Kräfte aus Mittelbaden helfen gegen die Flut

Rastatt (kos) – Zwischen 100 und 120 Helfer aus dem Landkreis Rastatt waren für Rettungsaktionen im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz. Ob sie ein weiteres Mal ausrücken, ist noch nicht klar.

Eingestürzte Brücken erschweren den Einsatz. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, werden auch Drohnen zur Gebietserschließung eingesetzt. Foto: Feuerwehr Rastatt

© Feuerwehr Rastatt

Eingestürzte Brücken erschweren den Einsatz. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, werden auch Drohnen zur Gebietserschließung eingesetzt. Foto: Feuerwehr Rastatt

Jeder Mann zählt: Auch aus dem Landkreis Rastatt haben Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten im Krisengebiet angepackt. Bis zu 120 Einsatzkräfte sind dafür nach Rheinland-Pfalz ausgerückt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Beteiligte von ihren Erfahrungen berichtet.

„Der Eindruck war gigantisch – im negativsten Sinne“, schildert Louis Maier, stellvertretender Kreisbereichsleiter des DRK Rastatt, seine Eindrücke aus dem Hochwassergebiet in pfälzischen Antweiler. Er spricht von dem Leid und Elend der Menschen, die nahezu ihre gesamte Existenz in den Wassermassen davonschwimmen sahen. Eine Erinnerung, die alle Beteiligten in ähnlicher Weise gemeinsam haben. Es sind zum Glück alle wohlbehalten und mit tiefen Eindrücken wieder heimgekehrt, das war die Stimmung während des Pressegesprächs.

Für den Ernstfall stets vorbereitet

„Dafür sind wir geschult worden“, sagt Maier. Die erste Anforderung nach Unterstützung sei in Mittelbaden beim DRK, den Feuerwehrstellen, dem THW und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) schon frühzeitig eingegangen, als das Ausmaß der Flutkatastrophe erst annähernd erkennbar wurde. Heiko Schäfer, Kreisbrandmeister der Feuerwehr Rastatt, erklärt, dass für genau solche Fälle jederzeit Versorgungszüge vorgeplant sind, um schnellstmöglich auszurücken. So sei es dann auch geschehen. Trotzdem müsse vorab immer die „Durchhaltefähigkeit“ abgefragt werden. Dabei kann es sich um einen Zeitraum von 48 Stunden bis zu fünf Tagen handeln.

Kräfte des DRK Bühl-Achern seien bereits 20 Minuten nach Eintreffen der Nachricht am vorvergangenen Montag in Marsch gesetzt worden und in Richtung Rheinland-Pfalz gefahren. Ziel: Bevölkerungsschutz und Patiententransport. Zurückgekehrt seien die Helfer erst am Freitag, 17. Juli, bevor frühmorgens am nächsten Tag die nächste Hilfsanforderung ankam. Um mindestens vier Tage vor Ort sein zu können, wurde extra ein Begleitfahrzeug mit geschickt.

Auch Feuerwehrleute aus Bühl und Rastatt kamen zum Einsatz. Der Rastatter Feuerwehrmann Steffen Körber spricht von „Chaosphasen“, „Trümmerfeldern“ und Suchaufträgen, vermisste Personen zu finden. Gefunden haben sie bis zum Abbruch des Einsatzes allerdings keine. Beeindruckt habe Körber aber vor allem die Bevölkerung: Einige hätten „viel verloren, aber den Lebensmut weiter behalten“, was ihm viel Respekt abverlangt. Dennis Reiser, von der Gaggenauer Feuerwehr, erzählt von seinem Einsatz in der Nähe des Nürburgrings und dem Versuch, knapp 15 bis 20 miteinander verkeilte Wohnwagen auf einem Campingplatz zu trennen. Parallel sei es auch um Vermisstensuche und Brandschutz gegangen, berichtet Reiser.

„Sachspenden bringen noch nichts“

Ob die Helfer ein weiteres Mal ausrücken müssen, ist noch nicht absehbar. Angesichts der angekündigten Regenfälle stehe man aber jederzeit in Alarmbereitschaft, erklärt Körber.

Die Beteiligten machen darauf aufmerksam, keine weiteren Sachspenden zu verschicken. „An Sachspenden ist noch gar nicht zu denken“, sagt Thorsten Dossow vom THW. Es brauche drei bis vier Wochen, bis eingeschätzt werden kann, was genau gebraucht wird. Wer helfen will, kann das durch Geldspenden, welche gezielter eingesetzt werden können. Michael Janke, Pressesprecher des Landratsamts Rastatt, verweist dazu auf die zentralen Spendenkonten.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

Zum Artikel

Erstellt:
23. Juli 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.