„Kultur im Klappstuhl“ erfolgreich in Bühl beendet

Bühl (mf) – Trotz des Regen-Sommers hat „Kultur im Klappstuhl“ gut funktioniert. Nur drei von 17 Veranstaltungen mussten ausfallen. Den Abschluss machten die Bigband Brass & Fun und Sandie Wollasch.

In der Mitte Sängerin Sandie Wollasch, links von ihr Bandleader Pirmin Ullrich. Foto: Martina Fuß

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In der Mitte Sängerin Sandie Wollasch, links von ihr Bandleader Pirmin Ullrich. Foto: Martina Fuß

Mit einem furiosen Konzert unter freiem Himmel endete die sommerliche Klappstuhl-Reihe der Stadt Bühl. Im stimmungsvoll beleuchteten Hof der Aloys-Schreiber-Schule eroberte die Bigband Brass & Fun die zahlreichen Zuschauer mit swingenden Bigband-Klängen und einer ebenso gut gelaunten wie stimmgewaltigen Sängerin Sandie Wollasch.

„Wir freuen uns mit Ihnen, dass wir einen so schönen Spätsommer-Abend mit wunderbarer Bigband-Musik erleben dürfen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Jokerst zur Begrüßung. Dabei zog er eine erstaunliche Bilanz im Hinblick auf das wechselhafte Sommerwetter: Nur drei von 17 geplanten Klappstuhl-Veranstaltungen mussten wegen des Wetters abgesagt werden. Beim nun letzten Termin blickte Jokerst gerne auf die Reihe zurück: „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und Kultur an verschiedene Orte und in die Ortsteile gebracht. Und siehe da, die ‚Kultur im Klappstuhl‘ kam sehr gut an. Wir haben viel Lob und Dank und Anerkennung erhalten.“ Diese leitete er umgehend an das Team mit Klaus Dürk, Julia Huber, Martina Rumpf und Corinna Doba weiter. Angesichts des großen Zuspruchs werde man die Reihe im kommenden Jahr fortsetzen. Das Team sei schon auf Suche nach außergewöhnlichen Auftrittsorten.

Mit solitischen Glanzstücken in Szene gesetzt

Nicht nur das Publikum zeigte spürbare Freude und Dankbarkeit, endlich wieder die städtische Bigband Brass & Fun live zu erleben. Auch Bandleader Pirmin Ullrich bekannte, dass die Musiker sich freuen, wieder auftreten zu können. Entsprechend war die großartige Spiellaune der Musiker erlebbar, die sich immer wieder mit solistischen Glanzstückchen in Szene setzen konnten. Die Band präsentierte Swing-Klassiker von Count Basie und Jazzstandards wie „This can‘t be Love“, die einst für Natalie Cole arrangiert und nun von Sandie Wollasch mit Energie und bewundernswerter Stimme interpretiert wurden. Aber ja, sie genoss es auch, endlich wieder aufzutreten und noch dazu mit solch einem Klangkörper: „Was für eine Klanggewalt und wie wunderbar, musikalisch so eingebettet zu werden“, freute sie sich. Es ist einige Jahre her, dass sie mit Brass & Fun bei den Hochkultur-Tagen mit einem Catarina-Valente-Special aufgetreten ist. Zwei Titel aus jenem Programm wurden zur Begeisterung des Publikums neu aufgelegt: The Breeze and I und Tipitipitipso.

„Hier wird die Bandbreite der Bigband-Musik gezeigt“

Pirmin Ullrichs Handschrift ist nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit erkennbar. Die Band hat an Groove, Dynamik und Explosivität noch zugelegt, was besonders beim zweiten Stück „Moten Swing“ zum Ausdruck kam. „Hier wird die Bandbreite der Bigband-Musik gezeigt, vom Super-Pianissimo bis zum Super-Forte“, erklärte Ullrich. Über all die Jahre hat der Bandleader und Pädagoge an der städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst zahlreiche Titel für Brass & Fun arrangiert und komponiert. Im Ullrich-Arrangement „Morning Dance“ spielt Larissa Kohler das komplexe Saxofon-Solo, den Solopart in seiner Komposition „We just arrived“ – einst für Trompeter Joo Kraus maßgeschneidert – übernimmt souverän Joachim Kölmel, ebenfalls Lehrer an der Musikschule. Andreas Kunz ergänzt die smarten Trompeten-Klänge mit einem virtuosen Solo am Altsaxofon. In der Band spielten außerdem die Saxofonisten Susanne Edler, Tobias Kern und Felix Künemund, an der Trompete Udo Gartner, Cedric Seifried, Julian Moser, Mario Held und neu dabei Stephan Haag. Die Posaunenklänge trugen Heinrich Gutmann, Christoph Mangold, Markus Müller und Felix Völker bei. In der Rhythmus-Gruppe spielten Timo Müller (Gitarre), Stefan Kneissler (Piano), René Falk (Bass), Max Cichon (Schlagzeug) und Janek Seifried (Percussion). Erst nach drei herzhaft geforderten Zugaben packten die Gäste ihren Klappstuhl wieder ein.

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Erstellt:
14. September 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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