Kreisimpfzentren ziehen Bilanz

Baden-Baden/Bühl (naf) – Angebote nah am Menschen sollen Ungeimpfte erreichen. Seit Montag wird auch in der „Shopping Cité“ geimpft.

Ortstermin mit OB Margret Mergen: In der „Shopping Cité“ gibt es den Piks beim Einkaufen. Foto: Nadine Fissl

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Ortstermin mit OB Margret Mergen: In der „Shopping Cité“ gibt es den Piks beim Einkaufen. Foto: Nadine Fissl

Ursprünglich bis Ende Juni, dann bis Mitte August und nun voraussichtlich bis zum 30. September: Die Kreisimpfzentren (KIZ) in Mittelbaden bleiben geöffnet. Unterstützt werden sie seit Montag von einem weiteren Standort: In der „Shopping“ Cité sollen die Menschen in ihrem Alltag neben Einkauf und Essensmöglichkeit ein Impfangebot erhalten.

„Jetzt gibt es keine Ausrede mehr“, sagte Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen bei der Vorstellung der neuen Räumlichkeiten im Baden-Badener „Ufo“. Gegenüber des „Scheck-in“ (neben dem Essbereich) können Impfwillige seit Montag ihren Piks gegen das Coronavirus bekommen. Die vom Baden-Badener KIZ organisierte Station „steht für jeden offen“, betonte Mergen. Bedingungen seien lediglich die deutsche Staatsbürgerschaft sowie eine Impfberechtigung. Somit können sich selbst Jugendliche ab 16 Jahren vor Ort für die Impfung entscheiden, wie der Verwaltungsleiter des KIZ, Jürgen Jung, erwähnte.

Zwölf Impfwillige in erster Stunde

Bis zum 6. August sollen die neuen Räumlichkeiten von Montag bis Samstag zwischen 10.30 und 18.30 Uhr geöffnet sein. Geleitet wird das Ganze vom Deutschen Roten Kreuz in Baden-Baden. Laut Einsatzleiter Timo Herrmann wurde das Angebot „bereits sehr gut angenommen.“ Innerhalb der ersten Stunde nach Öffnung hätten sich zwölf Menschen impfen lassen. Vor diesem Hintergrund ist sich Jung sicher, „dass wir hier bald mehr Erstimpfungen als im Kreisimpfzentrum im Kurhaus haben werden“. Dort merke man bereits eine gewisse Zurückhaltung.

Die Entscheidung aus Stuttgart, die Impfzentren weiter zu betreiben, stellte die Stadt außerdem vor gewisse Herausforderungen, wie Mergen sagte. Im Bénazetsaal – wo bisher gepikst wurde – stehen im Herbst zahlreiche Veranstaltungen an. Somit wird das Impfzentrum eine Etage höher in der Belle Etage des Kurhauses einziehen und ab dem 20. August dort weiterimpfen.

Fast 69.000 Dosen wurden im Bénazetsaal bislang verabreicht. „Großartig“, nannte Jung die Impfquote der Kurstadt, die regelmäßig an der Spitze in ganz Baden-Württemberg liegt. Über zwei Drittel der Einwohner seien bereits erstgeimpft, über 53,8 Prozent erhielten schon zwei Dosen. „Die, die nicht geimpft sind, werden früher oder später das Nachsehen haben“, sagte der KIZ-Verwaltungsleiter.

Zukünftig auch Wochenmärkte ansteuern

Auf BT-Nachfrage räumte Jung zwar ein, dass es sicherlich auch Personen gibt, die sich aktiv gegen eine Impfung entscheiden. Wegen allen anderen wolle man jedoch näher an die Menschen ran und auch neue Formen der Impfgelegenheiten anbieten. Vor allem das ständige Abändern von Empfehlungen hätte für Verunsicherungen gesorgt, meinte Jung. Neben der Station im Cité sollen mit den mobilen Impfteams in Zukunft unter anderem auch Wochenmärkte angesteuert werden.

Dabei will man auch an die Zweitimpfungen erinnern, deren Relevanz der Medizinische Leiter des KIZ, Dr. Ingo Wiedenlübbert, betonte. Die Impfung habe schon jetzt einen positiven Effekt, sagte er außerdem. Zwar würden die Neuinfektionen aktuell wieder steigen, das Gesundheitswesen sei jedoch kaum davon belastet.

Das Kreisimpfzentrum des Landkreises Rastatt, das sich in der Schwarzwaldhalle in Bühl befindet, hat indes inzwischen mehr als 70.000 Impfungen durchgeführt, wie Pressesprecher Michael Janke mitteilte. Gemeinsam mit den beiden mobilen Teams wurde außerdem an insgesamt 83 Orten geimpft. Eine Verlängerung der Impfzentren über den 30. September hinaus hält Janke für unwahrscheinlich. Auch in Bühl werde die Nachfrage kleiner. Impfangebote nah am Menschen – wie die Station in der Shopping Cité – sollen dem entgegenwirken.

Für den Centermanager der „Shopping Cité“, Jürgen Ehlen, gehe es dabei „nicht um einen Marketingeffekt“, wie er betonte. „Ich empfinde es als Pflicht, das zu tun.“

Geänderte Öffnungszeiten in Bühl

Das Kreisimpfzentrum in der Schwarzwaldhalle Bühl hat ab sofort werktags von 14 bis 20 Uhr geöffnet, freitags von 16 bis 21 Uhr (After-Work-Impfen) sowie an Wochenenden von 7 bis 14 Uhr, wie das Landratsamt Rastatt gestern mitteilte. Das Pop-Up-Impfzentrum in der Reithalle Rastatt hat jeweils ab 17 Uhr geöffnet am 28. Juli, 4., 10., 18. und 25. August sowie am 1. September. Anmeldungen sind für alle Impfungen nicht mehr erforderlich, heißt es weiter. Gleichwohl besteht weiterhin die Möglichkeit, über die Telefonnummer 116 117 oder über die Internetseite www.116117.de Termine zu vereinbaren, die dann am jeweiligen Impftag reserviert sind.


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