Kritik an KVV und Schienenersatzverkehr

Bietigheim (BT) – Wegen Bauarbeiten verkehren zwischen Karlsruhe und Rastatt seit 2. Juli keine S-Bahnen. Den Schienenersatzverkehr kritisieren die Grünen und fordern einen Ausgleich für Pendler.

Die Grünen bemängeln den KVV-Ersatzverkehr zwischen Rastatt und Karlsruhe. Foto: Helmut Heck/Archiv

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Die Grünen bemängeln den KVV-Ersatzverkehr zwischen Rastatt und Karlsruhe. Foto: Helmut Heck/Archiv

Der Ortsverband Südhardt der Grünen fordert den Karlsruher Verkehrsverbund auf, die Verschlechterung des Angebots auf der Strecke Rastatt über Durmersheim nach Karlsruhe für Kunden teilweise zu kompensieren.

Keine Stadtbahnen bis 8. November

Wegen Bauarbeiten in den Bahnhöfen Bietigheim und Rastatt verkehren seit 2. Juli und noch bis zum 8. November auf der Strecke zwischen Rastatt und Karlsruhe über Ötigheim, Bietigheim und Durmersheim keine Stadtbahnen. Vor allem Berufspendler und Schüler sind deshalb auf einen Schienenersatzverkehr angewiesen, der nach Auffassung der Grünen „unzureichend“ ist. Von Ötigheim in die Karlsruher Stadtmitte (Kronenplatz) verlängert sich beispielsweise die Fahrt von knapp 30 auf 70 Minuten. Für Hin- und Rückfahrt nach Karlsruhe müssen Pendler aus Ötigheim demnach täglich rund 80 Minuten an zusätzlicher Zeit einplanen. Für Pendler aus Durmersheim verlängert sich die tägliche Fahrt um eine Stunde.

„Ärgerlich ist insbesondere, dass die Streckensperrung mit lediglich einer Woche Vorlauf angekündigt wurde und der betroffene Personenkreis kaum darauf reagieren konnte“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gemeinden nicht rechtzeitig informiert

Auch die betroffenen Gemeinden seien nicht rechtzeitig informiert worden. Eine Beratung, wie der Schienenersatzverkehr attraktiver hätte gestaltet werden können, sei nicht möglich gewesen. Denn auch die Streckenführung weise „gravierende Mängel“ auf. In Rastatt und in Karlsruhe startet und endet der Schienenersatzverkehr jeweils „hinter“ dem Hauptbahnhof. In Karlsruhe bedeute dies, dass Pendler knapp 400 Meter zusätzlichen Fußweg bis zu den Stadtbahnhaltestellen vor dem Hauptbahnhof zurückgelegen müssen. Auch die Umgebung der Haltepunkte wird kritisch gesehen. „Insbesondere in Nachtstunden handelt es sich hier um echte Angsträume“, beklagt die OV-Vorsitzende Anna Zimmermann-Aubeck. Weshalb die Busse nicht vor dem Bahnhof enden, sei nicht ersichtlich.

Problematisch sei auch die Streckenführung, speziell in Durmersheim. Mit dem Bahnhof und dem Haltepunkt Durmersheim-Nord werden zwei Haltestellen abseits der Wohngebiete angesteuert. Für den Busverkehr während einer Streckensperrung seien sie nicht sinnvoll, es sei unverständlich, dass hier nicht die Bushaltestellen in Ortslage genutzt werden. Der Weg zu den Haltestellen und die Fahrzeiten der Busse hätten sich so verkürzen lassen.

Ersatzhaltestelle Ötigheim gefährlich

In Ötigheim liegt die Ersatzhaltestelle auf einem schmalen Gehweg direkt neben einer gut frequentierten Tankstelle, 300 Meter vom Bahnhof entfernt. Vor allem für Schüler, die mit Beginn des Schuljahres zu weiterführenden Schulen wechselten, bedeute dies unnötige Gefahren. „Vielfach sehen sich Eltern genötigt, ihre Kinder mit dem Auto zu den weiterführenden Schulen zu bringen, obwohl viele Betroffene eine Scoolcard besitzen“, so die Kritik des OV Südhardt. Er fordert den KVV auf, dem betroffenen Personenkreis einen Teil der Abo-Kosten zu erlassen oder sich andere Kompensationsmaßnahmen zu überlegen. Des Weiteren sollte zeitnah mit den betroffenen Gemeinden, vor allem mit den betroffenen Pendlern, in einen Dialog getreten werden.

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Erstellt:
5. Oktober 2021, 14:00 Uhr
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