Künstlerischer Blick auf Sterben und Tod

Muggensturm (manu) – Die Mitglieder des Kreativkreises Muggensturm befassen sich in ihrer aktuellen Ausstellung mit den Themen Sterben und Tod. Die Schau ist Teil einer Veranstaltungsreihe.

Eine Aquarellserie von Helga Kalkbrenner bereichert die Ausstellung in Muggensturm. Foto: Manuela Behrendt

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Eine Aquarellserie von Helga Kalkbrenner bereichert die Ausstellung in Muggensturm. Foto: Manuela Behrendt

Künstlerisch richteten fünf Mitglieder des Kreativkreises Muggensturm ihren Blick auf das Sterben und den Tod. Die Vernissage zur Ausstellung am Samstagabend war der Start einer zweiwöchigen Veranstaltungsreihe des Hospizdiensts Rastatt und der evangelischen Dreieinigkeitsgemeinde von Bietigheim, Muggensturm und Ötigheim.

Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns“, zitierte Pfarrer Gerhard Stöcklin in seiner Begrüßung die Worte von Rainer Maria Rilke. Der Geistliche war für die erkrankte Pfarrerin Tina Blomenkamp eingesprungen. Diese hatte die Schau in der evangelischen Kirche von Muggensturm initiiert, die Themen Lebensende, Tod und Trauer bei den Kunstschaffenden angeregt.

Als „spannende Aufgabe“ nahmen sich die Kreativen der Umsetzung einer Thematik an, „über die man nicht gern spricht, die uns allen aber begegnet“. Nicht in „erdrückenden Farben“ wollte man arbeiten. „Licht und Schatten gehören zum Leben, deshalb können Bilder mit dem Fokus Sterben und Trauer auch bunt sein“, war man sich einig.

Viele Blickwinkel beleuchtet

In dunkles Kobaltblau hüllte Renate Hosenfelder das „Loslassen“ einer schemenhaft erkennbaren Person, sagte im BT-Gespräch: „Irgendwann wird der Schmerz immer weniger und entfliegt; die von uns Gegangenen leuchten als Sterne am Nachthimmel.“ Renate Koller thematisierte mit „Liebe ohne Vorbehalt“ eine geflüchtete, traumatisierte Mutter, die ihr Baby an sich drückt. „Ängstlich fragt sich die Frau, wie sie ihren Säugling am Leben erhält“, erklärte Koller. Vielsagende Gemälde ohne Titel schuf Manfred Hönig. „Die Betrachter sollen selbst ihre Empfindungen reflektieren, sich gedanklich mit dem auseinandersetzen, was sie in meinen Bildern entdecken.“ Ins Auge fiel das Entstehungsjahr einer Aquarellserie von Helga Kalkbrenner. In Darstellungen, wie „Hiob in der Verzweiflung“ und „Schaue, du bist nicht allein“ verarbeitete die Künstlerin im Jahr 1995 die Krebskrankheit ihrer Mutter sowie die eigene Ohnmacht gegenüber der Situation.

Die Ausstellung ist am 2. und 9. Oktober von 15 bis 17 Uhr erneut geöffnet. Die Vernissage untermalte die Pianistin Susanne Kirchherr musikalisch. Mit viel Mühe und Hingabe war ein coronakonformes Fingerfood-Büffet für die Gäste gerichtet, bei dem Verköstigungen in vielerlei Fasson in Gläsern und auf Tellern portionsweise bereitstanden.

Weitere Veranstaltungen in evangelischer Kirche

In weiteren Veranstaltungen der Themenwochen in der evangelischen Kirche in Muggensturm, an denen sich ebenfalls die katholische Pfarrgemeinde beteiligt, geht es jeweils um 19 Uhr am 29. September mit Claudia Renz um „Erleben und erfahren: Trauer im Märchen“. Am 30. September gestaltet Tina Blomenkamp einen Bibliolog mit dem Titel „Hiskia ist krank“. Einen weiteren Abend dieser gemeinschaftlichen Textauslegung, bei der die Teilnehmenden „moderne Gedanken in biblische Geschichten einbringen“, heißt „Die Frauen am Grab“ und findet am 7. Oktober statt.

Bereits um 18 Uhr am 6. Oktober referiert Andreas Funk über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Die Themenreihe endet am 10. Oktober. In zwei Runden findet um 19 und 20 Uhr ein Abendgottesdienst mit Musik für Flöte, Orgel und Klavier statt.

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Erstellt:
27. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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