Leiterin Andrea Rumpf. „Sein Wissen und seine vielfältigen Kontakte sind nicht mit Gold aufzuwiegen“.

Absoluter Experte in Sachen Alt-Baden

Große Worte machen oder in der ersten Reihe stehen, ist nicht seine Sache. Doch ganz so bescheiden muss er nicht sein, wenn er am Schreibtisch unter dem Dach des Illenau-Rathauses sitzt. Denn es gibt nur noch wenige, die amtliche Dokumente aus alter Zeit lesen und auch verstehen können. Die noch wissen, um welche Maße, Gewichte und Geldwerte es sich handelt, wenn Grundstücke verkauft wurden oder die Mönche von Allerheiligen auf ihrem Zehnten pochten. Ein absoluter Experte ist er in Sachen Alt-Baden und so wunderte es nicht, dass er beim Baden-Jubiläum 2012 sofort erkannte, dass mit der riesigen Badnerfahne am Rathaus am Markt etwas nicht stimmt: „Die Fahne hängt seitenverkehrt, der Balken im badischen Wappen geht von links oben nach rechts unten“.

Geboren wurde er als Sohn von Mina und Friedrich Keller in Bondorf, dort ging er zur Schule, danach absolvierte er eine Lehre als Maler. Doch er begeisterte sich für die Polizei, die damals engagierte junge Leute für den Aufbau der Polizei im Land suchte. Nach seiner Ausbildung wurde er am 1. April 1959 nach Achern versetzt, hier sollte er 37 Jahre lang seinen Dienst ausüben, seine große Liebe Waltraud Keller heiraten und zwei Söhnen das Leben schenken.

Ein Leben mit wechselvoller Geschichte

Ganze Bücher würden sein Leben füllen, wie er sich eine Schreibmaschine für den Dienst kaufte, mit dem Fahrrad auf Streife ging, mit seinen Kollegen in einer Rasterfahndung nach den RAF-Terroristen suchte oder in Freiburg den 68er-Studenten Paroli bot. Die Dienstuniform war noch dunkelgrün, das Telefon hatte eine Wählscheibe und Funk gab es 1964.

Doch die Entwicklung war nicht aufzuhalten, Konrad Keller erlebte allerlei Neuerungen, hatte viel Freude in seinem Beruf und wurde 1996 als Polizei-Oberkommissar pensioniert. In seiner Freizeit engagierte er sich als Gemeinderat und CDU-Stadtverband-Vorsitzender, er war im Vorstand der Stadtkapelle und DJK-Vorsitzender.

Ihr Autor

Roland Spether

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Erstellt:
1. Juni 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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