Kritik an Arbeit des Klimaschutzmanagers

Durmersheim (HH) – Kritisch sieht der Durmersheimer Rat die Arbeit des Regioenergie-Klimaschutzmanagers, der elf Kommunen betreut. Die Entscheidung, ob man die Stelle weiter bezuschusst, wurde vertagt.

Die Förderung der E-Mobilität in den elf Regio-Energie-Kommunen gehört zu den Aufgaben des Klimaschutzmanagers.Foto: Helmut Heck

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Die Förderung der E-Mobilität in den elf Regio-Energie-Kommunen gehört zu den Aufgaben des Klimaschutzmanagers.Foto: Helmut Heck

So richtig warm wird der Durmersheimer Gemeinderat mit dem Klimaschutzmanager wohl nicht mehr, den das kommunale Bündnis Regioenergie beschäftigt. Die Hardtgemeinde finanziert als Mitglied des 2017 gegründeten Zusammenschlusses die Arbeitsstelle mit, die 2018 aufgrund eines Förderprogramms geschaffen wurde. Mitte kommenden Jahres endet die Laufzeit, das Bündnis will es bis 2024 verlängern. Durmersheim müsste für die zwei Jahre 6.363 Euro der Personalkosten übernehmen. Am Mittwoch sollte der Gemeinderat seine Einwilligung geben. Nach kritischer Betrachtung der bisherigen Leistungen wurde die Entscheidung dem Verwaltungsausschuss übertragen.

Zwei Projekte geplant

Bürgermeister Andreas Augustin wies darauf hin, dass der vom Bund gewährte Zuschuss von bisher 40 auf 50 Prozent steigen könnte, sofern bis Mitte November die Vorhaben eingereicht werden, die der Manager in den Folgejahren bearbeiten soll. In den Unterlagen wurden zwei Projekte genannt: gemeinschaftlichen Materialeinkauf aller Gemeinden und „bewusstseinsbildende Veranstaltungen mit hoher Strahlkraft“, als Beispiele werden Klimathon, Stadtradeln und Energiewendetage genannt.

Es höre sich gut an, liefere aber nichts Konkretes, meinte Rolf Enderle (BuG). Helmut Schorpp (CDU) berichtete, dass er nach der Einstellung des Klimaschutzexperten einen „Ruck“ erhofft habe, der jedoch ausgeblieben sei.

„Mehr Power“ gefordert

Lothar Heck (BuG) fand, es müsse „mehr Power“ rein. Josef Tritsch (SPD) hegte den Verdacht, es handele sich um eine „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“, bislang seien wenig Impulse zu spüren gewesen. Jürgen Kniehl (FWG) bemängelte, dass der Manager „nicht sichtbar“ sei. Beispielsweise wäre ein Informationsstand auf dem Wochenmarkt denkbar.

Bürgermeister Augustin teilte mit, dass es auch im Kreis der Regioenergie Zweifel am Sinn der Stelle gebe. Doch 6.000 Euro sollten es Wert sein, den Bürgern in Sachen Klimaschutz „ins Gewissen zu reden“. Der Manager sei in dieser Hinsicht durchaus aktiv gewesen, etwa mit Beiträgen im Amtsblatt, der Forcierung der Elektromobilität, zuletzt auch mit einem Vortrag dazu, der aber kaum Resonanz gefunden habe. Werner Hermann (SPD) stärkte dem Mitarbeiter den Rücken. Er betreibe für eine „bescheidene Summe“ Bewusstseinsbildung. Als Argument für die Weiterbeschäftigung wurde in der Beratung auch die „Solidarität“ mit den Bündnis-Gemeinden bemüht.

Schlussendlich wurde der von Enderle gemachte Vorschlag angenommen, den guten Mann in den Verwaltungsausschuss einzuladen, damit er seine Arbeit erklären kann und der dann über die Projekt-Verlängerung entscheiden soll.

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Erstellt:
27. September 2021, 11:00 Uhr
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