Krimis und Liebesdramen aus der Region

Rastatt (sl) – Gemeinsam mit der Wortwerke-Buchhandlung in Rastatt hatte der Gaggenauer Sinnbild-Verlag einen Autorenwettbewerb angestoßen. Jetzt sind die ersten Romane erschienen.

Bei einer Lesung in Rastatt werden die neuen Romane vorgestellt. Foto: Sebastian Linkenheil

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Bei einer Lesung in Rastatt werden die neuen Romane vorgestellt. Foto: Sebastian Linkenheil

„Wir haben einige sehr vielversprechende Einsendungen erhalten“, berichtete Verlagsleiter Peter Michel Ende vergangenen Jahres über den von seinem Sinnbild-Verlag angestoßenen Schreibwettbewerb für Belletristik-Autoren. Die Siegerin Andrea Herz-Kreiss mit ihrem Roman „Nemesis“ wurde schon im Februar gekürt (wir berichteten), nun arbeitet Peter Michel daran, acht weitere Bücher zu veröffentlichen, die aus der Autorenolympiade hervorgegangen sind.
Die ersten beiden werden am Freitag, 7. August, 19 Uhr, in der Rastatter Wortwerke-Buchhandlung vorgestellt: Der Roman „Incanto“ und der Regionalkrimi „Untadelig“, dessen Plot als Start einer Reihe angelegt ist. „Den zweiten Band hat die Autorin G. F. Goldenfels schon geschrieben, er muss noch lektoriert und designt werden“, berichtet Michel, „am dritten Band ist sie dran“.

Neue Krimireihe spielt im Breisgau

Die Krimiautorin lebt mit Mann und zwei Kindern in der Ortenau, seit mehr als vier Jahrzehnten ist sie als Lehrerin tätig. Die Krimis aber spielen im Breisgau und in Freiburg. Stets geht es um den italienischstämmigen Ermittler Renato Rupp und seinen Assistenten Felix von Rabenstein, und natürlich um einen Mord. Im ersten Band stoßen die beiden auf das dunkle Geheimnis eines zuvor als untadelig gerühmten Schulrektors. Erst in der Mitte des Buchs wird klar, um welche problematische Neigung es geht, aber das Wort Pädophilie wird nicht ausgesprochen. Peter Michel gefällt gut, dass der Krimi ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema auf subtile Weise anspricht. Dass die Folgeromane (zehn kann sich der Verleger vorstellen) recht blutrünstig werden, habe die Autorin schon angedeutet. Um die eher seelischen Dramen einer scheiternden Paarbeziehung geht es dagegen im Roman „Incanto“, dessen Urheberin sich mit Pseudonym „Becky“ nennen lässt. Wer hat mehr verwöhnt? Wer hat zuerst damit aufgehört? Wer hat mehr Gefühl verschwendet? Kann man Gefühl eigentlich verschwenden? Diese Fragen begleiten das Decrescendo einer Liebesgeschichte.

35 Teilnehmer hatte der Schreibwettbewerb, die Autoren kommen großteils aus Mittelbaden. Neben Liebesgeschichten und Krimis sind unter den nun zur Veröffentlichung bestimmten Büchern auch eine dramatische Autobiografie aus Oberbayern, die eigentlich zuerst „Ich war Bäuerin und Magd“ heißen sollte. Autorin Rita Achammer und der Verlag einigten sich aber kurz vor Drucklegung auf „Unten und immer wieder oben“. Und dann ist da noch die Geschichte eines Amoklaufs, geschrieben aus der Sicht des Amokläufers – eine Auseinandersetzung mit der Psychologie der Gewalt von Joachim Kiefer-Neuberth mit dem Titel „KopfkomA“.

Neuer Schreibwettbewerb im nächsten Jahr

Diese und weitere Bücher sind zurzeit in Arbeit. Damit ist der kleine Sinnbild-Verlag im Moment voll beschäftigt, ist aber stets offen für weitere Manuskripte. Ein neuer Schreibwettbewerb, der eigentlich für dieses Jahr im Visier war, ist aber auf 2021 verschoben.

Die Lesung mit Auszügen aus dem ersten Renato-Rupp-Krimi und dem Roman „Incanto“ findet in der Wortwerke-Buchhandlung in der Rastatter Lyzeumstraße 5 statt. Wegen Corona ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Deshalb ist eine Anmeldung unerlässlich, entweder persönlich im Laden, unter der Telefonnummer (0 72 22) 1 58 67 46 oder per E-Mail an die Adresse neudoerfer@mehralsbuecher.de. Im Eintrittspreis von fünf Euro ist ein Getränk inbegriffen.

www.sinnbild-verlag.de


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