Konzept stützt alte Nahverkehrspläne

Durmersheim (HH) - Ein Strategiepapier des KVV enthält Reizvolles für die Region – darunter eine Verlängerung der S2 nach Durmersheim oder ein Stadtbahnabzweig in die Rastatter Innenstadt.

Die Experten können sich auch eine Stadtbahnverbindung bis in die Rastatter Innenstadt vorstellen. Symbolfoto: Uli Deck/dpa/Archiv

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Die Experten können sich auch eine Stadtbahnverbindung bis in die Rastatter Innenstadt vorstellen. Symbolfoto: Uli Deck/dpa/Archiv

Anhänger öffentlicher Mobilitätsmodelle können beim Durchblättern eines Strategiepapiers des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) ins Träumen geraten. In diesem ist – unter vielen anderen Punkte – auch die Fortführung der S2 bis zum Bahnhof in Durmersheim enthalten. Das Papier trägt den Titel „Netzkonzeption 2020/2030“. Dabei handelt es sich um den Abschlussbericht eines im Februar 2015 von KVV, AVG und den Verkehrsbetrieben Karlsruhe ins Leben gerufenen „interdisziplinären Arbeitsteams“. Dessen Zweck sei es gewesen, „ohne Scheuklappen“ und „ohne Denkverbote“ über den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft zu diskutieren. Der für Durmersheim relevante Satz findet sich auf Seite 21 der im März 2017 angenommenen Ergebnissammlung. Er lautet kurz und knapp: „Die Verlängerung der S2 von Rheinstetten nach Durmersheim soll wieder vorangetrieben werden“.

Expertise soll bei Nahverkehrsplanung berücksichtigt werden

In Klammern ist der Hinweis angefügt, dass dieses Projekt der derzeit noch aktuellen Nahverkehrsplanung widerspreche. Doch die Empfehlungen des Arbeitsteams sollten Eingang in zukünftige Nahverkehrsplanungen finden, liest man im Vorwort, unterschrieben von den KVV/AVG-Geschäftsführern Alexander Pischon und Ascan Egerer.

Insgesamt tauchen in dem Expertenpapier neben der S-2-Verlängerung von Rheinstetten nach Durmersheim oder gar bis Bietigheim wieder ein Abzweig der Stadtbahn in die Innenstadt von Rastatt, eventuell mit Weiterführung ins Elsass, oder eine Anbindung des Baden-Airparks auf.

In einer Ideenliste für „Neubaustrecken zur besseren Anbindung“ wird „die Erschließung der Gemeinden Au am Rhein, Elchesheim-Illingen, Steinmauern etc. an die Schiene“ ins Gespräch gebracht, wenn auch mit Fragezeichen versehen.

Zur Kostenfrage wird darauf hingewiesen, dass sich die Finanzierungsmöglichkeiten gegenüber früher „spürbar gewandelt“ hätten. So hat der Bund im März die Förderschwellen gesenkt und die Zuschussquote auf bis zu 75 Prozent gesteigert.

Die ganze Konzeption können Sie hier nachlesen.

Ihr Autor

Helmut Heck

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Erstellt:
12. Oktober 2020, 11:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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