Sternsingen 2021: Kontaktlos ein Segen sein

Baden-Baden (kli) – Sternsingen unter Corona-Bedingungen 2021: In den Pfarreien in Mittelbaden wird gerade geplant, wie das Brauchtum im Januar gepflegt werden kann. Gefragt sind kreative Ideen.

Mit einer Botschaft von Haus zu Haus: Im Januar wird die Sternsingeraktion etwas anders sein als gewohnt.   Foto: Benne Ochs/Kindermissionswerk

© Benne Ochs

Mit einer Botschaft von Haus zu Haus: Im Januar wird die Sternsingeraktion etwas anders sein als gewohnt. Foto: Benne Ochs/Kindermissionswerk

Die Corona-Pandemie und der Teil-Lockdown prägen auch die Planungen der Kirchengemeinden in der Region für die im Januar anstehende Sternsinger-Aktion. Die Schwierigkeit: Keiner weiß heute, wie die Situation Anfang 2021 aussehen wird, unter welchen Bedingungen und ob überhaupt die Sternsinger losziehen können. Eine erste Rückmeldung aus den Dekanaten Rastatt und Baden-Baden ergibt: Die Aktion soll in allen Pfarrgemeinden auf jeden Fall stattfinden. Und: Kreative Ideen sind gefragt.

„Diese Sternsingeraktion wird anders als alle anderen werden, aber sie fällt nicht aus“, sagt der Baden-Badener Dekanatsreferent Patrick Krieg zum derzeitigen Planungsstand. Gerade werde in allen Pfarrgemeinden überlegt, wie man das Brauchtum unter Corona-Bedingungen pflegen kann. Der Trend geht dabei zur Anmeldung. Das heißt, nur wer sich im Pfarrbüro anmeldet, bekommt Besuch. Die Haus-zu-Haus-Tour werde wohl eher vermieden. Auch der Besuch selbst wird anders ablaufen als gewohnt. „Die Kinder können nicht in die Häuser reingehen. Das Ganze muss so kontaktlos wie möglich ablaufen“, sagt Krieg.

Auch Singen wird dieses Mal nicht möglich sein. „Einige überlegen aber, ob man zum Beispiel Lieder einsingt und dann beim Besuch über eine Box abspielt“, erzählt Krieg. Der Segensspruch für 2021 soll aber auf jeden Fall an die Außentüren der besuchten Häuser angebracht werden – mit Kreide oder per Aufkleber. Selbstverständlich sind die Kinder mit Maske und Handschuhen unterwegs. „Möglichst alle, die es wünschen, sollen einen Live-Gruß der Sternsinger erhalten“, verspricht Krieg.

Die Vorgaben werden eingehalten

Manche rechnen aber damit, dass die erlaubte Personenzahl bis Januar weiter reduziert wird und stellen ihre Planungen erst mal zurück. Bereits das Ankleiden werde anders als sonst organisiert: Die einzelnen Kleingruppen werden zeitversetzt zum Ankleiden in die Pfarrgebäude kommen, damit das Infektionsrisiko minimiert wird. „Klar ist: Wir halten die Vorgaben unbedingt ein. Keiner will, dass durch das Sternsingen Infektionen ausgelöst werden“, versichert Krieg.

Der bundesweite Organisator der Aktion, das Kindermissionswerk, bietet auf seiner Homepage Anregungen, wie die Sternsinger corona-sicher unterwegs sein können. Dazu gehören etwa Spendentütchen mit Brief und Segensaufkleber, die man in Briefkästen werfen oder auch in den Kirchen auslegen kann.

Angedacht werden auch eine Sternsinger-Videokonferenz oder ein Stand vor der Kirche. Jede Aktion brauche ein eigenes Hygienekonzept. Empfohlen wird zudem, die Spende mithilfe einer Spendendose am Stock oder eines Keschers einzusammeln.

Auch der Suche nach Geschwisterkindern

Auch Carina Wacker, Jugendreferentin im Dekanat Rastatt, berichtet von den laufenden Vorbereitungen. „Es ist angedacht, dass jede Gemeinde mitmacht, so gut es geht. Aber wir wissen halt nicht, wie es im Januar aussieht“, sagt sie. Das sei zum Teil frustrierend, weil es sein könne, dass man jetzt ein Konzept erstellt, das im Januar dann unter neuen Bedingungen nicht mehr trägt. Gesungen werde auch im Dekanat Rastatt wohl eher nicht, man halte sich da an die Vorgaben des Badischen Sängerbunds und des Erzbistums.

Wenn die Sternsinger etwa ein Mehrfamilienhaus besuchen, könne eine Familie vor die Tür kommen und die Segens-Aufkleber für alle Hausbewohner mitnehmen. „In manchen Gemeinden wird jetzt geschaut: Habe ich genug Geschwisterkinder zum Losschicken“, schmunzelt Wacker mit Blick auf die Personenbeschränkung. Wacker hofft: „Jede Seelsorgeeinheit muss kreativ sein und darf nicht dem Alten hinterhertrauern. Vielleicht sind ja auch zukunftsfähige Ideen dabei, die auch nach Corona noch Bestand haben.“ Auf jeden Fall hält sie die Sternsingeraktion für ein tolles Projekt, denn „hier sammeln Kinder für Kinder“.

Das bestätigt auch das Freiburger Erzbistum. Der Einsatz der mehr als 20.000 Kinder und Jugendlichen in der Erzdiözese lasse sich nicht einfach ins Internet verlagern, sagt der Pressesprecher des Erzbistums, Michael Kasiske. Man biete zurzeit digitale Workshops und Austauschformate an, mit denen die Engagierten vor Ort mit Tipps versorgt werden. „Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten ist es, Anfang Januar eine infektionssichere und segensreiche Sternsingeraktion durchzuführen. Denn gerade in der aktuellen Situation gibt es an vielen Orten der Welt junge Menschen, die auf unsere Solidarität und unsere Spenden angewiesen sind.“

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Erstellt:
13. November 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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