Kreiselbau am Baden-Badener De-Gaulle-Platz im Zeitplan

Baden-Baden (hez) – Endspurt heißt die Devise beim Kreisel am Charles-de-Gaulle-Platz in Baden-Oos. Der Umbau verläuft laut Plan, bis im April soll der Verkehr wieder ungehindert fließen können.

Baustelle De-Gaulle-Platz: Voraussichtlich ab April nächsten Jahres soll der Verkehr wieder fließen können. Foto: Henning Zorn

© hez

Baustelle De-Gaulle-Platz: Voraussichtlich ab April nächsten Jahres soll der Verkehr wieder fließen können. Foto: Henning Zorn

An Straßenbaustellen mangelt es im Stadtgebiet nicht. Daher können sich die Autofahrer freuen, dass bei einem Großprojekt in Oos jetzt Land in Sicht ist. Der Bau eines Kreisverkehrs auf dem künftigen Charles-de-Gaulle-Platz (beim Babo-Hochhaus) kommt gut voran – ab etwa April nächsten Jahres soll der Verkehr hier unbehindert von roten Ampeln fließen können.
Oos hat sein Gesicht in den vergangenen zehn Jahren tüchtig verändert. Möglich wurde dies unter der Trägerschaft der Stadtbaugesellschaft GSE durch die Ausweisung als Sanierungsgebiet. Ganze Straßenzüge haben einen individuellen Stil entwickelt, am Ooser Leo darf der Verkehr nun „kreiseln“, das Festhallenumfeld ist nicht wiederzuerkennen und der Wörthböschelpark wurde zu einer Naherholungsattraktion.

Die im April dieses Jahres begonnene, rund 2,1 Millionen Euro teure Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Sinzheimer Straße/Schwarzwaldstraße beim Babo-Hochhaus zu einem Kreisverkehrsplatz gehört zu den Projekten der Endphase der Ooser Sanierung. Diese Maßnahme umfasst neben der Fahrbahnerneuerung, der Schaffung von barrierefreien Fußgängerüberwegen und dem Bau des eigentlichen Kreisels auch weitreichende Erneuerungen von Ver- und Entsorgungsleitungen.

Andere Hälfte des Kreisels im nächsten Jahr

Mit diesen Arbeiten im Untergrund ist man inzwischen zu 90 Prozent fertig, stellten am Donnerstag bei einem Pressetermin Sven Menzel von der GSE und Andreas Walz vom Fachgebiet Tiefbau voller Freude fest und betonten: „Wir liegen voll im Zeitplan.“ Bis zum Jahresende sollen auf der Seite der Güterbahnhofstraße alle Fahrbahnoberflächen ebenso fertiggestellt werden wie die Hälfte der Kreisverkehrsinsel. Dazu ist es allerdings voraussichtlich ab kommendem Mittwoch nötig, die Güterbahnhofstraße für rund drei Wochen voll zu sperren. Die Umleitung erfolgt über die Oliverstraße.

Im nächsten Jahr will man dann die andere Hälfte des Kreisels bauen – im April soll er komplett befahrbar sein. Danach stehen bis September noch Gestaltungsarbeiten in der Sinzheimer Straße (bis zur Blutbrücke) und in der Schwarzwaldstraße an.

Wenn die volle Befahrbarkeit des Kreisverkehrs hergestellt ist, dann will die Stadt das Areal bei einer Feier ganz offiziell als Charles-de-Gaulle-Platz benennen. Ob zu diesem Zeitpunkt die Mittelinsel schon – wie geplant – in Zusammenarbeit mit dem Pariser Gartenamt bepflanzt sein wird, konnten Walz und Menzel am Donnerstag noch nicht sagen. Fest steht aber, dass dann nur noch zwei Straßenbauvorhaben im Rahmen der Ooser Sanierung anstehen: Die Verbreiterung des Bahnwegs und die Erneuerung der Sinzheimer Straße zwischen Blutbrücke und Ooser Leo. Anfang 2023 will man einen Schlussstrich ziehen.

Ein störender Tropfen

Dazu kommentiert Henning Zorn: Bei der Ooser Sanierung hat die Stadt wirklich eine glückliche Hand. Gute Ideen wurden auch konsequent umgesetzt, und so konnte man kontinuierlich Fördermittel abrufen. Dafür gab es neulich sogar ein Sonderlob des Regierungspräsidiums. Von den 6,3 Millionen Euro Finanzhilfe von Bund und Land floss immerhin rund eine Million für 32 private Modernisierungen nach Oos – und noch können Fördermittel für weitere Vorhaben beantragt werden. Dieses Engagement von Bürgern ist ein wichtiger Eckpfeiler in Sanierungsgebieten zur Verbesserung von Stadtbild, Gebäudesubstanz und Wohnwert. Auch im Innenstadt-Sanierungsgebiet Südliche Neustadt ist erhebliches Interesse an Fördermitteln für private Modernisierungen festzustellen. Allerdings ist die Bearbeitung der Anträge hier zeitaufwendiger, da jeweils auch die Frage der Denkmalförderung geprüft werden muss. Und wenn die Sanierung in Lichtental in Schwung kommt, muss man hoffen, dass auch dort viele Bürger die Chancen nutzen werden.

Noch einmal zurück nach Oos. Ein Wermutstropfen fällt dort schon in den Kelch der Sanierungsfreude: Das denkmalgeschützte Babo-Hochhaus rottet weiter vor sich hin. So kann der De-Gaulle-Platz mit seinem Kreisverkehr in einer Ecke nicht fertiggestellt werden, da keiner weiß, was aus dem Gebäude wird. An das einstige Hotelprojekt des Eigentümers glaubt inzwischen keiner mehr. Nachdem er ein Kaufangebot der Stadt abgelehnt hat, ist zu befürchten, dass das 40 Meter hohe Gebäude wohl nur noch als Spekulationsobjekt dient. Da kann man nur hoffen, dass nicht noch in wenig ferner Zeit irgendwelche Dach- oder Fassadenteile auf den sanierten De-Gaulle-Platz fallen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

Zum Artikel

Erstellt:
18. November 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.