Kreuzer: Wenig Transferaktivitäten

Karlsruhe (ket) – Nach der Saison ist vor der Saison, zumindest was die Kaderplanungen beim KSC angehen. Sportdirektor Kreuzer glaubt, dass viele Vereine mit dem aktuellen Kader weiterspielen werden.

„Viele Vereine werden zum Großteil mit ihrem aktuellen Kader weiterspielen“: Oliver Kreuzer. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

„Viele Vereine werden zum Großteil mit ihrem aktuellen Kader weiterspielen“: Oliver Kreuzer. Foto: Helge Prang/GES

Zumindest ein bisschen gilt auch hier das herberg’sche Spiele-Motto, nur eben leicht abgewandelt: Nach der Saison ist vor der Saison müsste es in diesem Fall also heißen, vor allem Oliver Kreuzer kann ein Lied davon singen. Bislang waren dem Sportdirektor des Karlsruher SC bezüglich der Planung der nächsten Saison die Hände ja weitgehend gebunden, schließlich war bis Sonntag nicht klar, in welcher Liga die Badener in der nächsten Spielzeit dem Ball nachjagen werden. Das hat sich am Sonntag in Fürth geändert. Der KSC spielt, wie ganz Fußball-Baden längst weiß, auch nächste Runde in Liga zwei. Kreuzer kann also endlich loslegen.

Endgültig grünes Licht hierzu bekam der Sportdirektor von Vizepräsident Holger Siegmund-Schultze persönlich. Bereits am Montag, nur einen Tag nach dem Klassenerhalt, hatte im Rahmen einer Beiratssitzung die vom neuen starken Mann beim KSC angekündigte Saisonanalyse stattgefunden. An deren Ende stand auch fest: Kreuzer, gerade bei den Fans nicht ganz unumstritten, bleibt Sportdirektor des KSC.

Die Aufgabe, vor der er und Trainer Christian Eichner somit ab sofort stehen, ist eine einfache nicht. Was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anbelangt, hat Corona den Gürtel auch beim KSC enger geschnallt, noch enger muss man im Fall der Badener wohl sagen. „Wie fast alle Vereine müssen auch wir Einsparungen in vielen Bereichen hinnehmen“, stellt Michael Becker, der kaufmännische Geschäftsführer des KSC, ganz allgemein fest. Dass das auch den Lizenzspieler-Etat betrifft, steht außer Frage.

Sinkende Gehälter

Der Geschäftsführer Sport, also Kreuzer, bezeichnet das als „in dieser Situation ganz normal“, auch andere Vereine müssten als Auswirkung der Corona-Krise Abstriche an den Kaderkosten machen. Bei zwischen zehn und 15 Prozent lägen diese, umgerechnet auf den KSC ergäbe das für die nächste Runde einen Lizenzspieleretat von rund acht Millionen Euro.

Dabei geht Kreuzer davon aus, dass die Aktivitäten speziell auf dem Zweitliga-Transfermarkt, der ausnahmsweise bis 5. Oktober geöffnet sein wird, sich in diesem Jahr in einem engen Rahmen bewegen. „Es werden so gut wie keine Transfersummen bezahlt werden – und wenn, dann lediglich im unteren Bereich“, prophezeit der KSC-Sportdirektor zum einen. Zum anderen geht er davon aus, dass „viele Vereine zum Großteil mit ihrem aktuellen Kader weiterspielen“ – und sich lediglich punktuell mit Spielern, deren Verträge gerade ausgelaufen und die somit ablösefrei sind, verstärken werden.

Beim KSC selbst sind die Kontrakte von zehn Profis (Benjamin Uphoff, Daniel Gordon, Anton Fink, Martin Röser, Damian Roßbach, Manuel Stiefler, Mario Schragl, Burak Camoglu, Änis Ben-Hatira und Lukas Grozurek) mit dem gestrigen Dienstag ausgelaufen. Welche Spieler Kreuzer und Trainer Christian Eichner erneut und weiterhin an den Verein binden möchten, will der Sportdirektor indes nicht sagen, schon gar nicht, bevor Gespräche mit den Spielern selbst geführt worden seien. In diesen könnte es dann durchaus auch ums Gehalt gehen. Um zwischen zehn und 20 Prozent, so glaubt Kreuzer, werden die Zweitliga-Löhne insgesamt sinken. Auch der KSC wolle und müsse auf diesem Weg einsparen. Selbst bei Spielern mit nach wie vor gültigen Verträgen wolle man diesbezüglich vorsprechen und Solidarität einfordern.

Uphoff wechselt wohl zum SC Freiburg

Keine Verhandlungen mehr wird es derweil mit Torhüter Benjamin Uphoff geben, den es angeblich, wenn auch nach wie vor unbestätigt, zum SC Freiburg zieht. Da auch der Vertrag von Mario Schragl, einem der Ersatzkeeper, gestern ausgelaufen ist, will Kreuzer „auf jeden Fall einen neuen Mann fürs Tor“ holen. „Wir brauchen zwei sehr gute Torhüter“, stellt er dazu passend fest. Weiteren Neuzugangsbedarf sieht der Sportdirektor zudem auf den beiden offensiven Außenbahnen. „Da haben sich die Dinge nicht so entwickelt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

In den Wildpark zurückkehren werden derweil Tim Kircher und Malik Batmaz, die zuletzt beide ausgeliehen waren, der eine an Jena, der andere an den VfB Stuttgart II. Auch den an Eintracht Braunschweig ausgeliehenen Marvin Pourié kann und will Kreuzer noch nicht ganz von seiner Liste streichen. Zwar kann der Drittligist im Aufstiegsfall eine Kaufoption zu einer festgelegten Summe ziehen, sollte diese aber nicht gezogen werden, wäre Pourié laut Kreuzer automatisch wieder KSC-Spieler. „Dann müssen wir uns zusammensetzen und sehen, was will Marvin, was wollen wir“, so der Sportdirektor.

Bei einer anderen Personalie steht das offenbar nicht nur für ihn jetzt schon ziemlich unumstößlich fest. „Der Trainer und ich wollen auf jeden Fall und definitiv mit Philipp Hofmann in die neue Saison gehen“, sagt Kreuzer. Und fügt an: Er steht auf keiner Verkaufsliste.“

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Erstellt:
30. Juni 2020, 20:00 Uhr
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