Kulturforum Rastatt: Theater zu den Menschen bringen

Rastatt (sl) – Der Hof des Kulturforums wird neu für das Theater entdeckt. Theaterpädagogin Jacqueline Frittel sagt, warum sie die Location schätzt.

Jacqueline Frittel. Foto: Sebastian Linkenheil

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Jacqueline Frittel. Foto: Sebastian Linkenheil

Der Hof des Kulturforums in Rastatt wird abgesehen von Kinosommer und tête-à-tête eher sporadisch genutzt. Im zweiten Coronasommer indes haben die ambitionierten Rastatter Amateurtheatergruppen die Freiluft-Spielstätte für sich (wieder-)entdeckt. Über Erfahrungen und Perspektiven hat BT-Redakteur Sebastian Linkenheil mit der Theaterpädagogin Jacqueline Frittel gesprochen.
BT: Frau Frittel, der Hof des Kulturforums ist von den Theaterschaffenden in der Vergangenheit wenig genutzt worden, könnte es sein, dass sich das in Zukunft ändert? Was meinen Sie?

Jacqueline Frittel: Mir hat es sehr große Freude bereitet, mit meinen Gruppen Open Air im Kulturforum zu arbeiten. Die Location ist für Kunst und Theater gemacht! Nicht zuletzt bedeutet Open-Air-Theater auch, Theater zu den Menschen bringen. Darin sehe ich eine große Chance für die Rastatter Kulturszene, insbesondere aber auch für die Rastatter Bürger an sich. Denn Theater sollte in meinen Augen nicht im Elfenbeinturm spielen, sondern auf dem bildlichen Marktplatz der Welt – und dort trifft man bekanntlich auf Menschen ganz unterschiedlicher Art.

BT: Was sind Ihre Erfahrungen als Nutzer?

Frittel: Zuallererst sind da durchweg positive Erfahrungen, was die Zusammenarbeit mit der Stadt Rastatt und Kultur und Veranstaltungen betrifft. Da war von allen Seiten ein großes Wohlwollen zu spüren, ein starkes Miteinander und auch der Wunsch, diesen speziellen Theatersommer nicht als Notlösung, sondern als Grundstein für mehr Zusammenarbeit zu begreifen. Da ich mit vielen verschiedenen Theatergruppen im Kulturforum gearbeitet habe, möchte ich auch insbesondere den Vorstand und die Technik-Leitung des Phoenixtheaters in meinen Dank miteinschließen, denn von deren Arbeit haben meine Gruppen – und Gruppen darüber hinaus – sehr profitiert. Ohne deren Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, innerhalb so kurzer Zeit einen so umfassenden und Freude bereitenden Theatersommer zu veranstalten.

Interview

BT: Wie oft haben die von Ihnen betreuten Theaterprojekte den Hof in diesem Sommer genutzt?

Frittel: Ich habe von Mai bis Juli eigentlich dort gewohnt.

BT: Wie oft war das Wetter ein Problem?

Frittel: Das Wetter sorgte in diesem Sommer natürlich für den ganz besonderen Kick. Es hat uns herausgefordert, aber ein Problem war es nicht, da wir bei schlechtem Wetter ins Kellertheater ausweichen konnten.

BT: Mit welchen besonderen Herausforderungen war die Arbeit dort verbunden, die man in der Reithalle oder im Kellertheater nicht hätte? Wie wurden diese gelöst?

Frittel: Die Location ist erst einmal super für Theater geeignet. Doch natürlich muss man sich die ganze Theater-Infrastruktur von Lichttechnik über Einlass-Verfahren, Bühnenvorhang und Publikumstoiletten neu erarbeiten. Da helfen Zusammenarbeit, Pragmatismus und Kreativität.

BT: Würden Sie vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen – auch ohne Corona – wieder Open-Air-Veranstaltungen dort in Angriff nehmen?

Frittel: Ja – immer dann, wenn ich auf ein tolles Team setzen kann und es sich für ein Projekt ganz besonders anbietet, Open Air zu arbeiten. Bestenfalls in einem Kontext, in welchem Freilichttheater von Anfang an geplant war und folglich entsprechend entspannt geplant werden kann.

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Erstellt:
6. Oktober 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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