Kontinuität bei den Verbandsliga-Schwergewichten

Kuppenheim (rap) – Der Spielbetrieb in der Fußball-Verbandsliga ruht derzeit. Zeit für die beiden mittelbadischen Schwergewichte SV 08 Kuppenheim und SV Bühlertal, die Kaderplanungen voranzutreiben.

Wird ab der neuen Saison im Kuppenheimer Wörtel ins Dribbling gehen: Alexander Wulf (am Ball). Foto: F. Vetter

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Wird ab der neuen Saison im Kuppenheimer Wörtel ins Dribbling gehen: Alexander Wulf (am Ball). Foto: F. Vetter

Die Morgensonne scheint auf den frisch gemähten Rasen im Wörtel. Die Sprinkleranlage läuft auf Hochtouren und versorgt das satte Grün mit Wasser, ein 08-Helfertrupp werkelt eifrig rund um den Platz. Vor der altehrwürdigen Wörteltribüne breitet sich ein grüner Teppich aus – ungewöhnlich für Ende April, wo doch eigentlich ein grün-braunes Flickenwerk liegen müsste, ramponiert von Grätschen und Laufduellen der Kuppenheimer Verbandsligakicker. Selbst im Fünfmeterraum, der sonst eher einer Sanddüne gleicht, sprießen Grashalme.

Aber was ist schon normal in Corona-Zeiten. Während der Platz bereit wäre, warten die Fußballer sehnsüchtig darauf, wieder den Ball zu streicheln und das runde Leder im Eckigen unterzubringen. Arbeitsintensiv waren die vergangenen Wochen nicht nur für den Helfertrupp, sondern auch für die 08-Verantwortlichen um Trainer Matthias Frieböse und den sportlichen Leiter Ralf Balzer. Es stand die Kaderplanung für die kommende Saison an. Es gibt ja auch noch ein (Fußball-)Leben nach Corona. Irgendwann zumindest.

Und für dieses ist der SV 08 gut gerüstet, wie Frieböse erklärt: „Der Großteil des aktuellen Kaders bleibt zusammen, das freut uns natürlich.“ Schließlich hat sich die immer noch junge Wörtelelf in den vergangenen zwei Jahren zu einer gestandenen Mannschaft in Südbadens Eliteliga gemausert. Nach der vergangenen Saison durften sich die Schwarz-Blauen über satte 50 Punkte und Tabellenplatz sechs freuen. In der aktuellen belegen die Knöpflestädter erneut Rang sechs – bis Corona die Truppe einbremste. Ein Geheimnis des Erfolgs: die Kontinuität. Seit Frieböse das Sagen hat, wurde beim SV 08 wieder gezielt auf eigene Talente gesetzt – unterstützt von erfahrenen Korsettstangen wie die Torhüter Fabian Hegele und Max Bachmaier, Kapitän Faruk Karadogan, Flügelflitzer Steven Herbote und Stürmer Lucas Grünbacher.

Kleber wechselt zum FV Würmersheim

Doch aus dem Quartett wird in der nächsten Saison – wann immer sie auch anfängt – ein Trio. Keeper Hegele verlässt das Wörtel und schließt sich dem Bezirksligisten FV Ötigheim an (wir berichteten). Auch die Defensivakteure Denis Smuda, der mit dem VFB Gaggenau in Verbindung gebracht wird, und Timo Bauer (FV Ettlingenweier) suchen neue sportliche Herausforderungen. Wie auch Innenverteidiger Dennis Schorb. „Dennis wechselt studienbedingt zum FSV Hollenbach, ist aber danach fest bei uns eingeplant“, so Frieböse. In den vergangenen zwei Jahren war das Wörtel die sportliche Heimat von Samuel Kleber, doch der Angreifer kam nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus und sucht sein Glück künftig beim Landesligisten FV Würmersheim. „Ansonsten haben bisher fast alle anderen zugesagt“, erzählt der 08-Coach. Zudem wird der Kader verstärkt. Alexander Wulf (FV Muggensturm) will beim Verbandsligisten den nächsten Schritt machen. Auch ein Duo vom Landesligisten SV Oberachern II schließt sich dem SV 08 an: Abwehrspieler Constantin Koch und Mittelfeldakteur Bastian Barnick. „Wir sind gut aufgestellt“, findet Frieböse.

Tanzt Bühlertals Sebastian Keller (am Ball) auch in der nächsten Runde die Gegner auf dem Mittelberg aus? Foto: Seiter

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Tanzt Bühlertals Sebastian Keller (am Ball) auch in der nächsten Runde die Gegner auf dem Mittelberg aus? Foto: Seiter

Ähnlich sieht das auch sein Bühlertäler Kollege Johannes Hurle. „Wir sind ziemlich weit bei der Kaderplanung. Bis auf Simon Litterst, der zu seinem Heimatverein FSV Kappelrodeck/Waldulm wechselt, hat der aktuelle Stamm für nächste Runde zugesagt“, erklärt der SVB-Trainer.

Zumindest fast alle, verkündete Sebastian Keller in der Winterpause doch sein Karriereende nach der Saison. Doch das war vor Corona – nun steht der weitere Spielbetrieb in den Sternen, selbst ein Abbruch ist möglich. Also ein stilles Servus statt großer Abschiedsbühne? Kaum der richtige Rahmen für einen der besten Kicker Mittelbadens in der letzten Dekade. Wer weiß, vielleicht hängt der Routinier doch noch ein Jahr dran und steht mit seinen drei Brüdern Moritz, Maximilian und Philip auf dem Platz. „Ich würde es mir wünschen“, sagt Hurle und lacht. „Es ist aber ganz allein Sebastians Entscheidung.“

Auch darf sich Johannes Hurle über neue Gesichter auf dem Mittelberg freuen. Welche das sind, will er aber noch nicht verraten: „Aktuell gibt es Wichtigeres als Fußball: Die Gesundheit, und dass wir die Pandemie eindämmen.“

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Erstellt:
23. April 2020, 09:30 Uhr
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