Kulturverein geht mit Instagram-Video neue Wege

Von Marvin Lauser

Baden-Baden/Bühl (marv) – Der Türkisch-Islamische Kulturverein Baden-Baden, der die Moschee in Steinbach betreibt, kann derzeit – wie alle anderen Vereine auch – nur sehr eingeschränkt Veranstaltungen abhalten. Statt – wie zu Festzeiten üblich – Hunderte Menschen zu empfangen und bewirten, erscheinen derzeit täglich nur eine Handvoll Gläubige zum Gebet.

Kulturverein geht mit Instagram-Video neue Wege

Gebet in Zeiten von Corona: Fetih Cici, Imam Bünyamin Cicekler und Fazli Keskin (von links) in der Steinbacher Moschee. Foto: Türkisch-Islamischer Kulturverein Baden-Baden

Dieses Jahr ist alles anders. Wochenlang war die Moschee im Steinbacher Industriegebiet – wie alle Gotteshäuser im Land – geschlossen. Mittlerweile ist der Besuch wieder möglich, allerdings nur sehr eingeschränkt. Statt gemeinsamem Gebet heißt es Abstand halten. Selbst an der Kaaba in Mekka, dem Zentrum des Islam, herrscht gähnende Leere. Das gemeinsame Freitagsgebet findet entweder gar nicht oder online statt. Den am Samstag zu Ende gegangenen Fastenmonat Ramadan haben viele Muslime im engsten Kreis verbringen müssen, anstatt allabendlich mit Familie und Freunden das Fastenbrechen zu begehen.„Einen solchen Ramadan habe ich noch nicht erlebt“, sagt Ömer Gökalp, einer der Kulturbeauftragten des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Baden-Baden.

Von Mitte März bis Anfang Mai war die Steinbacher Moschee geschlossen, das hat es seit ihrer Errichtung noch nicht gegeben. Zu Festzeiten „platzen wir normalerweise aus allen Nähten“, sagt Gökalp, der in Oberweier lebt. Momentan hingegen „finden nicht viele den Weg in die Moschee“. Laut Imam Bünyamin Cicekler sind es „pro Tag im Schnitt fünf bis sechs Muslime“.

Rituelle Waschungen derzeit nicht möglich

Seit dem 11. Mai können Gläubige das Gotteshaus, dessen Tür laut Gökalp ansonsten eigentlich immer offen steht, zum Mittags- und Nachmittagsgebet wieder betreten. Ab dieser Woche soll das gemeinsame Freitagsgebet wieder stattfinden können, jedoch mit maximal 50 Betenden, kommunizierte die Ditib-Jugend Baden-Baden über Instagram. Zu ihr gehören etwa 50 junge Muslime im Alter zwischen 15 und 28 Jahren. Außerdem haben sie ein dreieinhalbminütiges Video veröffentlicht, in dem genau gezeigt und erklärt wird, was derzeit zu beachten ist, wenn man die Moschee zum Gebet aufsuchen möchte.

„Rituelle Waschungen sind derzeit nicht möglich, sondern müssen zuhause verrichtet werden“, schildert Gökalp, da die Sanitäranlagen sowie Aufenthaltsräume vorerst geschlossen seien. Vor Betreten der Moschee muss Mund-Nasen-Schutz angelegt werden, jeder muss seinen Gebetsteppich, seine Gebetsketten, Kopfbedeckung und seinen Koran selbst mitbringen. Am Eingang gilt es, die Hände gründlich zu infizieren. Im Innern ist zu jeder Zeit ein Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten, heißt es in dem Video weiter. Dazu ist der Teppichboden mit Klebeband markiert worden. Am Eingang zum Gebetsraum notiert ein Vereinsmitglied vorschriftsgemäß die Personalien, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Im Video heißt es weiter, dass die Moschee vorerst von Personen unter zwölf und über 65 Jahren nicht besucht werden darf. Menschen mit Krankheitssymptomen sollen ebenfalls zuhause bleiben. Am Ende des Videos sagt Imam Cicekler unter anderem, dass sich jeder an die Vorschriften halten muss, und er hofft, „dass wir eine solche Zeit nicht wieder erleben müssen“.

+++ In der ursprünglichen Version hat gestanden: „Ansonsten ist die Moschee bis auf Weiteres geschlossen. Freitagsgebete, die in einigen größeren Moscheen unter strengen Auflagen wieder durchgeführt werden, finden in Steinbach vorerst nicht statt.“ Das ist seit heute nicht mehr aktuell und wurde daher angepasst. +++