Kreisimpfzentren in Baden-Baden und Bühl starten am Freitag

Baden-Bade/Bühl (sga) – Die Kreisimpfzentren in Baden-Baden und Bühl starten am Freitag mit ihrer Arbeit. Doch weil aktuell zu wenig Impfstoff vorhanden ist, sind derzeit keine Termine mehr verfügbar.

Einbahnstraßensystem: Um viel Abstand zu gewährleisten, geht es im Kurhaus nur in eine Richtung. Foto: Bernhard Margull

© bema

Einbahnstraßensystem: Um viel Abstand zu gewährleisten, geht es im Kurhaus nur in eine Richtung. Foto: Bernhard Margull

Gut Ding will Weile haben. So auch der Startschuss für die Kreisimpfzentren in Baden-Baden und Bühl, die bereits seit einiger Zeit einsatzbereit sind. Nachdem der Impfstoff am Mittwochmorgen im Kurhaus und in der Schwarzwaldhalle eingetroffen ist, kann es am Freitag, 22. Januar, endlich losgehen.

Verspäteter Impfstart

Ursprünglich sollte mit dem Impfen bereits am vergangenen Freitag begonnen werden – doch das Material ließ auf sich warten. „Wir sind bereits seit Wochen startklar“, berichtet Jürgen Jung vor Ort im Pressegespräch. Als Verwaltungsleiter des Kreisimpfzentrums (KIZ) im Kurhaus Baden-Baden hat er insbesondere die organisatorischen Abläufe genau im Blick und weiß: „Wir haben schnellstmöglich auf die Anweisungen reagiert und alle Vorgaben erfüllt.“ Doch dann ließ der Impfstoff lange auf sich warten – und die Bürger ungeduldig werden. „Wir können den Unmut sehr gut nachvollziehen“, drückt Oberbürgermeisterin Margret Mergen ihr Mitgefühl aus. Nun sei es aber endlich soweit.

In der Schwarzwaldhalle gibt es die Impfung entweder auf dem Stuhl oder der Liege. Foto: Bernhard Margull

© bema

In der Schwarzwaldhalle gibt es die Impfung entweder auf dem Stuhl oder der Liege. Foto: Bernhard Margull

Ebenfalls seit Wochen stehen auch alle Beteiligten in der Schwarzwaldhalle Bühl in den Startlöchern. Nach der langen Wartezeit auf den Impfstoff ist die gestern eingetroffene Lieferung eine sehr erfreuliche Nachricht für Oberbürgermeister Hubert Schnurr: „Bereits im vergangenen Frühjahr haben wir uns damit beschäftigt, die Schwarzwaldhalle eventuell als Testzentrum zur Verfügung zu stellen. Nun sind wir ab dem 22. Januar offiziell eines der vielen Kreisimpfzentren und können mit Stolz sagen, dass wir sehr gut vorbereitet sind.“ Die Sporthalle in Bühl wurde in den vergangenen Wochen mit großem organisatorischen Aufwand in eines der insgesamt rund 50 Kreisimpfzentren (KIZ) des Landes umstrukturiert.

Verweildauer: 45 bis 60 Minuten

Wie auch im Kurhaus sind in der Schwarzwaldhalle Laufwege abgeklebt, Impfkabinen aufgestellt und die Technik vorbereitet worden, außerdem stehen großflächige Wartebereiche zur Verfügung. „Der Ablauf ist ganz einfach“, geht Tobias Ulrich auf die einzelnen Stationen ein, die ein Impfling während seines Besuchs in der Schwarzwaldhalle durchlaufen muss. Der Leiter des KIZ in Bühl spricht von einem Anmeldebereich, in dem das Prozedere beginnt.

Strukturierter Ablauf: Die Personen werden zuerst im System aufgenommen (hier zu sehen in der Schwarzwaldhalle). Foto: Bernhard Margull

© bema

Strukturierter Ablauf: Die Personen werden zuerst im System aufgenommen (hier zu sehen in der Schwarzwaldhalle). Foto: Bernhard Margull

Direkt danach geht es in den ersten Wartebereich, dort wird ein Video zur Aufklärung abgespielt, bevor das Einzelgespräch mit dem Arzt ansteht. „Hier können alle Fragen gestellt und eventuelle Sorgen besprochen werden“, erklärt Dr. Martin Holzapfel. Laut dem Pandemiebeauftragten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg wird die Dauer dieses Gesprächs individuell auf den Impfling abgestimmt.

Wer sich anschließend immer noch impfen lassen möchte, muss nur noch wenige Minuten in einem weiteren Wartebereich Platz nehmen, dann folgt das Spritzen des Stoffs. „Unabdingbar ist in jedem Fall ausreichend Ruhezeit nach dem Impfen“, weiß Holzapfel als Fachmann. Deshalb müsse der Impfling 30 Minuten in einem gesonderten Bereich Platz nehmen. Direkt im Anschluss gibt es dann den ausgefüllten Impfpass.

Nach dem Impfen geht es für mindestens 15 Minuten zur Beobachtung (hier zu sehen im Kurhaus). Foto: Bernhard Margull

© bema

Nach dem Impfen geht es für mindestens 15 Minuten zur Beobachtung (hier zu sehen im Kurhaus). Foto: Bernhard Margull

Ähnlich läuft es auch im Kurhaus ab. In beiden KIZ geht man von einer Verweildauer von etwa 45 Minuten bis zu einer Stunde aus, „aber es lohnt sich“, wie Mergen findet. Dass die Bürger diesen Zeitaufwand in Kauf nehmen, zeige die hohe Anzahl an täglichen Anrufen. „Überall wurden wir in den letzten Wochen gefragt, wann es denn endlich Termine für das KIZ gibt“, stellt die Oberbürgermeisterin sowie alle anderen Verwaltungskräfte immer wieder fest. „Bisher konnten wir nichts anderes tun, als auf den fehlenden Impfstoff hinzuweisen.

Appell an Bund und Länder

Vorher hat eine Reservierung keinen Sinn ergeben.“ Zudem werde die Terminvergabe in jedem Fall über die Rufnummer 116117 sowie über das Internet abgewickelt. „Wir haben da keinerlei Entscheidungsmacht“, appelliert Jörg Peter eindringlich an die Bürger. Auch der Stellvertreter des Rastatter Landrats kann sehr gut den Unmut vieler Menschen nachvollziehen, die sich über die Art und Weise der Terminvergabe ärgern: „Da gibt es definitiv Verbesserungswünsche, Bund und Länder müssen diesbezüglich schnellstmöglich nachlegen.“

Neben all dem Unmut soll laut Mergen dennoch nicht vergessen werden, dass mit dem Impfstart ein großer Schritt in die richtige Richtung gegangen werden kann, denn „endlich können wir beginnen, die Pandemie nachhaltig in die Knie zu zwingen“. Zwar sei die aktuell mögliche Anzahl derer, die an diesem und nächsten Wochenende geimpft werden können, nicht sehr groß, haben beide KIZ doch lediglich jeweils 1.170 Dosen geliefert bekommen, von denen mehr als die Hälfte an die mobilen Impfteams abgegeben wird. Trotzdem seien die etwa 40 Menschen, die pro Stunde geimpft werden, ein Anfang.

Von Freitag bis Sonntag

Während der Betrieb im Kurhaus sich in dieser und nächster Woche auf Freitag und Samstag beschränkt, wird in der Schwarzwaldhalle auch an den Sonntagen geimpft – während der ersten Phase kommen pro Wochenende etwa 150 bis 180 Impflinge in das KIZ. Dort sorgen täglich rund 24 Personen für einen reibungslosen Ablauf, „sobald wir mehr Impfdosen zur Verfügung haben, erhöht sich diese Zahl“, so Oser.

04.01.2021 Ein Gang durch das Kreisimpfzentrum im Kurhaus
02:28 min
Video von Sarah Gallenberger (sga) beim Pressetermin im Dezember

Nicht nur die Frage nach dem Personal für das KIZ in Bühl stellte alle Beteiligten vor eine große Herausforderung. Insgesamt fanden rund 60 digitale Meetings seit Dezember statt. Es folgten nahezu täglich Absprachen mit internen und externen Akteuren.

Alles in allem, so sind sich Mergen sowie alle an den KIZ beteiligten Helfer einig, steht dem morgigen Start nichts mehr im Wege. Und Schnurr betont: „Möglich ist dies aber nur durch die fleißigen Hände, die uns in den vergangenen Wochen zugesteckt wurden.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.