Kostenloser Kaffee für Bedürftige am Augustaplatz

Baden-Baden (vr) – Am Augustaplatz in Baden-Baden können Bedürftige montags und donnerstags kostenlos Kaffee trinken, manchmal gibt es eine Waffel dazu. Eine Klammer verrät, ob es so weit ist.

Petra Braun bimmelt mit der kleinen Kuhglocke und hat schon eine Klammer in der Hand, weil Armin Schuster einen Kaffee gespendet hat.  Foto: Veruschka Rechel

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Petra Braun bimmelt mit der kleinen Kuhglocke und hat schon eine Klammer in der Hand, weil Armin Schuster einen Kaffee gespendet hat. Foto: Veruschka Rechel

Wenn man wenig Geld hat, werden selbst alltägliche Situationen wie ein Café-Besuch zu scheinbar unüberwindbaren Hürden. Dagegen soll der sogenannte Klammerkaffee helfen.
Vor sieben Jahren gründete die damals 21-jährige Studentin Saskia Rüdiger aus Berlin „suspended coffee Germany“. Der „Kaffee der Nächstenliebe“ sollte sich hauptsächlich an Obdachlose, Rentner mit wenig Geld, Asylbewerber und Arbeitslose richten. Seitdem konnte sie mehr als 250 Cafés und Bars deutschlandweit für die Teilnahme an ihren sozialen Projekt gewinnen. Auch Petra Braun aus Sasbach, die mit ihrem Café- und Espressomobil unter anderem jeden Montag und Donnerstag auf dem Wochenmarkt auf dem Augustaplatz in Baden-Baden steht, ist dabei. Sie ist allerdings auf eine ganz andere Art und Weise dazugekommen, nämlich durch Armin Schuster aus Baden-Baden.

Er kauft regelmäßig auf dem Markt ein und trinkt anschließend dort einen Kaffee. Während der Corona-Krise kam er auf die Idee, immer zwei Kaffee zu zahlen, aber nur einen zu trinken. Den zweiten soll Petra Braun jemandem spendieren, der ihr bedürftig erscheint. „Ich dachte, gerade in Corona-Zeiten gibt es genug Menschen, denen es jetzt finanziell besonders schlecht geht und die sich keinen Kaffee am Espressomobil leisten können“, erklärt Armin Schuster. Im Laufe der Zeit hatten das einige andere Marktbesucher mitbekommen und ebenfalls einen Spendenkaffee bezahlt.

Eine Klammer für jeden gespendeten Kaffee

Durch die Aktion ist schon eine ganze Menge Geld zusammengekommen. Damit Petra Braun nicht den Überblick verliert, hatte sie schließlich die rettende Idee, für jeden gespendeten Kaffee eine kleine, bunte Wäscheklammer an ein Plexiglasschild auf ihrem Tresen zu klemmen – und schon war auch der eingängige Name für die tolle Aktion geboren: der „Klammerkaffee“.

Und auch akustisch ist es bemerkbar, wenn Geld für den guten Zweck fließt. Sie hat eine kleine Kuhglocke aufgehängt, die sie bei jedem gespendeten Kaffee erklingen lässt. Und wenn dieses Glockengeläut an einem Tag besonders oft zu hören ist, dann ist zu dem Kaffee auch mal eine frische Waffel drin – beispielsweise für die allererziehende Mutter und ihr Kind, die gerade am Stand vorbeikommen.

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Erstellt:
14. Juli 2020, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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