Kraft aus Pflanzenstoffen

Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden (for) – Das Baden-Badener Unternehmen Mantra-Pharm produziert und vermarktet Nahrungsergänzungsmittel auf Pflanzenbasis. Die Nachfrage sei besonders während der Corona-Krise angestiegen.

Kraft aus Pflanzenstoffen

Kleine Frucht mit großer Wirkung: Die Goji-Beere stammt ursprünglich aus China und der Mongolei und gilt dort schon seit vielen Jahren als Powerfrucht. Symbolfoto: Uwe Anspach/dpa

Die Corona-Krise hat für einen gesellschaftlichen Umbruch gesorgt. Eine Folge davon sei, dass sich Menschen viel mehr mit ihrer eigenen Gesundheit beschäftigen, wie Dr. Michael Maury, Leiter Entwicklung und Forschung bei der Firma Mantra-Pharm in Baden-Baden, festgestellt hat. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Nahrungsergänzungsmittel. Insbesondere während der Corona-Krise sei die Nachfrage in diesem Bereich stark angestiegen.

Branche erlebt Boom

Aber auch schon vor der Pandemie habe die Branche einen Boom erlebt – „und die Tendenz deutet weiter steil nach oben“, sagt Joachim Dörr, Geschäftsführer bei Mantra-Pharm. Ein Grund dafür sei, dass inzwischen viele Menschen auf Naturprodukte setzten, um prophylaktisch vorzubeugen. „Man muss bedenken, dass die Nebenwirkungen klassischer Medikamente teilweise sehr stark sind“, weiß Maury aus Erfahrung. Das hätten viele im Hinterkopf.

Mantra-Pharm lege seinen Fokus auf eine ausgewogene Zusammensetzung bestehend aus speziellen Pflanzenstoffen als Basis, sowie Mineralstoffen und Vitaminen. Im Mittelpunkt stehe dabei die Unterstützung der Langzeitgesundheit. Das sei allerdings nur durch eine entsprechende Fachkompetenz zu erreichen, erklärt Maury, der selbst über mehrere Jahre eine eigene Apotheke geführt hat. Deshalb würden die Produkte ausschließlich von Apothekern mit pharmazeutischem Hintergrundwissen entwickelt. Zudem bestehe eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken, fügt Dörr hinzu.

Traditionelle Pflanzeninhaltsstoffe

Die Idee der Firmengründung entstand durch den Apotheker Axel Scheumann, der nach wie vor eine eigene Apotheke in Steinbach betreibt. Durch seine Auslandsaufenthalte sei bei Scheumann die Vision gewachsen, das ganzheitliche Wohlbefinden durch traditionelle Pflanzeninhaltsstoffe zu unterstützen, blickt Dörr zurück. „Herr Scheumann hat damals in Indien den Weihrauch und seine Effekte kennengelernt“, so Dörr weiter.

Weihrauch sei durch wissenschaftliche Untersuchungen schon seit Längerem in den Fokus gerückt und werde häufig bei Entzündungen eingesetzt. Auch Mantra-Pharm arbeitet seit der Firmengründung im Jahr 2004 viel mit Weihrauch. Dieser sei in einigen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. „Im Laufe der Jahre konnten wir unsere Produktpalette aber deutlich ausbauen, sodass wir mittlerweile 34 unterschiedliche Produkte für verschiedene Anwendungsgebiete anbieten“, sagt Dörr.

Immunpräparate stark nachgefragt

Während der Corona-Krise habe sich vor allem die Nachfrage nach Immunpräparaten erhöht, schildert er die Situation. Ob Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich gegen das Coronavirus helfen, ist umstritten. Wundermittel gegen eine Covid-19-Erkrankung seien sie nicht, warnt etwa das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bestimmte pflanzliche Stoffe könnten bei richtiger Einnahme aber durchaus hilfreich sein, meint Maury. Beispielsweise hätten Forscher der North Carolina State University eine Studie veröffentlicht, der zufolge chemische Verbindungen aus der Teepflanze, der Kakaobohne und bestimmten Traubensorten möglicherweise die Ausbreitung des Coronavirus im Körper eindämmen könnten, erläutert Dörr.

Vorsicht bei Anbietern im Internet

„Aber Vorsicht, wo die Nachfrage groß ist, geht es vielen oft nur ums Geld“, warnt Maury. Deshalb sollten Verbraucher insbesondere bei Anbietern im Internet aufpassen. Dort würden nämlich auch Produkte verkauft, die im Ausland hergestellt werden, wo teilweise andere Regeln gelten als in Deutschland. „Es gibt dort Produkte, die zwar als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, in Wahrheit aber Substanzen enthalten, die so stark wirksam sind wie medizinische Arzneimittel“, erklärt Maury. Hierzulande gibt es eine klare Abgrenzung zwischen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Letztere zählen zu Lebensmitteln und durchlaufen deshalb auch keine strengen Zulassungsverfahren. „Jedoch muss die sogenannte Verkehrsfähigkeit der Produkte geprüft werden“, sagt Maury. „Außerdem werden wir regelmäßig vom Veterinäramt überprüft, es gelten strenge Qualitätsrichtlinien und Hygienevorschriften.“

Enge Zusammenarbeit mit Apotheken

Mantra-Pharm verzichtet bewusst auf einen Onlineshop und hat stattdessen unter dem Motto „von Apothekern für Apotheker“ Kooperationskonzepte für eine enge Zusammenarbeit mit Apotheken entwickelt. „Mantra-Fachapotheken haben sich auf unser Sortiment spezialisiert und wurden von uns geschult. Somit können sie Kunden beratend zur Seite stehen“, erklärt Dörr. Vor allem im südbadischen Raum sei Mantra-Pharm stark vertreten. Mittlerweile würden die Produkte aber auch immer mehr im Ausland verkauft, etwa in Österreich, England und den baltischen Staaten. Besonders stark entwickele sich der Markt in China. „Das liegt unter anderem daran, dass die Chinesen nicht den Zugang zur Gesundheitsversorgung haben, wie wir ihn kennen“, schildert Dörr die Situation. Deshalb würden in China viele versuchen, mit Nahrungsergänzungsmitteln – insbesondere solche, die auf einer Pflanzenbasis aufgebaut sind – Krankheiten vorzubeugen.