Kraftakt in der Rauentaler Straße in Rastatt

Rastatt (ema) – Mehr als zehn Millionen Euro investiert die Stadt Rastatt in der Rauentaler Straße. Zu Buche schlagen ein Regenüberlaufbecken sowie die Straßensanierung.

Neuordnung: Unten die Rauentaler Straße, in der Mitte die neuen Hallen der Lebenshilfe, entlang dem Industriegleis der neue Geh- und Radweg. Der neue Bolzplatz entsteht oben in der Bildmitte. Foto: Willi Walter

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Neuordnung: Unten die Rauentaler Straße, in der Mitte die neuen Hallen der Lebenshilfe, entlang dem Industriegleis der neue Geh- und Radweg. Der neue Bolzplatz entsteht oben in der Bildmitte. Foto: Willi Walter

Die Stadt Rastatt steht in der Rauentaler Straße vor einem „Kraftakt“, wie es der Fachbereichsleiter Bauen und Verkehr, Markus Fraß, im technischen Ausschuss formulierte. Und auf die Autofahrer wartet im Industriegebiet mal wieder eine Geduldsprobe. Die viel befahrene Achse wird im Zuge des Neubaus eines Regenüberlaufbeckens ertüchtigt. Ein Gesamtprojekt, das mehr als zehn Millionen Euro verschlingt.

Eigentlich hätte die ganze Sache längst erledigt sein sollen. Bereits 2009 ging die Stadtverwaltung mit den Plänen für eine neue Entwässerung an die Öffentlichkeit. Die jahrelangen Verzögerungen begründete Fraß vor allem mit neuen gesetzlichen Anforderungen an den Gewässerschutz, die zu Überarbeitungen der Pläne führten. Außerdem hatte die Bahn Teile des benötigten Geländes ohne Abstimmung mit der Stadt an einen privaten Angrenzer verkauft, was langwierige Grundstücksverhandlungen nach sich zog. Konsequenz: Die Kosten von einst 2,7 Millionen Euro sind auf 7,8 Millionen Euro geklettert. Allein das Ingenieurhonorar, dem der Ausschuss zustimmte, beträgt 900.000 Euro.

Immerhin ist der erste Bauabschnitt bereits unter Dach und Fach. Wie berichtet, wurde für den Neubau des Regenüberlaufbeckens ein neuer Geh- und Radweg entlang dem Industriegleis zwischen Rauentaler Straße und Alter Bahnhofstraße gebaut. Darunter wurde der Abwasserkanal verlegt, der sich zuvor auf dem Gelände der Lebenshilfe befand. Möglich wurde die Maßnahme durch einen Grundstückstausch zwischen Lebenshilfe und Stadt. Ein weiteres Resultat: Der alte Bolzplatz gehört jetzt der Lebenshilfe; ein Steinwurf entfernt baut die Stadt gerade eine neue Anlage. Ende 2022 soll das Regenüberlaufbecken vollendet sein.

In diesem Zuge sieht auch die Rauentaler Straße besseren Zeiten entgegen. Sie wird zwischen der Kreuzung mit der Alten Bahnhofstraße und der Kreuzung Lochfeldstraße voll ausgebaut. In der jeweiligen Verlängerung bis zum Abzweig Im Steingerüst beziehungsweise Franz-Brücke wird die Decke saniert. Gleichzeitig soll die Radwegeführung beim Bahnhof ausgebaut werden. Für die Straßenertüchtigung kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von 2,8 Millionen Euro.

Wie das Verkehrskonzept während der Sperrungen aussieht, konnte Fraß noch nicht im Detail sagen. Erschwerend komme hinzu, dass die Bahn für den Umbau des Bahnhofs den Pendlerparkplatz an der Rauentaler Straße als Baustellenfläche benötige. Das Umleitungskonzept werde eine „Herausforderung“. Fraß versprach aber, dass Firmen und Murgtal-Werkstätten erreichbar bleiben.


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