„Kraft der Gemeinschaft ist stärker“

Ötigheim (manu) – Coronabedingt gibt es die Weihnachts- und Neujahrsbotschaft in Ötigheim erstmals per Video: Bürgermeister, Pfarrer und Vereinsvertreter verbreiten darin Zuversicht.

•Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer blickt auf ein „„schwieriges, schmerzhaftes Jahr voller sozialer Isolation“ zurück. Screenshot: Manuela Behrendt

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•Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer blickt auf ein „„schwieriges, schmerzhaftes Jahr voller sozialer Isolation“ zurück. Screenshot: Manuela Behrendt

„Das Glück hängt von den guten Gedanken ab“, ist ein „wertvoller Ratschlag für den Umgang mit der Pandemie“, den sich Bürgermeister Frank Kiefer von Marc Aurel für die Eröffnung der Weihnachts- und Neujahrsbotschaft der Gemeinde Ötigheim entlieh, die es diesmal nur als Video gibt.

Dieses stellte die Kommune am Tag vor Heiligabend ins Internet, um den Bürgern „ein Stück Gewohnheit zurückzugeben“. Ein kleiner Kreis von drei Personen gestaltete das 25-minütige Video.

In zahllosen Bildern wird zurückgeblickt auf ein „schwieriges, schmerzhaftes Jahr voller sozialer Isolation“, in dem man dennoch einiges auf die Beine gestellt und die Gemeinde weiterentwickelt habe. „Gemeinsam hielten wir die Infektionszahlen auf einem niedrigen Niveau, kamen nicht ins Straucheln“, sagt Kiefer.

Die Ötigheimer Vereine „haben mit Erfolg um den Gemeinschaftserhalt gekämpft“. Im neuen Jahr setzt Kiefer deshalb auf ein „lebendiges Ötigheim“, wagt einen Ausblick auf 2021: „Wir haben große Aufgaben unter erschwerten Bedingungen vor uns“. Als Meilensteine nennt er die Sanierung der Mühlstraße, das Baugebiet am Federbach, die Bürgerbeteiligung für die Gestaltung der Sanierungskulisse „OrtsmitteII“ sowie die Weiterentwicklung der Industriegebiete an der B3.

Ehrungen werden nachgeholt

Kiefer lässt keinen Zweifel daran, dass Vereinsveranstaltungen sowie Geselligkeit im Lauf des neuen Jahrs in die Kommune zurückkehren. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, will man die beim Neujahrsempfang üblichen Ehrungen für außergewöhnliche Leistungen nachholen.

Pfarrer Erich Penka resümiert in seinem Beitrag angesichts der weltweiten Anzahl der Pandemieopfer: „Ein erschreckend außergewöhnliches Jahr geht zu Ende“. Erstmals in seinem Priesterleben habe er in der Kar- und Osterzeit allein am Altar in der Kirche gestanden. Trotz dieses Einschnitts empfinde er „Dankbarkeit, Mitgefühl und Zuversicht“.

Er habe die „Kostbarkeit des vielfältigen Ötigheimer Dorflebens“ neu erkannt. Man vermisse zu Recht die fehlenden Begegnungen und das gegenseitige Zuarbeiten. „Das tut weh“, sagt Penka. Aber: „Während der Krise haben wir in Ötigheim in allen Bereichen gut kooperiert“. Deshalb könne man voller Vertrauen in die Zukunft schauen. Wie nie zuvor sei für Penka die Gegenwart Gottes in allen Höhen und Tiefen spürbar gewesen. So wünscht er den Ötigheimern auch weiterhin „die Erfahrung des Segens Gottes im neuen Jahr“.

Für die Vereine spricht Maximilian Tüg, Geschäftsführer der Volksschauspiele. „Die Kraft der Gemeinschaft ist stärker als jedes Virus“, sagt er. Mit Optimismus in der Stimme und Energie in der Haltung symbolisiert er das heller werdende Licht am Ende des dunklen 2020er Tunnels. „Wir stecken bei den VSÖ knietief in den Vorbereitungen für den Theatersommer; er wird besonders“.

Zusammen mit allen beteiligten Vereinen erarbeite man ein Konzept, bei dem der Schutz aller die oberste Priorität habe. Die angestrebte „abwechslungsreiche Sommersaison“ vor dem Hintergrund einer übers Jahr entstandenen „wahnsinnig großen Herausforderung“ begreife man als Chance. Halt gebe ihm ein Zitat aus Schillers „Wilhelm Tell“, sagt Tüg: „Die Zeit bring Rat, erwartet’s in Geduld; man muss dem Augenblick auch was vertrau’n“.

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Erstellt:
27. Dezember 2020, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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